Tödliche Camargue : Capitaine Roger Blanc

  • von Cay Rademacher
  • Sprecher: Oliver Siebeck
  • Serie: Capitaine Roger Blanc
  • 10 Std. 23 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

August, die Luft über der Provence flirrt in drückender Hitze. Capitaine Roger Blanc und sein Kollege Marius Tonon werden in die Camargue gerufen: Ein schwarzer Kampfstier ist von der Weide entkommen und hat einen Fahrradfahrer mit den Hörnern aufgespießt. Ein bizarrer Unfall, so sieht es zunächst aus. Bis Blanc ein Indiz dafür entdeckt, dass jemand das Gatter absichtlich geöffnet hat.

Der Tote ist Albert Cohen, Reporter eines Politmagazins, Modeintellektueller aus Paris, Fernsehberühmtheit. Er ist in der Camargue, um einen großen Artikel über Vincent van Gogh zu schreiben. Doch was sollte das mit dem Anschlag zu tun haben? Während ein fröhlicher Bautrupp das alte Dach von seiner halb verfallenen Ölmühle abträgt, aber kein neues eindeckt, stößt Blanc bei seinen Ermittlungen auf Cohens unvollendete Reportage, die gar nicht so harmlos ist, wie sie zunächst aussieht - und auf eine alte, tödliche Geschichte, die jeder, aber auch wirklich jeder vergessen will. Mit seinem zweiten Fall kommt Blanc seiner neuen Heimat ein Stück näher. Doch der Preis, den er dafür zahlen muss, ist hoch.

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Bannalec lässt grüßen

Cay Rademacher habe ich durch den Roman „Der Trümmermörder“ für mich entdeckt. Ein faszinierendes Porträt der unmittelbaren Nachkriegszeit in Deutschland, ein wirklich gelungener Krimi. „Der Schieber“ war schon etwas schwächer, aber immer noch gut. Aber dass Cay Rademacher jetzt meinte, auf den fahrenden „Pariser-Polizist-wird –wegen-Unbotsamkeit-zwangsweise-in-die-Provinz-versetzt-und-leidet-dort-vor-sich-hin“-Zug à a Bannalec aufspringen zu müssen, hat seinen Romanen nicht gut getan. Wie bei Bannalec wird bei Rademacher ein unliebsamer Elitepolizist in die Provinz versetzt, hier trägt er nicht den Allerweltsnamen Dupin, sondern den Allerweltsnamen Blanc, die malerische Provinz ist nicht die Bretagne, sondern die Camargue, wie bei Bannalec leidet der ehemalige Pariser Polizist unter seinem bornierten und überambitionierten Chef, wie bei Bannalec stehen neben der Kriminalgeschichte vor allem die Landschaft und ihre touristischen Sehenswürdigkeiten im Vordergrund, und wie bei Bannalecs erstem Dupin-Roman, den Bretonischen Verhältnissen geht es in „Tödliche Camargue“ um künstlerische Klassiker der Moderne, Van Gogh und Gauguin, der nicht nur ein begnadeter Maler war, sondern auch ein Kneipenhaudegen, es geht ein aus einer Kneipe/ einem Provinzmuseum gestohlenes Gemälde, aber auch der Pariser Filz, die Terrororganisation Action directe spielen in die Tödliche Carmague hinein. Während der erste Blanc-Roman ein reiner Abklatsch der Bannalec-Romane war, ist der zweite deutlich besser: Schöne Landschaftsbeschreibungen, eine verwickelte Kriminalgeschichte, deren viele Enden so miteinander verwoben sind, dass es fasziniert.
Was mich an diesem Hörbuch aber massiv gestört hat, war die miserable französische Aussprache Oliver Siebecks: Als er den Patricia Kaas-Song Reste sur moi aussprechen soll, klingt das nicht nach Bleib auf mir, sondern nach Essensreste auf mir, gruselig. Die verschiedenen französischen Nasale kann Siebeck auch nicht auseinanderhalten, die Nackenhaare stehen einem zu Berge, manchmal habe ich beim Zuhören wirklich gelitten. Oliver Siebeck hat andere Hörbücher meisterhaft eingesprochen, aber er sollte die Finger (oder besser die Zunge) von (pseudo)französischen Hörbüchern lassen, das ist wirklich eine Qual für alle Seiten.
Resümee: Am liebsten würde ich Cay Rademacher in die unmittelbare Nachkriegszeit zurückschicken, dort sind seine besten Krimis angesiedelt. Aber wenn er unbedingt auf die Frankreich-Mode aufspringen will, dann müssen sich seine Fans wohl daran gewöhnen. Dieser Roman ist in jedem Fall besser als der erste Blanc-Roman, vielleicht schwimmt er sich im dritten Blanc-Roman völlig frei von seinem Vorbild. Und seine Deutung des abgeschnittenen Ohrs von Vincent van Gogh ist geistreich und einleuchtend, gerade weil sie nicht mit der üblichen Deutung der etablierten Kunsthistoriker übereinstimmt. Hörenswert, wenn man sich nicht Siebecks miserablem Französisch stört.
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- Ursula Kiermeier

Überragend

Auch der zweite Teil hat überzeugt. Ein Alltagsretter. Wunderbar geschrieben und gelesen. Nie langweilig und detailgetreu. Ich habe mich in einen Landstrich verliebt, den ich selbst noch nie besucht habe. Nie kitschig, sehr authentisch und trotzdem klassisch. Der Sprecher hat diesem Buch Leben eingehaucht und passte perfekt. Danke für diesen Hörgenuss.
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- Amazon Kunde

Weitere Infos zum Titel

  • Erscheinungsdatum: 09.04.2015
  • Verlag: Audible Studios