Der Friedhof in Prag

  • von Umberto Eco
  • Sprecher: Gert Heidenreich, Jens Wawrczeck
  • 16 Std. 35 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Paris, 1897. Der Italiener Simonini erwacht in einer Pariser Wohnung ohne Erinnerung an die vergangenen Tage. Er beginnt Tagebuch zu schreiben, um sich von seiner Kindheit über die Erlebnisse während des Risorgimento und der Pariser Kommune an die Gegenwart heranzutasten. Doch während er schläft, kommentiert jemand seine Einträge und entlarvt Simonini nicht nur als durchtriebenen Fälscher und Agenten, sondern auch als höchst gefährlichen Antisemiten und Mitverfasser der "Protokolle der Weisen von Zion". Atemberaubend virtuos spielt Umberto Eco mit historischen Fakten und literarischer Fiktion, mit Wahrheit und Fälschung, mit Identität und Erinnerung.

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Kein Hörbuch für unterwegs

Man muss schon genau zuhören - und genau das fällt beim bloßen Nebenherhören schwer. Dieses Meisterwerk ist mit seinem (realen) geschichlichen Hintergrund sehr dicht gestrickt und dazu gespickt mit einer Unzahl genussvoll ausgesprochener italienischer und französischer Vor- und Zunamen der Handelnden. Beim Film würde man sagen: exzellent besetzt bis in die Nebenrollen.

Das Buch verlangt aber auch einiges vom Leser. Zunächst Muße und Zeit. Interesse an europäischer Geschichte (die italienische Einigungshistorie und das französische Kaiserreich) - Zeitläufte also, die für den deutschen Leser vielleicht nicht sofort Berührungspunkte offenbar werden lassen. Darin eingesponnen, eine sehr feinsinnige Verschwörungsgeschichte. Bereits der Anlauf - nein - die Reifung der Gedanken des Protagonisten vom Keim bis zur Ausführung ist sehr liebevoll dargestellt.

Locker eingestreut werden immer wieder kulinarische Feinheiten der mediterranen Küche, da der Handelnde als Genussmensch ganz auf der Linie dieses Buches auch in seiner Lebensweise liegt.

Von Langeweile verspüre ich gar nichts. Ein Lob auch an die sich in abwechselnden Perspektiven bewegenden Sprecher, die für sich höchst unterschiedlich, erheblich zum Hörgenuss beitragen.

Fazit: In jedem Fall ein Buch, dass ich sicher auch noch einmal lesen werde, um die Details zu ergründen.

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- gibarian

Schwere Kost

Wer gut recherchierte Bücher mit geschichtlichem Hintergrund liebt, ist bei Umberto Eco immer richtig. In diesem Werk erlaubt das Sujet in die Geschichte mehrerer Länder einzutauchen. Einen historischen Hintergrund bildet der Freiheitskämpfer Garibaldi und damit die außerhalb Italiens wenig bekannte Staatswerdung von Italien. Aber dies ist eben nur ein Thema, was dem Buch eine besondere Komplexität gibt, wenn man sich mit dem Gelesenen auch inhaltlich auseinandersetzen möchte. Dazu noch eine Art Jeckle & Hide Story, und ein ganz ernster roter Fanden. Denn dieser ist die Intoleranz gegenüber andersartiger Kulturen und hier im speziellen die Hetze gegenüber Juden.

Meisterhaft spielt Eco mit Klischees, führt uns Leser mit seinen Verschwörungs-Szenarien auf manche Fährte, die die Frage aufwirft, ob man sich selbst noch auf dem "richtigen Weg", der "richtigen Seite" befindet. Einzigartig wie er den Leser in Geschichts-Glättung einführt. Mir hat das Buch alles in allem sehr gut gefallen, vor allem mit etwas Abstand betrachtet. Gleiches gilt auch für den sehr guten, geteilten Vortrag. Würde ich es genauso hoch bewerten wie "Der Name der Rose" oder "Baudolino"? Nein, dafür ist die Kost zu schwer und kann nicht so unterhaltend sein, wie dies andere Werke von Eco sind. Aber vermutlich war dies auch nicht die Absicht des Autors.
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- Ed

Weitere Infos zum Titel

  • Erscheinungsdatum: 11.10.2011
  • Verlag: Der Hörverlag