Jugend ohne Gott

  • von Ödön von Horváth
  • Sprecher: Till Firit
  • 4 Std. 10 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Der dritte Roman Horváths ist sein erfolgreichster. Er wurde 1937 veröffentlicht und spielt in ebendieser Zeit. Die Gestapo nahm das Werk 1938 in die "Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums" auf.Deutschland nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten: Ein junger Lehrer gerät in Bedrängnis, als er in einem Schüleraufsatz abfällige Bemerkungen über "Neger" anstreicht. Der humanistisch denkende Lehrer spürt, dass er sich dem faschistischen Zeitgeist beugen muss, wenn er seinen Pensionsanspruch nicht verlieren will. Die Klasse fährt in ein Zeltlager, in dem die Schüler zwecks Wehrübungen kampieren. Dort wird ein Schüler hinterrücks erschlagen. Der Verdacht fällt auf einen Jungen, dessen Tagebuch der Lehrer heimlich aufgebrochen und gelesen hatte. Darin beschreibt der Junge seine Liebschaft mit der Anführerin einer Jugendbande. Der Lehrer steckt in einem Gewissenskonflikt: Hört er auf seine innere Stimme, erzählt von seinem Delikt und bringt sich damit um seine Anstellung - oder schweigt er. Es kommt zum Gerichtsprozess und der Lehrer muss Stellung beziehen. Gemeinsam mit dem "Klub" einem kleinen, verschworenen Kreis von Schülern versucht der Lehrer die Wahrheit über den Mord herauszufinden.

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Sehr zu empfehlen

Ein großartiges Buch - über Opportunismus und Zivilcourage, auch über die Religion, dabei sehr originell, witzig und am Ende sogar spannend wie ein Krimi.Die Stimme von Till Firit ist angenehm zu hören. Insgesamt sehr empfehlenswert.
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- murks1

Hoch aktuelles Thema

Ödön von Horváth gilt als einer der bedeutendsten Dramatiker seiner Zeit. In seinen späten Romanen warnte er dann vor dem Faschismus, indem er sich kritisch mit dem Völkischen als Nährboden des Faschismus auseinandersetzte. Nach der Machtergreifung Hitlers wurden Horváths Stücke in Deutschland nicht mehr aufgeführt. So erschien sein Roman „Jugend ohne Gott" 1937 in Amsterdam, wurde aber bereits 1938 im Reichsgebiet eingezogen.

Horváth zeigt darin, wie die Jugend bereits durch die NS-Propaganda vereinnahmt worden ist. Mit dem faschistischen Gedankengut seiner Schüler wird ein 34jähriger Geografie- und Geschichtslehrer eines städtischen Gymnasiums konfrontiert, der es jedoch nicht wagt, zu seiner humanistischen Einstellung öffentlich zu stehen.

Als er die Aufsatzhefte seiner Schüler korrigieren muss, strotzen diese von völkischen Parolen, er bringt jedoch nicht den Mut auf, hier einzugreifen, „denn was einer im Radio redet, darf kein Lehrer im Schulheft streichen". Als er eines Tages dann doch seine Ansicht kundtut („Neger sind auch Menschen"), reagieren die Eltern der Schüler mit Empörung.

Nach den Osterferien fährt die Klasse ins Zeltlager, damit die Kinder die vormilitärische Ausbildung erhalten. Hier kommt es zu einem Schülermord. Der Verdacht fällt auf einen Jungen, dessen Tagebuch der Lehrer heimlich gelesen hat. Bei der folgenden Gerichtsverhandlung steckt der Lehrer in einem Gewissenskonflikt und er muss Stellung beziehen. Schließlich kommt es zum Selbstmord des schuldigen Schülers. Der Lehrer erhält am Ende eine neue Aufgabe als Missionar in Afrika.

Im Wiener Mono Verlag ist dieser Roman über den beginnenden Faschismus zu Beginn der dreißiger Jahre als Hörbuch auf einer MP3-CD erschienen, die von AudioPool Berlin vertrieben wird. Die ungekürzte Lesung (4 Std. u. 10 Min.) des Schauspielers und Sprechers Till Firit arbeitet die charakterliche Lauterkeit des Lehrers und dessen Verstrickung in das gesellschaftliche System wunderbar heraus.
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- mawior

Weitere Infos zum Hörbuch

  • Erscheinungsdatum: 18.06.2009
  • Verlag: MONO Verlag