Das Erdbeben in Chili

  • von Heinrich von Kleist
  • Sprecher: Christoph Hackenberg
  • 0 Std. 54 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Das Erdbeben in Chili ist eine Novelle von Heinrich von Kleist, die er vermutlich im Jahr 1806 verfasst hat. Sie wurde zunächst 1807 in Cottas "Morgenblatt für gebildete Stände" unter dem Titel "Jeronimo und Josephe: Eine Szene aus dem Erdbeben zu Chili" im Jahr 1647 veröffentlicht. 1810 erschien sie erneut unter dem nun bekannten Titel.

Hintergrund: Während das Erdbeben von 1647 in Santiago de Chile (bei Kleist "St. Jago, [die] Hauptstadt des Königreichs Chili") die historische Vorlage für den Text bietet, ist ideengeschichtlich vor allem das Lissabonner Erdbeben von 1755 für Kleist Anlass gewesen. Auch andere zeitgenössische Philosophen und Dichter, wie Poe, Voltaire, Rousseau und Kant, verwendeten dieses Thema, um unter anderem das Theodizeeproblem zu diskutieren. Die Theodizee, die Frage also nach einem allmächtigen und guten Gott angesichts von Leid und Ungerechtigkeit in der Welt, wurde in der Aufklärung prominent von Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) behandelt, der zu dem Schluss kam, die existierende Welt sei die bestmögliche Welt. Das Erdbeben von Lissabon stellte diese Formulierung erneut stark in Zweifel.

Neben der Theodizee-Debatte ist auch der Diskurs über den Naturzustand für Kleists Gedankengang bedeutsam. Rousseaus These, dass in einer ursprünglichen, eigentumslosen Urgesellschaft der Mensch edel und gut sei, forderte die traditionelle Auffassung des von Geburt an bösen Menschen (Erbsünde) heraus.

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Weitere Infos zum Hörbuch

  • Erscheinungsdatum: 12.06.2017
  • Verlag: Waldenberger Audio