Meinen Sohn bekommt ihr nie

  • von Isabelle Neulinger
  • Sprecher: Cathrin Bürger
  • 5 Std. 4 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Im Alter von vierunddreißig Jahren zieht die weltoffene Schweizer Jüdin Isabelle Neulinger nach Israel. Voller Neugier lässt sie sich auf ein neues Leben in einem modernen Land ein, findet eine Wohnung und Arbeit. Und sie verliebt sich - in ihren Nachbarn, den jungen Sportlehrer Shai Shuruk. Die beiden heiraten, bekommen ein Kind. Auf einmal entdeckt Shai die Religion und wird immer stärker von ihr angezogen. Er will, dass auch Isabelle sich danach richtet. Irgendwann wird ihr bewusst, dass Shais religiöse Radikalität die totale Unterwerfung von ihr verlangt. Da flieht sie vor ihm und aus dem Land - mit ihrem Kind, um dessen Sorgerecht nun ein jahrelanger Rechtsstreit beginnt, der sie bis vor den europäischen Gerichtshof führt.

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Absolut fesselnd!!!

Ich muss da meine Vorrednerin Recht geben. Der Titel dieses Hörbuches ist ein wenig zu reißerisch und weckt Vergleiche zu einem bekannten Besteller aus den 80iger Jahren, bei dem der „Schurkenstaat“ Iran und der „radikale Schiit/ Moslem“ im Mittelpunkt stehen und die Wurzeln allen Übels sind. Da ist mit der erfolgreichen Flucht in die Freiheit aber die Story zu Ende, hier beginnt es eigentlich erst damit….
Die Story, bzw. das Thema ist sehr einfühlsam, interessant, erschreckend und auch immer wieder brisant. Bei der Brisanz beziehe ich mich dabei auf die jüdische Glaubensauslegung der Ultra-Orthodoxen. So sind die Ultra-Orthodoxen eins der großen Probleme Israels (neben den nationalen/ rechten Juden). Während es sich früher um eine Minderheit handelte, deren einziger Lebenssinn darin bestand, die Tora zu lesen und zu studieren und auf den Messias und die Errichtung des neuen Tempels zu warten, nehmen diese Radikalen immer mehr Einfluss auf die Politik. Die tickende Zeitbombe ist dabei die Demographie. So bestehen die Ultra-Orthodoxen aus sehr kinderreichen Familien (zum Teil bis zu 10 Kinder) und laufen damit der liberalen Bevölkerung immer mehr den Rang ab. Es ist dabei nur eine Frage der Zeit, wann diese Radikalen den politischen Ton in Israel angeben werden. Das zum Thema „Naher Osten und Frieden“…
Zum Hörbuch: zum eigentlichen Inhalt ist alles bekannt: jüdische Frau zieht von der Schweiz nach Israel, lernt tollen Mann kennen, Hochzeit, Kind, Mann findet den ultra-orthodoxen Glauben, Ehekrise, Scheidung, Flucht….so weit so gut. Interessant dabei ist schon, wie sehr sich die Lebensvorstellungen vom radikal Gläubigen zum gemäßigten Gläubigen unterscheiden, dass tägliche Miteinander und Leben bestimmen und wie die Flucht mit Kind gelingt. Mit der erfolgreichen Flucht (bei der schon einiges auf dem Spiel steht) ist es aber nicht vorbei. Nun folgt ein langer Gerichtsstreit über mehrere Instanzen, wobei das Wohl und Glück des Kindes mehr als einmal auf die Kippe stehen und das ist das wirklich Erschreckende an der Story. Der Spruch „Andere Länder, andere Sitten“ ist mit Sicherheit jedem bekannt und dies bezieht sich auch auf die Gesetze anderer Länder. Das sich diese Gesetzgebungen nicht immer unbedingt mit den Richtlinien des Mutterlandes decken, dürfte dabei nicht überraschen. Das man aber vom eigenen Staat, dem Mutterland juristisch ein Messer in den Rücken bekommt, fand ich schon sehr erschreckend. Die Rechtsprechung der Schweiz wurde von dessen Richtern so ausgelegt, wie ich es von einem liberalen und europäischen Staat niemals erwartet hätte…
Es ist ein sehr interessantes und sehr gutes Hörbuch. Die Sprecherin passt dazu, wie die Faust aufs Auge und macht dabei einen sehr guten Job…
TOP-Bewertung von mir und nur wärmstens zu empfehlen!!!
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- Stefan

