Der Erbe der Schatten (Weitseher 3) : Weitseher

  • von Robin Hobb
  • Sprecher: Matthias Lühn
  • Serie: Weitseher
  • 41 Std. 6 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Fitz Chivalric hat versagt. Sein skrupelloser Onkel hat den Thron der sechs Provinzen an sich gerissen, und der wahre Herrscher, Prinz Veritas, gilt als tot. Fitz bleibt nur noch eines: Rache! Doch wie soll er bis zu dem Mann vordringen, der ihm alles genommen hat? Einem König, geschützt von Soldaten und Magie? Ohne Rücksicht auf sich selbst, treibt Fitz seine Pläne voran. Da erreicht ihn der Ruf eines Totgeglaubten - Prinz Veritas!

Dieses Hörbuch war bisher unter dem Titel "Der Nachtmagier" erhältlich.

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Bitte bitte auch die folgenden Bücher vertonen!!!

Die folgenden Bücher nach den ersten dreien über Fitz den Weitseher werden ja auf deutscher Sprache leider nicht mehr verlegt, obwohl es wirklich gute Geschichten sind. Vielleicht sind sie einfach schon zu alt und treffen teilweise den aktuellen Fantasygeschmack nicht mehr. Aber es würde mich wirklich freuen, wenn auch die nachfolgenden als Hörbücher vertont würden. Diese ersten drei sind jedenfalls schonmal ganz toll, die Geschichte ist einfach super und ich finde sie auch gut gelesen. Danke!
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- B. G.

Assassin's Quest (1997, Die Magie des Assassinen)

Großartiger Abschluss der Trilogie, mit etwas durchwachsenem Schluss.
Ein geldgieriger(er) Buchverlag hätte aus diesem Band mehrere machen können, denn er zerfällt in mehrere Etappen. Nachdem Fitz' Halbonkel Edel im vorigen Band den König, seinen eigenen Vater, von zweien seiner magischen Handlanger hatte ermorden lassen, und Fitz, der diese Tat ungestüm gerächt hatte, zum Tode verurteilt hatte, unter anderem auch mit dem zutreffenden Vorwurf, mit der "Alten Macht" begabt zu sein, aber auch mit der Behauptung, Fitz sei für den Tod des Königs verantwortlich, entkam Fitz seiner Bestrafung nur durch Selbstmord und gerade durch die Alte Macht, indem seine Seele vorübergehend auf seinen Wolf Nachtauge überging, bis sein Leichnam heimlich von Burrich und Chade wieder ausgegraben und reanimiert wurde (Anima = Seele). Prinz Veritas, rechtmäßiger Thronerbe, gilt als tot, war allerdings, wie Fitz bereits wusste, den Schergen Edel's entkommen und befindet sich immer noch auf der Suche nach den "Uralten", wer auch immer das sein mag.
Und nun, da Fitz sich nicht mehr an seinen Eid dem König gegenüber gebunden fühlt, beschließt er das zu tun, was ich mir schon im vorherigen Band gewünscht hatte: Edel zu töten. Doch es ist zu spät, denn bis Fitz seine Menschlichkeit wiedergefunden hat, vergeht viel Zeit, und Edel hat den Regierungssitz in seine Heimatstadt verlegt, die zum einen in einer der Inneren Provinzen liegt und damit vor den Roten Korsaren sicher scheint, zum anderen viel prachtvoller ist. Nur Fitz kennt alle Fakten, aus denen er Edel's Verbechen rekonstruieren kann, sodass Chade sich anfangs dem neuen Herrscher zur Loyalität verpflichtet fühlt, obwohl auch er von Edel als Verschwörer und vermeintlicher Vertrauter einer Giftmischerin verleumdet und verfolgt wird.
Fitz will sein Überleben natürlich geheimhalten, er beschließt sogar für seine bisherigen Vertrauten als tot zu gelten, um seine Rache auf eigene Faust durchzuziehen, doch auf dem Weg in die neue Hauptstadt, auf dem er nur von seinem Wolf begleitet wird, verrät ausgerechnet "die Gabe" sein Überleben an seine Feinde. Durch einen dummen Zufall halten ihn sogar Burrich und Chade für tot, wie er später erfährt. Töricht, wie er ist, glaubt er sich Edel auf unbekanntem Territorium nähern zu können, Überleben steht für ihn dabei nicht im Vordergrund. Doch natürlich scheitert er zunächst, entkommt jedoch.
Schon unterwegs vernahm Fitz Warnungen von Veritas, seine Gabe zu unterdrücken, die ihm jedoch in seinen Träumen Visionen von Molly und seinen Freunden beschert, und empfing eine Art Dauerauftrag, zu Veritas zu kommen, dem er nun endlich Folge leistet. Dazu muss er zunächst ins Bergreich gelangen, in das auch Veritas' Gemahlin Königin Kettricken und der Narr mit Burrich's und Chade's Hilfe entkommen waren, doch nun hat er auch den gesamten Staatsapparat Edel's auf seinen Fersen. Es gelingt diesem sogar, mit der "Alten Macht" begabte Menschen zur Mitarbeit zu zwingen. Wieder einmal überlebt Fitz die Nachstellungen nur knapp, bevor er in der Hauptstadt in Sicherheit ist.
Dort angekommen wird vieles aufgeklärt, und man beschließt eine kleine Expedition zu entsenden, die Veritas, und möglichst auch die Uralten, aufspüren soll. Edel plant schon seit längerem die Eroberung des Bergreichs, die niemanden zuvor je gelungen ist, er hat die Handelsbeziehungen kappen lassen, was Fitz' Reise zusätzlich erschwert hatte. Die Expedition folgt einer Straße, die auf alten Karten eingezeichnet ist und sie zu phantastischen Orten führt, und man findet auch Veritas, schließlich kommt es zu einer finalen Auseinandersetzung, mehr verrate ich nicht.

