Das Geheimnis der alten Mamsell

  • von Eugenie Marlitt
  • Sprecher: Gabriele Blum
  • 10 Std. 14 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Als die Spielersfrau Meta d'Orlowska unter tragischen Umständen auf der Bühne stirbt, wird ihre kleine Tochter Felicitas von der wohlhabenden Familie Hellwig aufgenommen. Doch bald stirbt auch ihr Beschützer, der alte Kommerzienrat. Von nun an wird sie von der Frau des Hauses wie ein Dienstmädchen behandelt und unter dem Vorwand einer strengen christlichen Erziehung gedemütigt, jedes geistige Interesse wird ihr verboten. Verständnis und Zuneigung findet die kleine Fee nur bei der alten Mamsell, einer ihrerseits von der bigotten Gesellschaft ausgeschlossenen Verwandten der Familie, die abgetrennt von der Welt im Dachgeschoss des Hauses lebt. Die Liebe und Zuwendung dieser alten Dame gibt Felicitas die Kraft, die immerwährenden Anfeindungen und Herausforderungen ihrer herzlosen Umwelt nicht nur durchzustehen, sondern letztendlich auch selbstbewusst zu überstehen. In dem 1867 erschienenen Roman übt Eugenie Marlitt heftige Kritik an den sozialen Verhältnissen ihrer Zeit, in denen die Richtschnur "Ehre und Schande" ist und wo nach angeblich gut christlichen Werten gelebt wird, die aber doch nur Einfalt und Herrschsucht überdecken.
Aus der Reihe "Bibliophile Hörbücher - Klassiker der Genreliteratur".

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Aschenbrödel für Erwachsene

Als Vielleser und -hörer, der in drei Jahrhunderten nach Futter stöbert, treibt mich seit einiger Zeit eine Frage um - warum erscheint mir oft die von Lehrern und Literaturprrofessoren zu Tode gehetzte Lektüre von Schmökern der Marlitt, Dumas, Gerstäcker und anderen weniger angestaubt als Klassiker von Storm und Fontane? Sind wir oberflächlicher geworden? Oder sind Liebe und Abenteuer bei ihnen doch doch zeit- und schnörkelloser gestaltet, als man uns in der Schule weismachen wollte?
Marlitts Bestseller aus den 1860er Jahren jedenfalls hab ich durchlitten und genossen wie lange keinen modernen Roman mehr. Klar - irgendwann erkennt man, dass Fe, unterdrücktes Adoptivmädchen bei (pseudo)christlichen Kleinstadtspießern, nichts andres ist als ein originell ausgeschmückes Aschenbrödel. Aber was macht die Marlitt daraus! Was für herrlich böse Menschen zeichnet sie da - was für eine gar nicht triviale Prosa ist das und wie gradios versteht es die Autorin, die Klischees nicht wie Klischees aussehen zu lassen! Und wie fesseld ist die Geschichte auch für heutige Ohren noch erzählt!
Die "Mamsell" entstand als Fortsetzungsroman für die populäre Zeitschrift "Die Gartenlaube" - und über alles Schmunzeln dieser frühen Form von Regenbogenpresse wird vergessen, wie leidenschaftlich das Blatt - anders als heutige Massenblätter - damal für echte Toleranz und freie Meinugsäußerung eingetreten ist. Dieser Geist durchweht auch den Roman, (lustig - die alte Mamsell liest natürlich auch die Gartenlaube, das ist wie ein spiegelbild im spiegelbild) dieses Feuer, die Gerechtigkeitsliebe fehlt mir manchmal bei den zurückhaltenden Granden Storm, Raabe, Fontane & co. Diese Art Literatur gehört auch zum deutschen Kulturerbe, und es ist schön, dass ein Verlag wie Rattenreiter vorurteilslos einen wirklich gut geschriebenen Schmöker wieder zugänglich macht.
Und noch dazu genial gelesen von Gabriele Blum! Ich hoffe auf weitere Marlitt-Bücher mit ihr!
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- Matthias

Viel Charme aus vergangenen Zeiten

Das Geheimnis der alten Mamsell ist zum Teil Kritik an einer Gesellschaft, die wir uns heute gar nicht mehr vorstellen können. Es geht um Standesdünkel und Vorurteile, die es zu überwinden gilt, aber auch um Eitelkeit und emotionale Grausamkeit unter dem Deckmantel von Frömmigkeit.
Dennoch gelingt es der willensstarken Protagonistin sich unter diesen Umständen zu emanzipieren und ihr Glück zu finden, denn wir haben es auch mit einer beinahe poetisch romantischen Liebesgeschichte zu tun. Und trotz des leicht angestaubten Flairs ist die Geschichte alles andere als langweilig. Das Sprachniveau ist hier hervorragend und Gabriele Blum liest in einer Weise, dass es richtig Spaß macht zuzuhören.
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- Dragonfly

Weitere Infos zum Hörbuch

  • Erscheinungsdatum: 10.01.2013
  • Verlag: Gabriele Blum - Eugenie Marlitt