Die Brüder Karamasow

  • von Fjodor M. Dostojewski
  • Sprecher: Oliver Rohrbeck
  • 40 Std. 47 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Aljoschas Gemütsstimmung war beim Verlassen des väterlichen Hauses noch trüber und gedrückter als bei seiner Ankunft. Auch sein Denken war sozusagen zerstückelt und zersplittert, während er doch gleichzeitig Furcht davor verspürte, das Zerstückelte zu vereinigen, aus den qualvollen Widersprüchen, die er an diesem Tag durchlebt hatte, die einheitliche Idee herauszufinden. Sein Zustand grenzte beinahe an Verzweiflung. Alle anderen Fragen überragten wie ein Berg die verhängnisvolle, unlösbare Hauptfrage: Wie wird die Spannung zwischen dem Vater und dem Bruder Dmitri wegen dieser schrecklichen Frau enden...?

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Drama, Baby!

Ich habe die Brüder Karamasow vor Jahren gelesen, und die religiösen und philosophischen Themen sind mir in Erinnerung geblieben. Die Hörbuch-Edition betont eher die komisch- absurden Seiten des Romans, was mir das Hören seh erleichtert hat. Lange philosophische Exkurse über Gott, die Sünde, oder den freien Willen sind ja nicht gerade leichte Kost.
Die harsche Kritik einiger Mit-Rezensenten am Sprecher, und besonders an seiner Darstellung der Frauenfiguren, finde ich überzogen. Sämtliche weiblichen Protagonisten zeigen ein überspanntes bis geradezu bizarres Verhalten. Dies hat Oliver Rohrbeck herausgearbeitet, was ich ganz unterhalsam fand. Wunderschön die Szene, in der Madame Chochlakowa dem verzweifelten Mitja eine Karriere in den sibirischen Bergwerken ans Herz legt!
Mein Fazit: Oliver Rohrbeck hat es geschafft, diesen sehr langen und nicht gerade leicht verdaulichen Roman unterhaltsam zu präsentieren, da sehe ich gerne über kleinere Schwächen (zum Beispiel seine etwas eigenwillige Aussprache des Französischen) hinweg.
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- Philine

Rohrbeck rockt den Dostojewski

Oliver Rohrbecks Lesekunst wird man nicht gerecht, wenn man ihn in die Justus-Jonas-Ecke steckt oder sich darüber aufregt, dass er zuweilen die Stimme verstellt. Es mag schwer sein, sich aus einem gewissen launig-burschikosen Ruf zu befreien, dennoch gehört Rohrbeck für einen gar nicht kleinen Liebhaberkreis zu den durchaus großen Vorlesern der Gegenwart.
Das hat er mit den Brüdern Karamasov nicht beweisen müssen, letzte Zweifel schwanden schon beim Vortrag von Merles Meisterwerk "Maleville".
Bei den Klassikern liegen die Schwächen seines Vortrags weniger in seiner gewitzten klugen Art zu lesen als vielmehr in schlechten Übersetzungen (Nana) oder so viel Frendwörtern, dass es auch einen Profi an die Grenzen des Umsetzbaren treibt (Glöckner von Notre Dame).

Die Brüder Karamasov sind ein Roman, der auch bei Experten bis heute heiß umstritten ist. Drei Brüder ud ein Vater im Bann der religiösen Extase - als Schwärmer, Skeptiker oder Mitläufer. Ist das ein symbolistisches Schlüsselwerk des Mystizismus? Oder ein ironisches Panorama der Zeit, die trotz oder grade wegen der Übermacht der Kirche relativ hilflos war, was die großen Fragen des Lebens angeht? Jedenfalls werden auch große Fragen des Lebenssinns gestellt, die heute noch aktuell sind.

Was mich immer an der Rezeption der Dostojekski-Romane genervt hat, ist das Ausblenden des zuweilen grotesken Humors, der in ihnen steckt. Das Geschwätzige, Weitschweifige der russischen Figuren wid hier oft sehr lustig zelebriert.

Oliver Rohrbeck kennt seine Talente und hebt diesen grotesken Aspekt heraus - sein gutes Recht, das ist seine Lesart (nicht die einzige!) - und es gelingt ihm, dass man diesem Roman gern und schmunzelnd zuhört, die berüchtigte "Schwere" bei Dostojewski pustet er einfach weg.

Natürlich polarisiert das - wenn er etwa eine ältere Frau, die ihr Kind verloren hat, im Diskant parodistisch herumheulen lässt. Aber ein vortrag 1:1 wäre vermutlich weinerlich und sentimental ausgefallen - und die Situation ist tragikomisch, die Frau nervt einen Erleuchteten, der grade seine letzten Stunden durchlebt, sie hat ihre Geschichte schon vielen andren vorgeplappert - deswegen ist so eine Interpretation durchaus berechtigt und kein Grund zum Abschalten.

Überhaupt - Nabokov nannte das Werk mal ein überlanges Theaterstück - es gibt viel Diaog und nur skizzenhafte Beschreibungen des Umfelds. Wir hören ständig Leute im Streit oder in langen Erzählungen, erleben etliche Perspektivwechsel. All das macht Oliver Rohrbeck plastisch deutlich, man folgt ihm gern, er gibt souverän ein grandioses Ein-Mann-Theaterstück, in vielen Nuancen beweist er enormes schauspielerisches Talent - deswegen Hut ab vor dieser Leistung! Für mich, der ich hohe Ansprüche an einen Dostojewski-Vortrag stelle, waren das viele genußreiche Stunden.

Schade, dass Rohrbeck in letzter Zeit nur noch wenig Hörbücher liest. Hoffentlich haben ihm einige schlechte Kritiken nicht den Mut genommen.
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- Matthias

Weitere Infos zum Hörbuch

  • Erscheinungsdatum: 20.02.2015
  • Verlag: Audible Studios