Inhaltsangabe

Audie Award Finalist, Narration by the Author or Authors, 2014
Audie Award Finalist, Fiction, 2014
Sussex, England: A middle-aged man returns to his childhood home to attend a funeral. He is drawn to the farm at the end of the road, where, when he was seven, he encountered a most remarkable girl, Lettie Hempstock. He hasn't thought of Lettie in decades, and yet sitting by the pond (a pond that she'd claimed was an ocean), the unremembered past comes flooding back. Forty years earlier, a man committed suicide in a stolen car at this farm at the end of the road. Like a fuse on a firework, his death lit a touchpaper and resonated in unimaginable ways. The darkness was unleashed, something scary and thoroughly incomprehensible to a little boy. And Lettie - magical, comforting, wise beyond her years - promised to protect him, no matter what.
A groundbreaking work from a master, The Ocean at the End of the Lane is told with a rare understanding of all that makes us human, and shows the power of stories to reveal and shelter us from the darkness inside and out. A stirring, terrifying, and elegiac fable as delicate as a butterfly's wing and as menacing as a knife in the dark.
©2013 Neil Gaiman (P)2013 HarperCollinsPublishers
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Kundenrezensionen

Hilfreichste
5 out of 5 stars
Von Simone Am hilfreichsten 20.08.2013

Großartig, eben Gaiman

Er ist ein erwachsener Mann und kehrt nach langer Zeit für eine Beerdigung zurück an den Ort seiner Kindheit. Und beginnt sich zu erinnern. Auch an die Hempstocks, die auf einer Farm am Ende der Straße lebten. Seine Freundin Lettie Hempstock und ihren Ozean, der eigentlich ein Teich ist. Dann erinnert er sich plötzlich wieder an alles, was er lange verdrängt hatte. Den Untermieter, der sich das Leben nahm. Das unheimliche Wesen, das er mit Lettie im Wald fand und das einen Weg in ihre Welt suchte. Und in seinem Fuß fand. Das seltsame Kindermädchen Ursula Monkton, von dem nur er und Lettie wussten, was sie wirklich war. Das furchtbare Ende ihres Abenteuers.
„The Ocean at the End of the Lane“ ist eine lange Kurzgeschichte. Das merkt man auch an einigen Stellen, zum Beispiel werden kaum Personen näher beschrieben oder gar länger eingeführt. Der Leser landet sofort in der Geschichte. Was mich überhaupt nicht störte. Die Zielgruppe ist auch eindeutig ein jüngeres Publikum, obwohl einige gruselige Elemente für junge Leser nicht ganz ohne sind, ganz zu schweigen vom Ende. Es gibt einige Stellen, an denen ich sehr mit dem siebenjährigen Jungen mitlitt.
Wie gewohnt entführt Neil Gaiman seine Leser und Hörer mit einer wunderbaren Sprache in eine Welt die unsere ist und auch wieder nicht. Denn es gibt so vieles, was hinter dem Vorhang lauert und nur von wenigen wahrgenommen wird. Das macht die besondere Atmosphäre auch dieses Buches aus.
Als ganz besonderes Schmankerl liest Neil Gaiman die englische Version dieses Hörbuchs selbst. Er gehört zu den wenigen Autoren, die tatsächlich beides können, schreiben und lesen. Stimme, Betonung, Geschwindigkeit, hier passt einfach alles und lässt einen innerhalb von Sekunden in dieser unheimlichen Welt versinken.
Ein großartiges Hörbuch, das ich jedem empfehlen kann, der leicht fantastisch angehauchte Versionen unserer Welt mag.

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6 von 6 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

5 out of 5 stars
Von querbeet Am hilfreichsten 04.07.2013

Dunkles Märchen für Erwachsene

Der 1960 geborene Brite Neil Gaiman lässt sich nur in eine Schublade pressen: Er ist irgendwie anders. Als Comic-Schreiber hat er begonnen, und dazu kommen inzwischen nicht nur preisgekrönte Romane, sondern auch Graphic Novels, Essays, Kurzgeschichten und Drehbücher. Seine Geschichten sind meist Grenzgänger zwischen Realität und Phantasie, oft in Form von parallelen Welten, die sich berühren.

So war das im GRAVEYARD BOOK, meiner ersten Begegnung mit Neil Gaiman. Und so ist das auch mit THE OCEAN AT THE END OF THE LANE. In der Straße, wo sich die gesamte Geschichte ereignet, wohnen ganz reale Menschen: unser namenloser Erzähler mit seinen Eltern und seiner Schwester. Es geschehen ganz reale Dinge: Das Geld ist in finanziell schwierigen Zeiten knapp, Untermieter gehen deswegen im Haus ein und aus, und hinter der Farm ganz am Ende der Straße gibt es einen ganz realen Ententeich, den Lettie immer ihren ‘Ozean’ nennt.

Aber dann findet man in der Straße eine Leiche, Alpträume plagen den kleinen Jungen, und er landet auf Lettie’s Farm. In ihrer Küche sitzend, bei frischer Kuhmilch und einem Stück Honigwabe, erzählt Lettie’s Großmutter ganz selbstverständlich, dass sie schon lebte, als der Mond entstand. Das Erstaunliche: Man glaubt ihr sofort und findet das kein bisschen seltsam! Ohne den geringsten Zweifel und ohne damit hinter dem Berg zu halten, tritt neben dem Bösen das Magische, Übernatürliche, Alte und Gute in diese Geschichte. Ach was. Es tritt nicht ein – es ist einfach schon immer dagewesen.

