• Größenwahn (Jack Reacher 1)

  • Autor: Lee Child
  • Sprecher: Michael Schwarzmaier
  • Spieldauer: 16 Std. und 18 Min.
  • Ungekürztes Hörbuch
  • Erscheinungsdatum: 30.04.2018
  • Sprache: Deutsch
  • Anbieter: Audio Media Verlag
  • 4.5 out of 5 stars 4,5 (585 Bewertungen)

Inhaltsangabe

Auf dem Weg von Tampa nach nirgendwo steigt der ehemalige Militärpolizist Jack Reacher in einer Kleinstadt in Georgia aus dem Bus. Wenige Stunden später findet er sich im Gefängnis wieder. Er steht unter Mordverdacht. Doch statt einer schnellen Lösung hat Detective Finley bald zwei große Probleme: einen Hauptverdächtigen, der seine Unschuld beweisen kann, und das Geständnis eines Bankers, der die Tat nicht begangen hat...

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©2017 Blanvalet Verlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München (P)2018 Audio Media Verlag GmbH, München
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Kundenrezensionen

Hilfreichste
4 out of 5 stars
Von Flyboy01 Am hilfreichsten 05.06.2018

Sherlock Holmes als Rambo

Noch grinst der muskelbepackte Knast-Schläger. "Wenn Du nicht sofort abhaust, tragen sie Dich in einem Eimer hier raus", warnt ihn Jack Reacher. Doch der Schläger bleibt. Also wird er Sekunden später verheerend zugerichtet und bewusstlos aus der Zelle geschleift.

Mit diesem markanten Auftritt betrat Jack Reacher vor 21 Jahren als neuer Held die internationale Thriller-Bühne. Das Audible 2018 als Erscheinungsjahr nennt, ist insofern irreführend, denn „Größenwahn“ (engl.: „Killing Floor“) war der erste Reacher-Roman überhaupt, veröffentlich 1997.

Für Reacher-Novizen macht das keinen Unterschied, für Kenner aber schon.

Denn Neulinge lernen einen kantigen Helden kennen. Seit er nach 13 Jahren ehrenhaft als Elite-Militär-Polizist aus der Army entlassen wurde, reist er ziellos durch die USA - ohne Wohnsitz, Kreditkarten, oder Telefonnummer. In dem blitzblank herausgeputzten Südstaaten-Kaff Margrave (Georgia) steigt er aus dem Bus, um die Geschichte der Blues-Legende Blind Blake zu erforschen. Prompt wird er eines Mordes verdächtigt, den er gar nicht begangen haben kann – und landet im Staatsgefängnis.

Reacher ist wortkarg, nahkampferfahren, lakonisch und völlig ohne Skrupel, wenn er das Böse im Visier hat. Im Knast prügelt er sich zurück in die Freiheit. Das er dabei etlichen Gegnern Schädel, Genick oder Nasenbein bricht, rührt ihn nicht. "Sie haben eine Tür aufgestoßen, die sie lieber zu gelassen hätten", sagt Reacher lakonisch.
Später liefert er sich eine Schießerei. Der Gegner fragt: „Wirst Du mich erschießen?“ Reacher: „Nein“. Der Feind tritt aus der Deckung. Und wird von einer Kugel aus Reachers monströser „Desert Eagle“ zerfetzt. Sein Kommentar: „Ich habe gelogen…“ Ende der Moraldebatte.

Dennoch ist Reacher aber bei weitem kein stumpfsinniger Haudrauf. Vielmehr gebildet, scharfsinnig und obendrein ein Fan von Blues und Rockmusik. Ein Rezensent schrieb sehr treffend, Reacher sei die Kombination aus Rambo und Sherlock Holmes.

Nun eine Botschaft an die Kenner. Sie werden von einem Plot überrascht, der sehr gut recherchiert, überraschend und wirklich überzeugend ist.

Reacher stellt sehr schnell fest, dass der sichtliche Wohlstand Margraves und seiner Bewohner einen mysteriösen Hintergrund haben muss. Spender des Geldsegens ist eine Stiftung – deren Gründer sehr bald auf Reachers Abschussliste landet. Und schnell wird klar, dass hier nicht nur in den vielen Blumenbeeten haufenweise Blüten zu finden sind…

Zudem werden Reacher-Veteranen staunen, dass Ihr Held ganz zu Anfang noch Gefühle zeigte. Liebe, Trauer, Leidenschaft… Ja, er verliebt sich sogar und erwägt, sesshaft zu werden. In den folgenden Bänden undenkbar.

Lee Child hatte drei Jahre zuvor mit seinem Co-Autor Douglas Preston den ersten Pendergast-Roman "Relic" veröffentlicht und damit einen Welt-Beststeller gelandet. Nach dieser komplexen, raffinierten und intelligenten Geschichte hatte er offenkundig noch hohe Ansprüche an seine Arbeit parallel zur Pendergast-Reihe.

Im Laufe der folgenden 23 Reacher-Bände verblasste dieser Anspruch leider deutlich. Bis hin zum Tiefpunkt "Nightschool". Eine völlig absurde Geschichte, in der Child ernsthaft behauptet, auf der Hamburger Reeperbahn würden Neo-Nazis ungestört eine Sodomie-Kneipe (!) betreiben. Recherche sieht anders aus.

Erzähler Michael Schwarzmeier darf hier keinesfalls vergessen werden. Er hat mehr als 100 Hörbücher gesprochen, viele davon Krimis und Reacher-Romane. Child hat für diese Reihe die „Asthma-Schreibe“ entwickelt. Hauptsatz an Hauptsatz. Möglichst kurz. Von einem Laien gelesen klingt der Text wie das Rattern eines Fernschreibers. Doch Profi Schwarzmeier meistert diese Herausforderung bravourös und schafft einen charakteristischen Erzählstil, den er zum Markenzeichen der Reacher-Reihe machte.

Child verhehlt nicht, dass er vor einem neuen Reacher-Buch keinen Masterplan hat: „Ich schreibe meine Brücher Seite auf Seite. Beim Schreiben merke ich dann, wohin es geht“, sagte er in einem Interview des Magazins „Rolling Stone“.

Bei seinem Reacher-Erstling hat diese Methode noch wunderbar funktioniert. Empfehlung!

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33 von 37 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

4 out of 5 stars
Von Polly Am hilfreichsten 04.06.2018

Spannend und voller unerwarteter Wendungen


Auf Empfehlung eines ebenfalls Thrillersüchtigen bin ich auf Lee Child und seinen Helden Jack Reacher aufmerksam geworden.
Die Grundstory von dem Fremden, der in einer Kleinstadt in eine Reihe von Unannehmlichkeiten verwickelt wird, ist ja nicht unbedingt neu. Allerdings gelingt es dem Autor mit seiner knapp-präzisen Erzählweise und den erst nach und nach enthüllten Details, die Geschichte um den Armee-Veteran Jacks Reacher von Anfang an spannend zu erzählen. Den Rest erledigen die vielen Wendungen und dass man erst zum Ende hin die Verwicklungen wirklich komplett versteht.
Allen, die wie ich, einsame Helden mögen, uneingeschrängt zu empfehlen. Spannend bis zum Schluss. Logisch und gut
erzählt.

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5 von 5 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

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