Vorhang auf für eine Leiche (Flavia de Luce 4) : Flavia de Luce

  • von Alan Bradley
  • Sprecher: Andrea Sawatzki
  • Serie: Flavia de Luce
  • 4 Std. 51 Min.
  • gekürztes Hörbuch

Beschreibung

Flavia de Luce und ihre Familie stehen kurz vor dem finanziellen Ruin. Da tut sich plötzlich eine unverhoffte Geldquelle auf: Eine Filmcrew will ihren Familiensitz Buckshaw für Dreharbeiten nutzen. Doch schon am ersten Drehtag wird eine Leiche gefunden - erdrosselt mit einem Filmstreifen. Zu allem Überfluss ist Buckshaw durch einen Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten. Hobbydetektivin Flavia ist klar: Der Täter muss sich unter den Gästen befinden...

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

"Bezaubernd - betörend - de Luce"

Wie fängt man den Weihnachtsmann, oder wahlweise einen Mörder? Natürlich mit selbstgemachtem Vogelleim (seit der Römerzeit fängt man damit Vögel) - hergestellt und verfeinert (Zitat: "damit er einen ausgewachsenen Gorilla im vollen Lauf bremst") im eigenen Labor und sorgfältig zwischen den Schornsteinen auf dem Dach aufgetragen.
Auf eine solche Idee kann nur Alan Bradleys Flavia kommen und genau dafür liebe die naseweise Göre.

"Vorhang auf für eine Leiche" ist der bereits 4. Mordfall in dem die junge Flavia ermittelt. Allerdings gerät diesmal, so erschien es mir, der eigentlich recht spannend gestaltete Krimiplot, um den Mord an einer Filmdiva, völlig zur Nebensachen.
Ob das so gewollt ist oder ob der Eindruck vielleicht auf die (leider) gekürzte Hörbuchversion zurück zu führen ist kann ich nicht sagen - beschwere will ich mich auf keinen Fall darüber! Denn auch wenn es einerseits natürlich ein wenig Schade ist, so ist es doch so viel amüsanter, interessanter und spannender der ganze Drumherum auf Buckshaw zu beobachten, als das echtes Bedauern darüber auf käme.

Egal ob trockener Humor, skurrile Neugier oder befremdliches Hinterfragen von seltsam anmutenden Erwachsenen-Ritualen, von Flavia kommentiert wird - Andrea Sawatzki ist in allen "Lebenslagen" perfekte Sprecherin für die Figur. Sie trägt mit ihrer wundervollen Vortragsweise nicht wenig dazu bei um Flavias Abenteuer lebendig und höchst unterhaltsam zu machen.

Kurz gefasst: An dieser Stelle bleibt es mir nur noch die Hauptprotagonistin Flavia zu zitieren: "Bezaubernd - betörend - de Luce". Eine Hör-Empfehlung für Jung und Alt.
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- Anke Stieber

Flavia in Hochform


Um den finanziellen Ruin noch einmal abzuwenden, gestattet Colonel de Luce einer Filmcrew, den Familiensitz Buckshaw für Dreharbeiten zu nutzen. Doch die Zeichen stehen auf Sturm. Der erste Verletzte wird bereits beim Ausladen der Filmutensilien so schwer verletzt, dass er ins örtliche Hospital gebracht werden muss. Als nächstes wird Buckshaw eingeschneit, und zwingt die für eine Sonderaufführung angereisten Dorfbewohner, die Nacht auf dem Familiensitz der de Luces zu verbringen. Als am nächsten Morgen eine Leiche auftaucht, macht Flavia sich an die Arbeit, die ersten Verdächtigen unter den zahlreichen Gästen herauszufiltern. Dabei gestattet sie Inspektor Hewitts ihr hilfreich zur Seite zu stehen, und zusammen machen sie sich an die Arbeit, auch diesen Fall zu knacken.

Nach „Mord im Gurkenbeet“ fand ich die beiden Nachfolgebände gut, aber für mich kamen sie nicht an den ersten Teil heran. "Vorhang auf für eine Leiche" hat wieder den gleichen Charme von Band eins, mit einer Flavia, die man einfach gernhaben muss. Ihre Sprünge zwischen Miss Naseweis und kleines Mädchen fand ich sehr gelungen, mal ist sie ganz logische Chemikerin, ein anderes Mal versucht die dem Weihnachtsmann auf die Schliche zu kommen.
Überhaupt fand ich die Ausarbeitung der Charaktere in diesem Band gelungen. Jeder, selbst Statisten, haben eine eigene Persönlichkeit, samt Ecken, Macken & Schrullen.

Alan Bradleys Schreibstil muss man einfach lieben. Bilderstark setzt er den Schauplatz in Szene, hier sitzt jedes Wort. Man kann sich zurücklehnen, und die Geschichte im Kopf Form annehmen lassen, die quasi in Farbe und Full HD vor dem inneren Auge abläuft. Alles ist lebendig, und wird im verschmitzten Flavis de Luce-Ton von Andrea Sawatzki vorgetragen. Die Sprecherin macht einen tollen Job. Sie fühlt sich in jede Person ein, übertreibt nie, sondern unterstützt mit ihrer Stimme die einzelnen Charaktere, ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen, was das Audiobuch zu einem tollen Hörvergnügen macht.

An einigen Ungereimtheiten innerhalb der Story gab es Kritik. Zugegeben, manche Sachen ergaben keinen rechten Sinn oder waren etwas übertrieben, und ja, Inspektor Hewitts Fixierung auf die Länge der "Balkonszene" hat im Grunde in keiner Weise dazu beigetragen, die Tatzeit zu ermitteln, zumal diese nicht Phyllis Wyverns Ohrfeige für den Techniker beinhaltet - ebenfalls wertvolle Minuten, die nicht mitgezählt wurden. Aber mal ehrlich, wer achtet denn auf so was? Mir ging es um die Story an sich und den Spaß, Flavia bei ihren Ermittlungen zu folgen, zumal sie ja noch den Weihnachtmann im Visier hatte ,-)

Fazit:
Teil 4 der Flavis-Reihe kann ich den Hörern wärmstens ans Ohr legen, denn hier stimmt alles: Lesespaß bzw. Hörgenuss, Story und Sprecherin. Ein rundum gelungener Hörspaß.
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- kamelin

Weitere Infos zum Hörbuch

  • Erscheinungsdatum: 26.10.2012
  • Verlag: Random House Audio, Deutschland