Der Siebenjährige erfährt, dass es das Böse wirklich gibt. Und dass die Erwachsenen – sogar seine eigenen Eltern! – es nicht erkennen können und auch nicht in der Lage sind, ihn davor zu beschützen. Viel, viel Gänsehaut schleicht sich auf die Haut des Hörers. Alles kommt wieder zurück aus der eigenen Kindheit, aus er überbordenden Vorstellung und den Alpträumen. Aber hier ist es real!

Gaiman’s Geschichte ist aus der Sicht eines erwachsen gewordenen Kindes geschrieben, aber sie ist nicht FÜR Kinder. Zu beängstigend und dunkel ist das, was er da auffährt. Zu dicht geht das an die eigenen Gespenster der Kindheit heran.

Nicht, dass man sich dauernd hinter einem Kissen verstecken möchte, nein. In Gaiman’s märchenartiger Erzählung liegt neben viel Dunkelheit auch viel Nostalgie. Rituale, magische Worte, Bücher (!), Freundschaft, wie sie nur Kinder kennen – es keimt auch viel Wehmut auf. Nicht nur die Angst, sondern auch alles, was dagegen hilft, spielen mit. Voller Phantasie und auch voller Humor steckt diese Zeitreise in die Erinnerung. Nur wird das Sichere und Geborgene immer durchzogen von Unheil, gegen das es kein wirkliches Gegenmittel zu geben scheint.

Manchmal scheint es mit Gaiman etwas durchzugehen. Manchmal wird es so phantastisch, dass es nicht mehr wirklich erschreckend ist. Tatsächlich ist eine der beängstigendsten Szenen des Hörbuchs eine sehr realistische, eiskalte Eskalation erwachsener Autorität. So beängstigend, dass man sich fragt, was passieren würde, würde Gaiman einen komplett in der realen Welt angesiedelten Thriller schreiben – man hätte danach wohl weiße Haare.

Aber es bleibt dabei: düstere, mysthische Realo-Märchen schreibt Gaiman wie niemand sonst zur Zeit. Beim Hören fühle ich mich an meinen (leider kürzlich verstorbenen) Lieblingsschriftsteller erinnert: Ray Bradbury. Wie Bradbury ist Gaiman jemand, der kindliche Ängste und dunkle Phantasien nehmen und sie Erwachsenen kalt den Rücken hoch kriechen lassen kann. Wie Bradbury gibt es eine natürliche Koexistenz verschiedener Welten. Beide sind gesegnet mit einem spielerischer Fantasie, die trotzdem weise ist.

Gaiman beendet seine Geschichte mit der Botschaft, dass man das Böse in seine Schranken weisen kann, aber einen Preis dafür bezahlt. Und lässt uns mit dem Gefühl zurück, dass wir tief in uns drin immer noch sieben Jahre alt sind. Und uns – wie der Erzähler – an viel mehr und viel Erschreckenderes erinnern könnten, würde uns nicht jemand davor beschützen.

Zum Sprecher:

Es ist selten eine gute Idee, wenn Autoren ihr Werk selbst als Hörbuch einlesen. Die große Ausnahme: Neil Gaiman! Sein dunkles Timbre und die langsame, dennoch eindringliche Vortragsart mit wunderbar zu verstehender britischer Aussprache machen ihn schon rein technisch zu einem Hörvergnügen.

Dazu kommt ein Talent für verschiedene Stimmfarben, für Akkzente und ungeheuer sympathisch vorgelesene Dialoge. Neil Gaiman hat einen einzigartigen Stil, in dem sich Nachdenklichkeit und Bedeutungsschwere mit Humor und Charme paaren. Dunkelheit und Licht liegen dicht nebeneinander, wenn er spricht – eine Dichotomie, die ganz perfekt zu seinen Geschichten passt.

Neil Gaiman weiß, wie er seinen Worten mit seiner Stimme Ausdruck und Nachhall verleiht. Das kann man auch sehr gut hören, wenn man sich Videos einer seiner vielen Reden anschaut, zu denen er gerne eingeladen wird. Der Mann benutzt seine Stimme und Sprechweise als Instrument. Und das gilt ebenso und umso mehr, wenn er seine Bücher selbst vorträgt.

Ein absoluter Genuß.

Fazit:

Ein dunkles Märchen über die Kindheit, geschrieben für Erwachsene. Eine Reise in verborgene Erinnerungen. Gaiman nimmt uns an die Hand und zeigt uns, wie das Böse in die Welt kommt, und was man tun kann, damit es wieder verschwindet. Dabei helfen urmütterliche Wesen und eine unerschütterliche 11jährige, die schon sehr, sehr lange 11 ist.

Was hilft gegen die Dunkelheit? Wie beschützt man sich als Kind, wenn selbst die Erwachsenen es nicht können? Wie begegnet man der Angst?

Ein ebenso düsterer wie humorvoller kleiner Roman voller Mystik und phantastischer Ideen. Am Ende ist man versucht, die eigenen Erinnerungslücken in Frage zu stellen und sieht Kindermädchen und Ententeiche in einem völlig neuen Licht.

Wundervoll!

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10 von 11 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

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