Sehr lehrreiches Buch, erschreckende Justiz

Ein Artikel von "die Welt" vom 3.2.21013 schrieb eine tolle Inhaltsangabe dieses Hörbuchs, die ich hier gerne z.T. zitieren möchte: "in diesem Hörbuch geht es um eine jüdische Europäerin, die einen Israeli heiratet... Doch dann prallen Kulturen, Lebensentwürfe, Egos aufeinander – und aus Liebe wurde Hass. Isabelle Neulinger fühlte sich zum Äußersten genötigt: ihren eigenen Sohn zu kidnappen und zu fliehen, zurück in das Land ihrer Eltern. Aber auch dort, in der Schweiz, war der Albtraum noch lange nicht vorbei. Denn Isabelle Neulinger war nun eine von Interpol gesuchte Kindesentführerin. Und es begann ein kräftezehrender, finanziell ruinöser Kampf um das Sorgerecht für Noam." Dieses (Hör)Buch war für mich sehr lehrreich, es gab mir einige Einblicke in das Judentum insbesondere in die strikten Regeln dieser Religion. Für mich unfassbar dass eine gebildete und weltoffene Frau auf Bitten ihres Mannes die Regeln der Familienreinheit nachgeht und dies als "kleinen Kompromiss" abtut. So einer Bitte könnte ich auch aus Liebe nicht nachkommen, hiesse es für mich einzugestehen dass nur weil ich menstruiere unrein wäre; wie dumm, beschränkt, hinterweltlerisch und demütigend. Und wieder stelle ich fest, dass Bildung so wichtig ist, um zu verhindern, dass Menschen religiös fanatisch und extrem werden könnten. Denn nur durch Bildung kann man seinen kritischen Verstand einsetzen und für sich entscheiden ob man diese uralten Regeln befolgt oder ob es genügt seinen vernünftigen Menschenverstand einzusetzen. Isabelle N. sagt selber in einem Interview: "Als ich meinem Mann auf einem Teil des Weges in die Religion folgte, hatte ich das Gefühl, etwas Geheimes, Göttliches und Mystisches zu berühren. Ich dachte, das ist ein Teil meines Judentums, der mir bisher entgangen war. Aber diese Illusion musste ich aufgeben, denn ich habe Zwang und Nötigung erfahren, statt Spiritualität und Schönheit. Das war für mich eine sehr große Enttäuschung." Zu meinem Entsetzen lernte ich über diese Geschichte auch, dass die Ultraorthodoxen in Israel vom Staat abhängig sind und nicht verpflichtet sind, die allgemeinbildenden Fächer zu lernen. Sie lernen nur Religiöses. Das heißt, ein Teil der Bevölkerung schert sich nicht um die Demokratie, sie versteht sie übrigens auch nicht (laut Isabelle N. in einem Interview) Zur juristischen Seite: Isabelle N. geht durch alles Instanzen der Justiz um Ihren Sohn in der Schweiz behalten zu können. Ihr wird zwar 2x recht gegeben doch Ihr Ex-Mann geht jedes Mal in Berufung...hier frage ich mich wer das Geld bezahlte, denn Ihr Ex-Mann ist mittellos, geht keiner Arbeit nach und wirbt nur um Anhänger der Chabad-Lubawitsch-Gemeinschaft.(!!!) Zum ersten Mal in der Geschichte eines supranationalen Gerichtes wurde das Recht einer Kidnapper-Mutter anerkannt. Und dies war das erste Mal in der internationalen Justizgeschichte, dass das Interesse des Kindes höher bewertet wurde als alle andere: höher als internationale Verträge, als die Gesetze des Landes. Also ein sehr wichtiger Urteilsspruch, der die Auslegung des Familienrechts und des internationalen Privatrechts stark beeinflusst. (Das Urteil wurde 2010 ausgesprochen)
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- Vogelgesang

Weitere Infos zum Titel

  • Erscheinungsdatum: 13.03.2013
  • Verlag: SAGA Egmont