Dieser Band unterscheidet sich in seinem Charakter stark von den Vorgängern, denn während Fitz bisher in relativer Sicherheit lebte und ausgebildet wurde, Vertraute unterschiedlicher Art hatte, befindet er sich hier fast permanent auf einer Reise, was durch den Originaltitel (Assassin's Quest) gut getroffen wird. Der Titel der deutschen Erstausgabe hingegen (Die Magie des Assassinen) war ebenso nichtssagend wie es der neue Titel ist. Viele Vertraute von Fitz treten gar nicht mehr persönlich in Erscheinung, nur in seinen Träumen, vorübergehend oder nur am Rande. Wenige neue kommen hinzu, über die ich nichts verraten will. Dafür spielt sein Wolf diesmal eine herausragende Rolle.

Die bisher hier veröffentlichten Rezensionen zeichnen ein negatives Bild, was aber Fantasy-Fans damals ganz anders sahen. Wie in meiner Rezi zu Band 1 erwähnt, errang dieser Band, wie auch schon der zweite, den 5. Platz beim Locus Fantasy Award, der von Fans per Abstimmung vergeben wird. Der erste hatte den 14. erreicht, wobei ich nicht beurteilen kann, ob es wegen oder trotz des damals neuen Pseudonyms der Autorin "nur" der 14. wurde. Zuvor hatte sie unter ihrem (fast) bürgerlichen Namen Megan Lindholm (geb. Margaret Astrid Lindholm) publiziert, wovon bereits vier Fantasy-Romane nominiert worden waren, die Plätze zwischen 8 und 19 belegten, außerdem eine Nominierung für einen SF-Roman (26.). Damit stellt die (erste) Weitseher-Trilogie Hobb's größten Erfolg dar, mit späteren Romanen errang sie noch vier Plätze zwischen 8 und 10, sowie einen 17.
Ich finde den Roman sehr originell und abwechslungsreich. Die Hauptfigur, aus deren Sicht wieder alles erzählt wird, sieht zwar einige frühere Fehler ein, agiert aber weiter ziemlich naiv, naja, Fitz hat wohl nie Krimis oder andere Romane gelesen. Gegen Ende wird es manchmal etwas langatmig, und die Gesetze der "Gabe" erweisen sich als recht verwirrend, anscheinend ist sehr viel davon in Vergessenheit geraten, da selbst Veritas sich als nicht umfassend informiert erweist. Edel hingegen, obwohl nur minimal damit begabt, hatte sich diesbezügliche Schriften angeeignet, was seiner "Kordiale" weitgehende Möglichkeiten beschert. Am Ende überstürzt sich so einiges, Fitz nutzt die Gabe schließlich intuitiv geschickter, als ich es für logisch halte, und stößt durch eigenes Ungeschick und puren Zufall auf die Lösung eines verzwickten Problems, logisch, ja, aber man stöhnt, was, so einfach geht das? Und als man schon davon überzeugt ist, der Kampf gegen die Roten Korsaren würde auf Fortsetzungen vertagt, schildert die Autorin deren erfolgreiche Abwehr, für die Fitz zwar die Grundvoraussetzungen schafft, an der er sich aber selber nicht mehr beteiligt, und erklärt in relativ wenigen Sätzen, was hinter dem barbarischen Verhalten der Roten Korsaren und hinter der "Entfremdung" steckt, eine Erklärung, die für meinen Geschmack nicht zu deren barbarischem Verhalten passt. Fitz zieht sich aus der Gesellschaft zurück und ist, entgegen dem ersten Eindruck (und auch dem Vortrag des Vorlesers), noch recht jung, um die 30, als er seine Chroniken niederschreibt, sodass Raum für Fortsetzungen bleibt, den die Autorin später auch zweimal nutzte. Zumindest die erste, Originaltitel Tawny Man, liegt auch komplett auf Deutsch vor und könnte als Hörbuch erscheinen, siehe unten.
Zwischendurch hab ich das Hörbuch für den SF-Klassiker Neuromancer unterbrochen, dessen letzter Satz (er enthält einen Namen) mir danach öfter in den Kopf kam, tatsächlich passt er auch auf dieses Buch, ich will ja nichts verraten, aber dieser Punkt gehört zu den Aspekten, die ich unlogisch finde, und die das Ende zu einem traurigen machen. Doch die Existenz der Fortsetzungen lässt mich Hoffnung schöpfen.

