Inhaltsangabe

Iris, eine frivole junge Engländerin im Italienurlaub, erleidet am Rückreisetag am Bahnhof des glühend heißen Ferienorts einen Schwächeanfall. In letzter Minute landet sie in einem ebenfalls völlig überhitzten Abteil zwischen einer italienischen Familie, einer düsteren Baroness und Miss Froy, einer geschwätzigen Gouvernante, die sich um die immer noch schwache Iris kümmert, ihr aber bald auf die Nerven geht. Doch als Iris nach einem tiefen Schlaf erwacht, ist Miss Froy nicht nur spurlos verwunden, es scheint sie sogar nie gegeben zu haben - niemand will sich an sie erinnern...

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©1938 Goldmann (P)2015 edition audoba
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Kundenrezensionen

Hilfreichste
5 out of 5 stars
Von Matthias Am hilfreichsten 21.01.2016

Packend bis zur letzten Minute

Europa, kurz vor dem 2. Weltkrieg. Ein reiches und dekadentes Mädchen macht mit ihren Freunden in einem kleinen Balkanland Urlaub - und zerstreitet sich mit ihnen. Die Truppe reist ohne sie ab. Sie muß allein nach London zurückreisen. Im Zug nach Triest lernt sie eine nette ältere Dame kennen. Doch plötzlich ist die Dame aus dem Abteil verschwunden. Das Merkwürdige - kein Mensch will sie je gesehen haben, vom Sitznachbarn bis zum Kellner im Speisewagen. Ein gigantisches Komplott - oder wird Iris allmählich wahnsinnig?
So beginnt einer der berühmtesten Thriller aller Zeiten. Geschrieben hat ihn 1936 die Frau, die den modernen Thriller mitbegründet hat - Ethel Lina White. Sie schrieb - anders als ihre Konkurrentin Agatha Christie - düsterer, bedrohlicher und erschuf Romane, in der die beklemmde Atmosphäre viel wichtiger war als die Frage nach dem Täter. Das macht sie für uns wieder spannend, weil sie damals schon so moderne Töne anschlug, die wir heute in Thrillern moderner Autoen wiederfinden.
Berühmt wurde sie mit dem Klassiker "Die Wendeltreppe" (1933) - auch mehrmals verfilmt - und auch hier steht im Mittelpunkt eine auf sich selbst gestellte Frau, die sich einsam durch düstere Bedrohungen schlagen muß. Überhaupt - das Gegenstück zum "Einsamen Wolf" in der Literatur hat wohl Frau White erfunden - man könnte bei ihr von "einsamen Wölfinnen" sprechen, die sich mit sich selbst und der bedrohlichen Umwelt tapfer und zäh herumschlagen. "Eine Dame verschwindet" ist deswegen auch ein ungewöhnlich emanzipatorisches Buch für die 30er Jahre.
Alfred Hitchcock sah viel Potenzial in diesem Roman und verfilmte ihn 1938. Interessanterweise folgt der Film bis etwa zur Hälfte relativ eng der Buchvorlage, um dann eine völlig andere Geschichte zu erzählen - nämlich die Geschichte, die im Roman eine Figur als Hypothese entwickelt, aber wieder fallen läßt! Insofern haben Buch und Film unterschiedliche Enden. Also - wer den Film kennt und das Buch noch nicht - der darf sich auf ganz neue Wendungen freuen - und einen Thriller, der wirklich bis zum Schluß atemberaubend bleibt!
Jens Wawrczek liest toll, wenn auch seine ungewöhnlich hohe Falsettstimme erstmal ein bißchen gewöhnungsbedürftig ist. Aber das macht ihn sehr prädestiniert für das Vorlesen von Frauenstimmen. Sie klingen bei ihm witzig und kein bißchen gekünstelt.
Eine echte Bereicherung auf dem Hörbuchmarkt! Jetzt kriegt man richtig Lust auf eine ungekürzte Lesung der "Wendeltreppe!"

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18 von 19 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

5 out of 5 stars
Von Der Räuber Am hilfreichsten 21.11.2017

Spannende Zugreise

Die Geschichte ist doch anders gelagert, als der Film. Hitchcock hat das Grundgerüst genommen und eine Spionage Geschichte daraus gemacht. So kann man zum einen das Hörbuch und auch den Film neben einander anhören bzw. sehen.

Der Sprecher ist zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, in Laufe der Hörbuches geht es dann. Die Tonlage passt nicht so ganz, obwohl die Technik des Sprechers vollkommen in Ordnung ist.

Die Geschichte ist schon sehr spannend und hat mich und meine Frau sehr überzeugt.

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2 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

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