Herkunft

  • von Botho Strauß
  • Sprecher: Burghart Klaußner
  • 2 Std. 41 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Botho Strauß erzählt, wovon er noch nie erzählt hat: Von seiner Kindheit und Jugend, von den Orten und Landschaften, in denen er aufgewachsen ist, von seinen Erinnerungen an die prägenden, frühen Jahre, von seinem Vater. Botho Strauß erzählt die Geschichte seiner Herkunft.

Botho Strauß wurde im Dezember 1944 in Naumburg geboren. Der Vater verließ in den 1950er Jahren Hab und Gut, ging in den Westen, nach Bad Ems, fing mit sechzig Jahren wieder von vorn an: "Wir sind weggegangen, weil wir nicht wollten, dass du dort zum Kommunisten erzogen wirst."

Mit seinem neuen, überraschenden Buch findet Botho Strauß noch einmal zu einer ganz neuen Seite seines Schreibens, zu einem ganz anderen Rhythmus: Zum Ton des Erinnerns, der Vergewisserung über die eigenen Ursprünge. Die Jugend ist die Zeit, da die Zukunft einem noch bevorsteht; jetzt lässt Strauß eine lang zurückliegende Gegenwart wiedererstehen. Vor allem ist es der Vater, dessen Bild immer deutlicher hervortritt, liebevoll gezeichnet, doch ohne Selbsttäuschung. Botho Strauß' Herkunft ist das konzentrierte, reiche Werk eines großen Erzählers.

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Heimlicher Widerstand der Erinnerung

Es gibt große Sätze in diesem Buch. Sätze, die man anschauen möchte, die zum sie umwandern einladen. Wie im Haus der Eltern nach deren Tod "alles zu Kram" wird. Dass der Autor sich selbst als Jungen sieht, der den Büchern "hinterher ging". Dass wer seine Erinnerungen erzählt, sich während dessen nicht im Zustand der Erinnerung befindet. Auch Überraschendes: Dass für ihn, den Theaterautor, die Bühne stets ein Raum war, "um abzutreten". Verschwinden ist ein Leitmotiv dieses Buchs. Die heutige Entlassung der Sprache zum Nichtssagenden, die Erwartung, die es als erfüllte nicht gibt, nur als enttäuschte. Immerhin auch "all das Schöne, das unerwartet geschieht." Die Beziehung zum Vater aber bleibt seltsam unpersönlich, wird eher als Zustand beschrieben denn in einzelnen Szenen oder sinnlichen Erinnerungspartikeln. Wer war dieser Vater, der im Krieg eine Auge verlor, sich seines Anblicks schämte und in seinem Hause Tischsitten penibel so überwachte wie den pfleglichen Umgang mit Büchern? Wer war er in seiner eigenen Tiefe? Wir erfahren das nicht. Als wolle sich Botho Strauss eigentlich gar nicht erinnern. Und das wiederum, so darf man aufgrund seiner "Herkunft" vermuten, wäre verständlich.
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- Claudia Kiel

Weitere Infos zum Hörbuch

  • Erscheinungsdatum: 12.11.2014
  • Verlag: HörbucHHamburg HHV GmbH