Inhaltsangabe

Die hier zu Gehör gebrachten Novellen sind von ganz unterschiedlicher Natur. Das reicht von einer skurrilen Kombination von Schwank, Märchen und Legende über eine frech-frivole erotische Geschichte und manches andere bis zu einer Politposse:

Die Verkleidungen des französischen Hofmeisters und seines deutschen Zöglings;
Raphael und seine Nachbarinnen;
Die Liebesgeschichte des Kanzlers Schlick und der schönen Sienerin - Eurial und Lukrezia;
Die drei liebreichen Schwestern und der glückliche Färber;
Fürst Ganzgott und Sänger Halbgott;
Angelika, die Genueserin und Cosmus, der Seilspringer.


Achim von Arnim (1781 - 1831) gilt neben Clemens Brentano und Joseph von Eichendorff als wichtigster Vertreter der Heidelberger Romantik.

Die zeitgenössischen Urteile über Arnim gingen weit auseinander. Heine schrieb, Arnim sei "ein großer Dichter und einer der originellsten Köpfe der romantischen Schule. Die Freunde des Phantastischen" würden "an diesem Dichter mehr als an jedem anderen deutschen Schriftsteller Geschmack finden". Goethe dagegen sah Arnims Werk als ein Fass, an dem der Küfer vergessen habe, die Reifen festzuschlagen.

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©gemeinfrei (P)2014 Vorleser Schmidt Hörbuchverlag
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Kundenrezensionen

Hilfreichste
4 out of 5 stars
Von Matthias Am hilfreichsten 01.03.2014

Gewöhnungbedürftiger Vortrag

Immer auch der suche nach klassischen Texten, die nicht unbedingt dem Kanon angehören, bin ich auf diese Arnim-Novellen gestoßen. Sie sind sehr unbekannt. Das freut den Raritätenjäger; merkwürdig ist das aber schon, dass sich Schmidt bei völliger Ebbe im Hörbuch-Bereich in Sachen Arnim an das Entlegene macht. Wär es nicht sinnvoller gewesen, erstmal die starken Novellen einzulesen? Also Isabella von Ägypten / Der tolle Invalide etc.?
Na gut, erstmal also diese Sachen, vielleicht folgt das andre ja noch.
Die Sachen sind schwächer als die furiosen Meisternovellen, aber nicht ohne Reiz. Schön erzählte Geschichten, meist Liebesschwänke, die zeigen, dass Arnim witz hat und sich an der Renaissance orientiert hat - er hat eine leichte Art, die verständlich macht, warum Heine ihn so lobte.
Zum Vor-Leser:
Gute Nachrichten - die infernalisch schlechte Aufnahmetchnik der ersten höbücher von Schmidt scheint besser geworden zu sein. Früher hörte man jeden Schnitt. Jetzt nur noch jeden sechsten. Es geht aufwärts. Sonsten ist das ein Vorleser sehr puristischer Manier. Das muß man mögen. Schön ist sein behagliches Tempo, man kann gut folgen. Angesichts vieler toller vorleser, die auch ein bißchen (oder sehr viel) von sich in den Text geben, muß Schmidt aber doch enttäuschen. Das ist alles doch erstaunlich kalt, und die Fallhöhe zwischen aufregenden Stellen und frostig-betulichem Herunterlesen ist mitunter gradezu grotesk - es verleiht den alten Texten genau das, weshalb sie der durchschnitthörer nicht liest / hört: Betagtheit und Verstaubtheit. auch vermeidet Schmidt gradezu ängstlich jede Unterscheidung von Charakteren durch die Stimme. Klar, man muß jetzt nicht immer so übertreiben wie Bierstedt manchmal. Aber: In einigen Novellen taucht ein Ich-Erzähler auf, der einen andren Erzähler lange in der Ich-Form reden läßt, und man kann diese Ebenen vom Klang des Lesens her nicht unerscheiden! Da wünschte man sich schon einen Hauch Nöthen oder Westphal.
Naja - auch wenn mich also Hans-Joachim Schmidt nicht völlig glücklich macht, finde ich doch seinen Mut lobenswert, seltene Sachen zu lesen, die wir sonst wohl nie zu hören kriegen. Und er nervt mich mit seiner Distanziertheit auch nicht so, dass ich ihm nicht mehr zuhören mag. Über mehr Romantik-Texte würde ich mich freuen - vielleicht auch mal Tieck? Der ist so toll, und keiner liest ihn(vor).

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4 von 4 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

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