Bleak House I : Bleak House

  • von Charles Dickens
  • Sprecher: Gert Westphal
  • Serie: Bleak House
  • 11 Std. 44 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Rahmenhandlung dieses großen Gesellschaftsromans ist das Gerichtsverfahren Jarndyce gegen Jarndyce um eine Erbschaft. Der Roman lebt jedoch von Einzelgeschichten, die ineinander verwoben sind.

Da ist die Erzählung um das "Waisenmädchen" Esther Summerson, das nach dem Tod seiner Tante von John Jarndyce, einem Beteiligten des Erbschaftsstreits und reichen Oberschichtler, in Bleak House aufgenommen wird und dort als Haushälterin und Gesellschafterin arbeitet.

Weiterhin erfahren wir von Sir Leicester und seiner Frau Lady Dedlock, die sich als Mutter von Esther entpuppt, was jedoch geheim bleiben soll und schließlich zu deren Tod führt.

Schließlich wird das Verfahren Jarndyce gegen Jarndyce wegen Geldmangels eingestellt, Esther heiratet Allan Woodcourt und zieht aufs Land. Aber nicht nur in Bleak House wird die Hohlheit einer Adelsgesellschaft kritisiert, sondern, wie könnte dies bei Dickens fehlen, der Blick auch auf Großstadtnot, Wohnungselend und Vernachlässigung gerichtet, ausführlich geschildert und in dem Gassenjungen Jo zum Leben erweckt.

Der hier vorliegende Teil 1 umfasst die Lesung der ersten 19 Kapitel des Buches. Übersetzung: Richard Zoozmann, Regie: Peterpaul Schulz

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Magie des Erzählens

Eigentlich gäbe es einige gute Gründe, das buch nicht zu hören. Zum Einen: dreimal teurer als üblich bei Audible. klar - 37 Stunden sind viel - aber ne Zweiteilung hätte es auch getan. Zum Andern - Bleak House gehört zu den sehr barocken Romanen von dickens, die sich detailverliebt in tausend einzelheiten verlieren, richtig spannung kommt eigentlich erst in teil 3 auf. Das Ganze wirkt wie eine Art Sitcom-Set des 19. Jahrhunderts, jede Folge/Stunde mit neuen Special Guests, die alle ihre bizarren Lines ablassen und wieder gehen. Drittens - die Hauptfigur ist eine Ich-Erzählerin, die hier widersinnigerweise von einem älteren Herrn gelesen wird.
Doch dieser ältere herr heißt gert Westphal - und das ist eigentlich schon genug, um sich ganz in diese groteske geschichte um einen Jahrhundertgerichtsprozeß reinzuhängen. Als Westphal gefeiert wurde, gab es David Nathan noch nicht, aus heutiger Perspektive würde ich sagen, Westphal ist der Nathan der Weltliteratur - was für ein brillanter Vorleser!
Dann find ich noch was großartig, für das mir viele professorale Literaturkenner bestimmt gern eine reinhauen würden Es wurde NICHT die Übersetzung von Meyrink benutzt. Diese Meyrink-Übersetzungen werden immer so gelobt - aber die sind verglichen etwa mit denen von kolb und zoozmann zäh, humorlos und viel lakonischer als Dickens weitschweifige Originale. (So sehr ich Meyrink als deutschen Autor schätze -seine Dickensübersetzungen sind wirklich von auserlesener Scheußlichkeit und verstopfen den Markt.)
Also hier ein richtig großes gutes HörBuch der weltliteratur - mit tausend schönen Einfällen, wieder mal ein Beweis, dass man nicht nur spaß hat , wenn eine handlung mit dem Leser davon galoppiert, sondern das man ganz einfach durch die Magie des Erzählens bestochen werden kann!
Leider lebt G. Westphal nicht mehr - sonst würde ich mir mehr Dickens von ihm wünschen.
Aber vielleicht wär das ja mal was für Audible? Praktisch drei Viertel des Gesamtwerks sind noch nicht ungekürzt zu haben von den "Pickwick-Papers" bis zu "Unser gemeinsamer Freund". Es gbit viele gute gemeinfreie Übersetzungen.
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- Matthias

Hochform im Gerichtssaal

Ein über Jahre sich hinziehender Erbschaftsprozess, in den um die 50 Personen zwischen Upper Class und Proletariat im England des frühen 19. Jahrhunderts mehr oder weniger stark verwickelt sind, das ist Charles Dickens' "Bleak House", hier präsentiert als Lesung von über 37 Stunden Dauer. Hochspannend, urkomisch, tief traurig. Wirklich perfekt vorgestellt von Gert Westphal, der das Kunststück vollbringt, durch Intonation und Sprechakrobatik die Personen so voneinander zu unterscheiden, dass man sie als Hörer nie verwechselt. Höhepunkte sind sämtliche Auftritte des juristischen Personals, die Szenen vor Gericht, aber auch die Vorbesprechungen zwischen Anwälten und Mandanten. Es sei "Prinzip der englischen Justiz", kann Dickens sich an einer Stelle nicht beherrschen zu sagen, dass sie "für sich selbst und auf Kosten der Klienten" arbeite. Diese Klage hat wohl wenig von ihrer Berechtigung verloren, und auf England beschränken muss sie sich nun gar nicht. Überhaupt ist man als Hörer verblüfft, wie wenig sich in den letzten 200 Jahren verändert hat. Bei Dickens reisen Informationen noch per Postkutsche, heute tun sie das per Kabel – die Intentionen ihrer Inhaber sind die gleichen geblieben. Eine in Sachen Menschenbild eigentlich desillusionierende Erkenntnis, beim Gespann Dickens/Westphal ein literarisches Erlebnis vom Feinsten.
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- Claudia Kiel

Weitere Infos zum Hörbuch

  • Erscheinungsdatum: 11.04.2014
  • Verlag: SWR Edition