Inhaltsangabe

Die Erzählung "Geschichte eines Mordes" schildert den Hergang einer Tat, die so nie geplant und erdacht war - eine Tat, welche durch das vorsätzliche und grausame Spielen mit der menschlichen Psyche, einen unvorhersehbaren Ausgang nimmt und die beteiligten Personen ins Verderben stürzt.
©1920 Gemeinfrei (P)2011 Prinzenbuch
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Kundenrezensionen

Hilfreichste
5 out of 5 stars
Von Claudia Kiel Am hilfreichsten 08.02.2015

Ein mutiges Unternehmen

Noch konsequenter als die Erzählung "Ein Mann und eine Magd" kreist die "Geschichte eines Mordes" um die Frage, wie im Bewusstsein eines Menschen – hier eines Kindes – der Drang zur Gewalt entsteht. Ungar lässt seine Erzählung sich fast vollständig an zwei Orten abspielen, einem Friseursalon und einer Kneipe. An beiden erlebt ein Junge, wie sein Vater nach und nach in Paranoia und Alkoholismus getrieben wird. Bedürfnis nach Hohn auf der einen Seite, und die Chance zur Wiederherstellung des Selbstwerts auf der anderen, sind die Triebkräfte eines Unglücks, das am Ende einen Unschuldigen – vielleicht den einzig Unschuldigen in dieser Erzählung – das Leben kosten wird. Erzähltechnisch ein Meisterwerk, und dank der absoluten Genauigkeit der Dialoge gut auch auf einer Bühne vorstellbar, wäre da nicht die für Hermann Ungar typische Unzumutbarkeit des Dargestellten. Wie hier in einer Szene Katzen zu Tode gequält werden, das ist an Grausamkeit nicht zu überbieten. Aber diese Grausamkeit steht im Dienst der Frage, was den Täter dazu treibt. Sie ist also innerhalb der Erzählung logisch gerechtfertigt. Ungars Werke als Hörbuch herauszugeben bleibt ein mutiges und verdienstvolles Unternehmen.

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3 von 3 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

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