Technik und Vorleser diesmal fehlerfrei! Zwar wird mal der Name eines deutschen Nationalspielers genannt, doch das gehört zum Roman und sorgte bei mir für einen zusätzlichen Lacher. Okay, der Vorleser betont Sätze nicht immer korrekt, aber das Buch mit seinen verschiedenen Ebenen - Erzähltext, Gesprochenes, Gedachtes, Telepathisches - ist eine große Herausforderung, der er sich mit variabler Stimme gewachsen zeigt. Sein Wolf ist preiswürdig! Die Hörbuchkapitel entsprechen wieder den Buchkapiteln und sind daher meist über eine Stunde lang.

HÖRBUCH-TIPS (viele weitere in meinen anderen Rezensionen, nur einen Klick entfernt):
ZUM EINEN möchte ich diejenigen, die Fantasy-Klassiker schätzen, auf den Shannara-Zyklus von Terry Brooks aufmerksam machen, von dem bisher nur ein Hörbuch auf Deutsch vorliegt, der zweite, in sich abgeschlossene Band der Original-Trilogie, "Elfensteine" von 1982. Der erste Roman, "The Sword of Shannara", ist von 1977 und noch eng an den Herrn der Ringe angelehnt, war dennoch beim Locus-Award in der damals erstmalig separaten Fantasy-Kategorie sehr erfolgreich, belegte Platz 5 - und blieb in dieser Hinsicht Brooks' größter Erfolg. Es ist ein lockerer Zyklus, dessen zweiter Roman einer aktuellen US-Serie als Vorlage dient, aus diesem Anlass hat der deutsche Verlag die ersten zwei Romane nach langer Zeit wieder neu aufgelegt und ebendiesen zweiten Band als Hörbuch herausgebracht, hoffentlich kommt noch mehr an Hörbüchern nach, auch wenn sie etwas altbackener sind. Selbst auf Englisch liegen daher nur die Hälfte aller Shannara-Romane als Hörbuch vor, mehr dazu in meiner dortigen Rezi.
IM GEGENSATZ DAZU sind alle unter dem Pseudonym Robin Hobb (aber keiner unter Megan Lindholm) erschienenen Romane auch im Original als Hörbuch bei Audible erhältlich! Und ich hoffe, es kommen auch auf Deutsch noch Bände hinzu. Die meisten davon spielen in der Welt der Weitseher-Chronik, viele aber drehen sich um andere Figuren, und leider wurden seit 2010 keine mehr übersetzt.
- The Farseer Trilogy - Die Chroniken von Fitz dem Weitseher, auch Weitseher-Zyklus, erschien zuerst bei Lübbe mit den Original-Covern, seit einigen Jahren bei Heyne unter neuen Titeln, nun liegen sie als deutsche Hörbücher vor.
- The Liveship Traders, Trilogy - Die Zauberschiffe, handeln in einem Nachbarland und erschienen auf Deutsch beim Konkurrenzverlag Blanvalet, zuerst halbiert, später ungeteilt.
- The Tawny Man, Trilogy - Die zweiten Chroniken von Fitz dem Weitseher, setzen die erste Trilogie fort, Band 3 im Deutschen geteilt, es existieren anscheinend nur die Lübbe-Ausgaben, obwohl ich vermute, dass die Rechte inzwischen auch bei Heyne liegen.
- The Rain Wild Chronicles, 4 Bände - Die Regenwildnis-Saga, dreht sich wieder um neue Charaktere, nur die beiden ersten Bände erschienen bei Heyne auf Deutsch.
- The Fitz and the Fool Trilogy, bisher zwei Bände erschienen, eine Übersetzung ins Deutsche ist noch nicht abzusehen.
- außerdem die Collection The Inheritance
Zwischen Tawny Man und Rain Wild schrieb sie eine Trilogie, die nicht in dieser Welt spielt:
- Soldier Son Trilogy - Nevare, deutsche Übersetzung erschien zunächst bei Klett, dann bei Heyne.
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- Viktor

Weitere Infos zum Titel

  • Erscheinungsdatum: 28.05.2016
  • Verlag: Ronin - Hörverlag