Die Verhöre der Gesche Gottfried

  • von Peer Meter
  • Sprecher: David Nathan, Ariane Seeger, Thomas Wingrich
  • 1 Std. 49 Min.
  • Hörspiel

Beschreibung

Im März des Jahres 1828 wurde in Bremen ein Kriminalfall aufgedeckt, der die Stadt aufs tiefste und nachhaltigste erschüttern sollte und der in seiner Beispiellosigkeit in Deutschland, Europa und Übersee ungeheures Aufsehen erregte: Gesche Gottfried vergiftete von 1813 bis 1827 fünfzehn Menschen, darunter ihre Kinder, Eltern und Ehemänner. Mindestens neunzehn weiteren Personen gab sie wiederholt Gift in nichttödlicher Dosis. Am 6. März 1828 wurde Gesche Gottfried verhaftet. Nach dreijähriger Gefangenschaft wurde Gesche Gottfried am 21. April 1831 in Bremen öffentlich durch das Schwert hingerichtet. "Die Verhöre der Gesche Gottfried" wurde von Peer Meter aus den original Verhörprotokollen von 1828 dramaturgisch zu einem "Kammerspiel des Grauens" komponiert. Dabei kommen sowohl der offizielle Ermittler Senator Droste im intensiven Gespräch mit Gesche Gottfried als auch Befrager aus der Justiz (der doppelzüngige Verteidiger Voget) und inquisitorisch anmutende kirchliche Vertreter zu Wort. Aussagen aus dem Bremer Bürgertum ergänzen das grausame Bild einer psychisch kranken Frau, über die die Gesellschaft von der Furcht vor sich selbst getrieben ihr gnadenloses Urteil spricht.
Die Dramaturgie setzt dabei vor allem auf das innere Drama, weniger auf äußere Effekte. Dem Publikum, das bei den Verhören quasi Mäuschen spielt, obliegt es selbst, über den Fall Gesche nachzudenken und gegebenenfalls zu urteilen. Die Verhöre bieten dabei unkommentiert Einblicke, Fakten, Merkwürdigkeiten, Menschlichkeiten, Unmenschlichkeiten, Irrsinn, Wahn, Affekte, Pein, Zwang, Angst, und vieles mehr, was die dunkle Seite des Lebens zu bieten hat.
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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Gelungene Umsetzung

Von @DieHoeragenten wärmstens empfohlen (VIELEN LIEBEN DANK !!! ) habe ich mir dieses Hörspiel gestern auf den Fahrten zur und von der Arbeit angehört. Als Zwischenspiel zwischen längeren ungekürzten Hörbüchern ist so ein Hörspiel ideal, vor allem bei solch fabelhafter Besetzung! Selbst David Nathan war mit von der Partie.

Und ich wurde nicht enttäuscht, die schauspielerischen Leistungen der Sprecher waren hervorragend.

Was die Story angeht, so war ich erschüttert über die vielen Morde, die eine einzige Frau einfach über Jahre hinweg begehen konnte; selbst ihre eigenen Eltern, Ehemänner und sogar Kinder bringt sie um die Ecke. Und sie schien sich absolut nichts dabei zu denken, ihre Umwelt systematisch zu vergiften, wenn auch oft mit geringen Dosen, die nicht zum Tod führten. Sie nutzte dafür “Mäusebutter” – Wikipedia erklärte mir, dass dies Fett mit Arsenkügelchen sei, wohl ein damals gängiges Rattengift.

Die Umsetzung, allein aus alten Verhör-Protokollen, ein solches Hörspiel-Spektakel aufzuziehen, ist absolut gelungen. Ich war bestens unterhalten und gebe für die Story 8 und die Sprecher-Leistung 10 Punkte – zusammen also 09/10 Punkte.
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- Sunsy

Weitere Infos zum Titel

  • Erscheinungsdatum: 10.10.2013
  • Verlag: Hörspielbücher Ariane Seeger und Markus Hahn GbR