Inhaltsangabe

Prof. Dr. Carl Friedrich von Weizsäcker beschäftigte sich u. a. mit der Verantwortung der Wissenschaft im Atomzeitalter; philosophische und politische Themen gelangten immer stärker ins Zentrum seines Denkens und Schreibens. 1946 wurde er Abteilungsleiter des Max-Planck-Instituts für Physik in Göttingen. Ab 1969 war er Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg. Die Entwicklung des Universums und die des Menschen in diesem Universum stehen im Mittelpunkt einer Vorlesungsreihe, die Carl Friedrich von Weizsäcker 1946 in Göttingen gehalten hat. Eine zentrale Rolle spielen dabei die physikalischen Gesetze, die die Geschichtlichkeit der Natur bedingen. Der Autor entwickelt ein grundlegendes Weltbild jenseits hermetisch abgegrenzter Spezialgebiete. Dabei wird deutlich, dass sich Wissenschaftler der Verantwortung für die Wirkung ihres Tuns nicht entledigen können.
Der Astrophysiker Prof. Dr. Harald Lesch stellt Bezüge zum neuesten Stand der Wissenschaften her.
(c)+ (p) 2007 Komplett-Media GmbH
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Kundenrezensionen

Hilfreichste
5 out of 5 stars
Von Mirko Einhorn Am hilfreichsten 08.09.2007

C.F. von Weizsäcker 1912 - 2007

Am 28. April dieses Jahres ist Carl Friedrich von Weizsäcker gestorben. Alle, die sich noch ganz anachronistisch als „Bildungsbürger" verstehen, sollten dies zum Anlass nehmen, sich einmal mit seinem Denken auseinanderzusetzen. Eine gute Gelegenheit gibt dazu das vorliegende Hörbuch. Es bietet den Text einer ursprünglich bereits 1946 gehaltenen und später überarbeiteten Vorlesung, ergänzt um eine aktuelle Einleitung von Harald Lesch. Wie Lesch dort bemerkt, haben die zentralen Gedanken des Buches auch nach 60 Jahren nichts von ihrer Bedeutung und Aktualität eingebüsst. Wie aber kann das angesichts der wissenschaftlichen Entwicklung der letzten Jahrhunderthälfte möglich sein? Diese Frage führt uns unmittelbar zum dem, was von Weizsäcker so bedeutend macht. Die Wissenschaft unserer Zeit bleibt an der Oberfläche, sie hinterfragt sich nicht mehr selbst, sie gibt sich nicht Rechenschaft über ihre Grundbegriffe. Der Wissenschaftsbetrieb interessiert sich für das Machbare, aber nur selten für die Konsequenzen für unser Weltbild. Der letzte große Paradigmenwechsel der Physik wurde schon vor mehr als 100 Jahren durch Plancks Entdeckung der Lichtquanten eingeleitet, die später in der Entwicklung der Quantenmechanik mündete, deren Entstehung von Weizsäcker als Schüler Heisenbergs unmittelbar miterleben konnte. Obwohl wir dieser Entwicklung die Errungenschaften unseres Informations- und Computerzeitalters verdanken, haben sie in unserem Weltbild kaum eine Spur hinterlassen. Unsere Weltwahrnehmung ist noch immer die materialistische des 19ten Jahrhunderts. Den verheerenden Folgen dieser Diskrepanz war sich von Weizsäcker wie kaum ein zweiter bewusst. Er versuchte in großen Zusammenhängen zu denken, zu verstehen, was die Ergebnisse der Wissenschaft bedeuten und, wie im vorliegenden Buch, uns die Natur als Einheit darzustellen. Dieses Streben nach der Zusammenschau ist es, was unserer Zeit schmerzlich fehlt und worum sich von Weizsäcker als einer der letzten ernsthaft bemühte.

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11 von 11 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

5 out of 5 stars
Von M.R. Am hilfreichsten 05.10.2007

Ein beeindruckendes Hörbuch

Hier zeigt Herr Lesch mit guter Lesestimme, dass er auch die Gedanken anderer gut wiedergeben kann, obwohl man ja weiß, dass viele, wenn nicht gar die meisten Gedanken von Herrn Weizsäcker wohl auch die seinen sind.Die Geschichte der Natur befasst sich nicht nur mit der physischen Natur sondern geht über die Philosophie bis hin zur Religion und gibt einen recht interessanten Überblick über die Ansichten von Herrn Weizsäcker und teilweise auch die der wohl damals vorherrschenden Diskussionen in Naturwissenschaft, Philosophie und Religion. Auch wenn manche Informationen schon durch neuere Erkenntnisse überholt sind, ist das Buch sehr hörenswert, da es übergreifende Einblicke in die Weltanschauungen Herrn Weizsäckers gibt und nicht bei der Astrophysik stehen bleibt.

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6 von 6 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

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