Paganinis Fluch : Joona Linna

  • von Lars Kepler
  • Sprecher: Simon Jäger
  • Serie: Joona Linna
  • 17 Std. 35 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Carl Palmcrona wird tot in seiner Stockholmer Wohnung aufgefunden. Das Zimmer, in dem er an einem Strick hängt, ist unmöbliert - es gibt darin nichts, worauf er hätte steigen können, um Selbstmord zu begehen. Am selben Tag wird auf einer Jacht vor Stockholm eine tote Frau entdeckt. Ihre Lungen sind mit Meerwasser gefüllt, ihr Körper und ihre Kleider jedoch sind vollkommen trocken. Diese beiden mysteriösen Todesfälle geben der Polizei Rätsel auf. Joona Linna beginnt zu ermitteln - und steht schließlich vor seiner gefährlichsten Prüfung überhaupt.

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

toller, sehr detaillierter, kritischer Krimi

Ich kann mich meinem Vorgänger nicht anschließen. Okay Keppler ist gewöhnungsbedürfig. Ich habe jetzt beide Bücher nacheinander gehört und finde ihn, je länger ich ihn höre fantastisch. Die Erzählweise erinnert ein wenig an Fernsehdrehbücher für Blinde. Eigentlich sind es Vorlagen für Verfilmungen. Er beschreibt detailliert. Großartig bildhaft entstehen die Bilder vor dem inneren Auge. Nach ca. 1/3 wird es so spannend, dass es schwierig wird schlafen zu gehen. Toll gezeichnete Personen, besonders Jona, der menschlich, tiefgründige Außenseiter ist sehr sympathisch. Toll finde ich auch die Ausflüge in die Krisengebiete, wo schrecklich realistisch geschildert wird was "wir" tun. Geld verdienen am Genozid.
Alles in allem 5 Sterne. Mutig, aufrüttelnde, spannende Unterhaltung, wobei ich hier meine eigenen Worte von Unterhaltung zu sprechen schon fast als dekadent empfinde.
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- Heike

Die schlimmsten Alpträume werden wahr

Den Schriftsteller Lars Kepler gibt es gar nicht. Der Name ist das Pseudonym des schwedischen Ehepaares Alexander und Alexandra Ahndoril, die gemeinsam alle Fälle des Kommissars Joona Linna erdacht und aufgeschrieben haben. So auch diesen.

Sein Titel "Paganinis Fluch" ist leider eine unverständliche Fehlleistung des deutschen Verlages. Denn auch diesen Fluch gibt es nicht. Das schwedische Original heißt "Paganinikontraktet", also übersetzt "Der Paganini-Vertrag". Gemeint ist ein Bund mit dem Teufel, den der Meistergeiger eingegangen sein soll, um so berauschend spielen zu können. Und genau das trifft den Kern des Romans: Verschiedene Personen schließen einen Kontrakt mit einem menschlichen Teufel, den sie selbst durch ihren Selbstmord nicht aufheben können. Denn wenn sie sich umbringen dann in der furchtbaren Gewissheit, dass ihr teuflischer Vertragspartner den Suizid bestraft, indem der den schlimmsten Alptraum des ehemals Lebenden postum wahr werden lässt: Er gibt Befehl, Kinder, Ehefrauen, Geschwister auf bestialische Weise umzubringen, zerstört Existenzen, unliebsamen Zeugen wird von einem Profikiller kurzerhand das Genick gebrochen.

Die Autoren machen ihren Erzählstil zum Unikat, indem sie die vermeintliche Linearität der Handlung immer wieder durch überraschende, kaffkaesk-surreal anmutende Szenen brechen: Ein abgehalfterter homosexueller Showmaster zwingt verzweifelte, in Lebensgefahr schwebende Flüchtlinge zu einem perversen Quiz in seinem Ferienhaus. Die Mega-Luxusyacht einer der Romanfiguren entpuppt sich als schwimmende Sperrmüllhalde. Passanten, dringend um ein Handy gebeten, verweigern jede Hilfe und stimmen stattdessen eine Hasstirade auf Kapitalisten an…

Kepler/Ahndoril erzählen die Geschichte systematisch ohne jeden Anflug von reißerischer Inszenierung. Selbst die Szenen, in denen es um Leben und Tod geht, laufen mit chirurgischer Präzision Schritt für Schritt ab, wobei die Erzählform im Präsenz an ein Protokoll erinnert. Leider leisten sich die Autoren für meinen Geschmack zu viele tote Äste. Wohl mit dem Ziel, die Leser auf falsche Fährten zu lenken um dann mit Überraschungseffekten zu punkten. Das klappt aber in den meisten Fällen nicht, weil selbst für gelegentliche Leser von Thrillern das Schild "Sackgasse" deutlich sichtbar an den Anfang dieser Episoden genagelt wurde.

"Paganinis Fluch" ist sehr intelligent, spannend und absolut hörenswert. Auch wegen des Erzählers Simon Jäger, der den Charakter der besonderen Erzählweise durch seine Art zu phrasieren gekonnt unterstreicht und sie damit unverwechselbar macht.

Nach Ende des Hörbuchs habe ich die Joona-Linna-Serie sofort mit "Flammenkinder" fortgesetzt und kann jetzt schon sagen: Noch besser als Paganini!
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- Flyboy01

Weitere Infos zum Titel

  • Erscheinungsdatum: 13.10.2011
  • Verlag: Lübbe Audio