Tiere denken: Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen

  • von Richard David Precht
  • Sprecher: Ernst Walter Siemon
  • 14 Std. 35 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Können wir wirklich so weitermachen? Wie sollen wir mit Tieren umgehen? Wir lieben und hassen, wir verzärteln und essen sie. Doch ist unser Umgang richtig und moralisch vertretbar?

Richard David Precht untersucht mit Scharfsinn, Witz und Kenntnisreichtum quer durch alle Disziplinen die Strukturen unserer Denkmodelle. Ist der Mensch nicht auch ein Tier - und was trennt ihn dann von anderen Tieren? Welche Konsequenzen hat das für uns? Precht schlägt einen großen Bogen von der Evolution und Verhaltensforschung über Religion und Philosophie bis zur Rechtsprechung und zu unserem Verhalten im Alltag. Am Ende steht eine aufrüttelnde Bilanz. Ein Anstoß dazu, Tiere neu zu denken und unser Verhalten zu ändern.

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Beschreibung von Audible

Darf der Mensch alles mit den Tieren tun, nur weil er es kann?Der Mensch als Krönung der Schöpfung, dem alle anderen Lebewesen Untertan sind: Dieses Bild bestimmt nach wie vor das Denken und Handeln im Umgang mit Tieren. Sie vegetieren in Massenanlagen, um auf dem Teller zu landen. Sie leiden in Labors und werden entsorgt, wenn sie nichts mehr nützen. Ist das alles die vertretbare Folge der Evolution? Nein, sagt Richard David Precht in seinem Hörbuch "Tiere denken: Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen".
Auf kluge und gleichsam unterhaltsame Weise beleuchtet der Philosoph das Verhältnis zwischen Tieren und dem Menschen, der ja letztlich auch ein Tier ist - wenn auch ein denkendes. Richard David Precht geht dabei auf historisch gewachsene Sichtweisen ebenso ein wie auf gegenwärtige ethische Fragen. Nicht zuletzt die eindringliche Stimme des erfahrenen Sprechers Ernst Walter Siemon macht "Tiere denken: Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen" zu einem Hörbuch, das zum Nachdenken und Neudenken anregt.

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Adolph Freiherr von Precht

Man mag von der Behauptung eines Sonderstatus des Homo Sapiens halten was man will: Das ist unsere Bürde als dominierende Gattung: Wir können gar nicht umhin unser Verhältnis zu den Vertretern der anderen Spezies immer wieder zu überdenken und neu auszurichten. In unserem Macht-Verhältnis zu allen nichtmenschlichen Tieren wird es immer (auch) um die Frage gehen welche Rechte wir zubilligen, welche Rechte wir einräumen. War es nicht Richard David Precht selbst der einmal angemerkt hatte das der Mensch das einzige Wesen das die Mitglieder anderer Spezies in die Pfanne haut?Noch nie hätte sich ein Hund, noch nie hätte sich eine Katze ehrenamtlich in einem Menschenschutzheim engagiert. Und das schreibe ich als großer Tierfreund.
Wir sind die abgründigste, widersprüchlichste, rätselhafteste und gewalttätigste Spezies in der Geschichte allen bisherigen irdischen Lebens.
Wir sind die einfühlsamste, fürsorglichste, leidens- und mitleidensfähigste Spezies in der Geschichte allen bisherigen irdischen Lebens.
Der tierphilosophische, tierethische Diskurs ist in seiner öffentlichen Präsenz ein ermutigendes Zeichen für einen im Gange befindlichen Bewusstseinswandel. Davon bin ich fest überzeugt.
Ich bin Herrn Precht für seine Vermittlerdienste sehr dankbar: Aus der Lektüre jedes seiner Bücher gehe ich bereichert hervor. Auch "Tiere denken" imponiert mit einem dialektischen Feuerwerk an Argumenten, hochgebildeter, multidisziplinärer und gewitzter Zitatologie, verblüffenden und erstaunlichen Perspektiven: Das Meisterwerk der Evolution? Der Krake!, glasklarer Sprache und einer überbordenden Fülle an Anregungen, Ideen, Provokationen und Einsichten.
Den Vortrag von Herrn Siemon war mir gut eingängig.
Ich weiß es nervt. Sei es drum: Hier zitiere ich. Ich kann nicht anders:"Der Gerechte erbarmet sich auch seines Viehes - das ist ein vortrefflicher Spruch ja, der edle, der gerechte Mann martert kein lebendiges Wesen...daß ein Tier ebenso schmerzhaft Mißhandlung, barbarischen Mißbrauch größerer Stärke und Wehe fühlt als wir, und vielleicht noch lebhafter, da seine ganze Existenz auf sinnlichen Empfindungen beruht; daß diese Existenz vielleicht seine erste Stufe ist, um auf der Leiter der Schöpfung dahinauf zu steigen, wo wir jetzt stehen; daß Grausamkeit gegen unvernünftige Wesen unmerklich zur Härte und Grausamkeit gegen unsere vernünftigen Nebengeschöpfe führt - wenn sie doch das alles fühlen und ihr Herz dem sanften Mitleiden gegen alle Kreaturen eröffnen wollten!"(Adolph Freiherr von Knigge - Über den Umgang mit Menschen)
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- doktorFaustus "Lies, um zu leben!Mein großer Hörbuchtraum: Der Graf von Monte Christo - ungekürzt. Gespielt von Uve Teschner"

Das geht uns alle an! Unbedingt hörenswert!

