Secondhand-Zeit

  • von Swetlana Alexijewitsch
  • Sprecher: Wolf-Dietrich Sprenger, Marlen Diekhoff, Bettina Stucky, Cedric von Borries, Markus Boysen, Achim Buch
  • 10 Std. 16 Min.
  • gekürztes Hörbuch

Beschreibung

Der Kalte Krieg ist seit über zwanzig Jahren vorbei, doch das postsowjetische Russland sucht noch immer nach einer neuen Identität. Während man im Westen nach wie vor von der Gorbatschow-Zeit schwärmt, will man sie in Russland am liebsten vergessen. Inzwischen gilt Stalin dort vielen, auch unter den Jüngeren, wieder als großer Staatsmann, wie überhaupt die sozialistische Vergangenheit immer öfter nostalgisch verklärt wird.
Für Swetlana Alexijewitsch leben die Russen gleichsam in einer Zeit des "secondhand", der gebrauchten Ideen und Worte. Wie ein vielstimmiger Chor erzählen die Menschen von der radikalen gesellschaftlichen Umwälzung in den zurückliegenden Jahren.

Es lesen: Cedric von Borries, Markus Boysen, Achim Buch, Marlen Diekhoff, Bernd Grawert, Franziska Hartmann, Hans Löw, Julia Nachtmann, Karin Neuhäuser, Jörg Pohl, Stephan Schad, Hildegard Schmahl, Birte Schnöink, Wolf-Dietrich Sprenger, Bettina Stucky, Angelika Thomas, Oda Thormeyer, Philipp Zemmrich und Sebastian Zimmler.

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Tief berührend

In Zeiten der Aufmerksamkeitsökonomie ist man mißtrauisch gegenüber Preisen - Wozu dienen Sie - der Ehre des Autors, oder dem Verkauf? Auch einer der wertvollsten und ältesten Preise ist gegen dieses Misstrauen nicht gefeit. Der Literaturnobelpreis für die Weissrussin Swetlana Alexijewitsch, der Sie in eine Reihe mit Thomas Mann, Heinrich Böll oder Toni Morrrison stellt ist aber ohne Zweifel höchst verdient. Kein Buch der letzten 5 Jahre hat mich so berührt wie dieses. Sie beschreibt die Epoche der Kommunistischen Herrschaft in der Sowjetunion aus Sicht einfacher Bürger in Form aufeinanderfolgender Interviews, deren Fragen selten oder gar nicht erwähnt werden, die aber den Antworten großen Raum einräumt. Die Interviewten kommen so ins Erzählen und er entsteht in der Gesamtdarstellung ein Abbild dieser repressiven Zeit. Da liest man keine komponierte einfach zu konsumierende Geschichte mit klarem Handlungsstrang, sondern Lebensgeschichten von völlig unterschiedlichen Menschen, die nicht miteinander in Beziehung stehen. So werden manchmal erst seitenweise Kleinigkeiten eines Lebens geschildert, um dann plötzlich ohne Vorankündigung Brutalitäten der Zeit mit brachialer Wucht zu offenbaren - Brutalitäten, die Menschenleben zerstört und Unrecht zementiert haben. Viele dieser Geschichten sind Musterbeispiele der "Banalität des Bösen", wie Hannah Arendt den Fall Eichmann so prägnant genannt hat, Beispiele wie Sie nur in Dikaturen ohne Gewaltenteilung entstehen können. Es ist keine einfache Unterhaltung, aber ich habe das Buch trotz der schwierigen Stoffs kaum aus der Hand legen können. Die Lebensgeschichten waren zu spannend und man spürte die starken Emotionen der Menschen, sobald Sie auf ihr Leben zurückblickten. Die Botschaft dieses Buches, und das fühlt man auch wenn man es liest, ist die, dass wir Mitteleuropäer in unserem bisherigen Leben doch in einer sehr friedvollen und auch ziemlich gerechten Zeit leben durften. Alle, die mit "starken" Männern oder Frauen (Erdogan, Putin, Trump, Meuthen, Wagenknecht) dieser Zeit liebäugeln könnten hier klar sehen wohin fehlende Kontrolle der Macht führen kann und welche Folgen das für Andere oder Sie selbst haben kann.
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Hilft zu verstehen.

Hatte anfangs Schwierigkeiten, mich an den Stil und die Vorlesenden zu gewöhnen, nach einiger Zeit ging es. Der Inhalt ist sehr aufwühlend und half mir, Land und Leute besser zu verstehen, da ich gerade in Russland unterwegs war. Empfehlenswert, wenn einen die Seele der Russen interessiert
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- Claudia

Weitere Infos zum Titel

  • Erscheinungsdatum: 18.11.2015
  • Verlag: HörbucHHamburg HHV GmbH