Die Judenbuche

  • von Annette von Droste-Hülshoff
  • Sprecher: Detlef Bierstedt
  • 2 Std. 5 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Die Szene ist in einem westfälischen Dorf in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Unter den Dorfbewohnern herrscht Hochmut, kleinere und größere Straftaten sind an der Tagesordnung. Friedrich Mergel, die Hauptfigur dieser bekanntesten Novelle der deutschsprachigen Literatur, erschlägt im Streit den Juden Aaron und flieht. 28 Jahre später kehrt er in seine Heimat zurück und erhängt sich am Ort des Verbrechens, an der so genannten Judenbuche, an der steht: "Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast."

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Eine vergangene Epoche wird lebendig

Mitte des 18. Jahrhunderts in Westfalen - eine Zeit, die schon zu Lebzeiten der Autorin gerade noch in der Erinnerung präsent war. Die Geschichte selbst ist eine von Armut und Anspruch, Verbrechen und Flucht, Sehnsucht und Reue. Den Lokalkolorit dieser Zeit versteht von Droste-Hülshoff ziemlich gut zu transportieren, was die Erzählung kurzweilig macht und die Sorgen und Nöte unserer Vorfahren lebensnah erahnen läßt. Nach meinem Geschmack hätte sie sich mehr Platz und Zeit lassen können, gerade der letzte Teil - 28 Jahre später - ist etwas kurz geraten. Hier überwiegt eine allgemeine Moralisierung, wo man sich heute vielleicht eine stärkere Ausprägung der Motive und Charaktere wünschte, die die Tat begründen helfen. Es mag sein, das man im 18./19. Jahrhundert dafür noch keinen Anlaß sah, wenn die christliche Ethik als selbst erklärend angesehen wurde. Spätestens mit Nietzsche änderte sich das jedoch, im 20./21. Jahrhundert leben wir auf ganz anderen ethischen Grundlagen. Deshalb würde ich die Erzählung nicht gerade für den Schulunterricht empfehlen, für den wissenden Leser ist sie aber ein kleines Juwel.
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- Frank Neubüser

Pflichtlektüre, sozialhistorisch mehrfach spannend

Die Judenbuche zählt natürlich zu den Klassikern deutscher Literaturgeschichte, wobei ich mir die eigentlich relativ modern erzählte, spannende Geschichte vor allem aufgrund des Misverhältnisses zwischen Inhalt und dem zu jener Zeit gesellschaftlich vorherrschenden Antisemitismus, wieder einmal zu Gemüte führen wollte. Generell erzählt Droste-Hülshoff eine klassische hinterwald-Geschichte, innerhalb derer sich der eine oder andere Todesfall ereignen, die Suche nach Holzdieben ein zentrales Element ist, über dem stets die pseudo-Sittenhaftigkeit der jeweiligen Menschen steht, ihre eigene Widersprüchlichkeit und letztlich der Mord an einem Juden und Ereignisse, die damit in Verbindung stehen und letztlich die Geschichte tragen. IMmer wieder tritt der Antisemitismus der handelnden Figuren in Erscheinung, was besonders spannend ist in einer Geschichte, da das Opfer nämlich ein Jude ist und man trotzdem das Gefühl hat, dass der Umgang innerhalb der Geschichte mit diesem Mord nicht dem eigentlich ERwartbaren enspricht, wenngleich die Stereotypen der jeweiligen Gesellschaftsteile sehr gut herausgestellt werden.
FAZIT: Ein Klassiker, den man aber nicht völlig unreflektiert konsumieren sollte, da er seinen eigentlichen Mehrwert für heute erst in der sozialhistorischen Rückschau erhält
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- M. Harb

Weitere Infos zum Hörbuch

  • Erscheinungsdatum: 19.09.2014
  • Verlag: Audible GmbH