Als ich las, dass Richard David Precht ein neues Buch geschrieben hat mit dem Titel „Tiere denken“ dachte ich zuerst: Nanu, springt er nun auf den Bucherfolg von Peter Wohllebens Titel „Das Seelenleben der Tiere“ auf? Doch das konnte ich mir beim besten Willen nicht von Richard David Precht vorstellen. Als ich dann das erste Mal den vollständigen Titel sah, nämlich: „Tiere denken: Vom Recht der Tiere und den Grenzen der Menschen“ war mir klar, dass es hier nicht darum geht zu beweisen, dass Tiere denken, sondern um etwas ganz anderes. Und das war dann wieder genau das, was ich an Precht so sehr schätze: Seine hinterfragende, geschichtlich fundierte Sichtweise, wie und warum Dinge heute so sind, wie sie sind und noch viel wichtiger: Ist unsere heutige Sichtweise moralisch noch vertretbar, logisch nachvollziehbar, überhaupt noch akzeptabel, gut oder verachtend, gerecht oder völlig desolat – nun, die Liste könnte man noch schier endlos weiterführen.

Richard David Precht hat sein Buch in vier Bereiche aufgeteilt.
1. Das Menschentier
Hier geht es um die biologische Sicht
2. Das Tier im Auge des Menschen
Hier beschreibt er unser Bild der Tiere in der Kulturgeschichte, der abendländischen Philosophie
3. Eine neue Tierethik
Hier hinterfragt er die moralische Vertretbarkeit unseres Handelns
4. Was tun?

Ich lauschte jedem einzelnen der vier Kapitel sehr genau und gewann dadurch sehr viele neue Erkenntnisse. Seine Art Dinge zu erklären und Zusammenhänge verständlich zu machen, finde ich immer wieder hervorragend. Auch hat er kein Thema unangesprochen gelassen, soweit ich das beurteilen kann. Er hat derart viele Aspekte und Sichtweisen hinterfragt, zerlegt, gar zerpflückt, dass man wirklich von äußerst umfassender Information sprechen kann. Und diese Informationen ergeben zusammen ein Bild, bei dem sich jeder Mensch selbst fragen muss: Was tue ich da eigentlich?

Auch betrachtet er unser geltendes Tierschutzgesetz genauer. Ich muss gestehen, ich war entsetzt. Wähnte ich mich doch immer in der vagen Bequemlichkeit, dass wir ja immerhin ein Tierschutzgesetz haben. Ich dachte immer, man müsse daran sicher noch vieles verbessern, wenn man von all den Massentierhaltungen und Tierversuchen liest. Doch wie „desolat“ dieses unsere Tierschutzgesetz tatsächlich ist, war mir in keinster Weise bewusst. Gerne warf ich auch Tierschutz und Tierrecht in einen Topf. Nun, auch das werde ich in Zukunft lassen.

Themen wie Tiere im Zoo, die Jagd, Tiere auf unserem Teller, Tiere zum Zwecke der medizinischen Forschung, Erhaltung der Artenvielfalt – er geht sie alle an und hinterfragt kritisch. Und natürlich bleibt auch nicht die Frage offen, wie er selbst zu Tieren und unserer Behandlung/Misshandlung dergleichen gegenüber steht.

Richard David Precht ist mit seinem neuesten Buch wieder einmal gelungen, dass man gründlicher nachdenkt, selbst dann doch auch tiefer sein eigenes Tun hinterfragt und im besten Falle auch eine Entscheidung im Sinne der Tiere fällt. Der Trend zu vegetarischer und auch veganer Ernährung ist nun ja nicht mehr neu, doch ich denke, er könnte nun – da dieses Buch erschienen ist und es hoffentlich ganz viele Menschen lesen/hören werden – noch schneller voranschreiten oder zumindest zu einem bewussteren Verzehr führen. Das wäre zwar erst die erste Stufe von vielen, die noch erklommen werden sollten, doch bekanntlich fängt ja jede Reise mit dem ersten Schritt an.

Den Sprecher Ernst Walter Siemon fand ich sehr gut. Er hat eine angenehme Stimme, der man stundenlang zuhören kann. Und das ist gerade bei diesem Buch sehr wichtig. Denn auf der einen Seite ist es sicherlich keine leichte Kost und auf der anderen Seite fesselt es aber auch derart, dass man kaum pausieren möchte.

Und wenn ich von einem Hörbuch derart voll des Lobes bin, dann hat es natürlich auch einen Platz auf meiner Bestenliste verdient. Es ist ein wichtiges Buch, ein Buch, dass wirklich jeder kennen sollte. Denn dieses Thema geht uns alle an.
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- Ute "Ein Leben ohne Hörbücher ist möglich, aber sinnlos."

Weitere Infos zum Hörbuch

  • Erscheinungsdatum: 14.10.2016
  • Verlag: Der Hörverlag