Inhaltsangabe

Nordisland 1828. Die Tat war grausam: zwei Männer erschlagen, erstochen und verbrannt. Angeklagt und zum Tode verurteilt wird Agnes Magnúsdóttir, eine Magd von Mitte 30. Die letzten Monate vor ihrer Hinrichtung soll sie auf dem Hof eines Beamten und seiner Familie verbringen. Entsetzt darüber, eine verurteilte Mörderin in ihrem Haus zu haben, meidet die Familie jeglichen Kontakt. Nur der junge Dekan Tóti, der die Verurteilte auf den Pfad der Wahrheit und der Buße führen soll, spricht mit ihr.

Als dann der Winter naht und die Gemeinschaft in der schroffen Landschaft zusammenrücken muss, enthüllt sich Agnes' Geschichte vollständig und die Familie muss feststellen, dass das, was sie für wahr hielt, vielleicht nicht stimmt...
©2014 Droemer Verlag. Ein Unternehmen der Droemerschen Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. GmbH und Co. KG, München. Übersetzung: Leonie Reppert-Bismarck, Thomas Rütten. (P)2014 Hörbuch Hamburg HHV GmbH, Hamburg
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Kundenrezensionen

Hilfreichste
5 out of 5 stars
Von Sunsy Am hilfreichsten 09.09.2014

Die Spannung entsteht im Kopf

Wie die Autorin in ihrem Nachwort erklärt, fußt dieser Roman auf historischen Tatsachen. Dieser Fall hat sich einst wirklich zugetragen, und das gibt dem Buch in meinen Augen noch einen zusätzlichen Schuss Grauen.

Zwischen historischen Dokumenten zum Plot und den Protagonisten wechselnd, und hier teilweise auktorial im Erzähler-Modus und als Agnes in der Ich-Form pendelnd, ist dieses Buch allein schon aufgrund der unterschiedlichen Stile etwas Besonderes.

Richtig überraschend war eigentlich nichts, denn die Inhaltsangabe gibt dem Leser/Hörer schon alles an Fakten in die Hand. Doch interessieren uns Literaturverrückte ja nicht Tatsachen allein, wir sehen gern hinter die Kulissen, wollen alles ganz genau wissen und sehen begierig zu. Da sind also 3 Menschen zum Tode verurteilt worden. Da ich über Island im 19. Jahrhundert so gut wie nichts wusste, ging ich zunächst davon aus, dass es vielleicht keine richtige Gerichtsverhandlung gab und eventuell nicht alle schuldig sein müssen. Mein Verdacht erhärtete sich, als ich mit dem inneren Auge zusehen musste, wie Agnes behandelt wird, wie sie bevor sie auf den Kornsauhof kam, schlimmer als ein tollwütiges Tier gehalten wurde. Mein Verdacht, sie habe vielleicht überhaupt keine Möglichkeit der Verteidigung gehabt, war also nicht ganz unbegründet.

Wenn die Spannung auch nicht zum Greifen war und unter der Haut prickelte, sondern sich im Kopf herauskristallisierte, das Buch hat Atmosphäre, und dieser Fall packte mich und ließ mich nicht mehr los. Zudem erfahren wir einiges über das Leben in Island im 19. JH, als das Leben noch wirklich schwer und das Überleben nicht immer gesichert war, und das völlig ohne eine reißerische Sprache zu verwenden. Und DAS geht unter die Haut.

Zu den Sprechern:

Dass die HörbucHHamburg HHV GmbH zwei Sprecher hat einlesen lassen, war absolut perfekt. Dass beide auch noch das Isländische zu beherrschen scheinen, ist das Non plus Ultra schlechthin. Sachlich, manchmal ein wenig schwermütig, aber auch voller Emotionen – ein Wechselbad der Gefühle und Perspektiven. Ein Ohrenschmaus!

Ich gebe beeindruckte 09/10 Punkte.

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20 von 20 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

5 out of 5 stars
Von Ute Am hilfreichsten 05.10.2014

Geht einem unter die Haut

Dieses Hörbuch ist nicht geeignet, um es nebenbei zu hören. Sehr schnell wird einem klar, dass man es hier mit einer außergewöhnlichen Geschichte zu tun hat, die einem sehr an die Nieren geht. Zu wenn man weiß, dass sich diese Geschichte tatsächlich in Nordisland im Jahr 1828 so zutrug. Um was es geht, wird oben schon grob beschrieben. Das besondere an diesem Buch ist die Erzählweise. Teils werden Fakten nüchtern dargestellt, dann wieder wechselt es in den Modus eines Erlebnisberichts von Agnes, teils werden Begebenheiten erzählt. Das gibt Abwechslung und sorgt für verschiedene Blickwinkel.

Die Geschichte kommt ohne Schnickschnack daher. Es werden keine blutrünstigen Beschreibungen benötigt um das Grauen im Kopf ganz klar entstehen zu lassen. Und es graust einem wirklich ob der Behandlung, die Agnes widerfährt.

“Das Seelenhaus” ist kein Buch, bei dem ich sagen würde: Das musst du unbedingt lesen/hören! Es ist vielmehr ein Buch, das schockiert, das entsetzt, das aber gerade durch seine außergewöhnlich düstere Atmosphäre tief bewegt und entsetzt. Wer sich darauf einlassen mag wird es nicht bereuen. Denn solche Juwelen findet man selten.

Die beiden Sprecher passten sehr gut zu ihren jeweiligen Rollen. Somit kann ich an diesem Buch absolut nichts finden, was ich “bemängeln” könnte.

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11 von 11 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

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