Das Buch des Vaters

  • von Urs Widmer
  • Sprecher: Urs Widmer
  • 7 Std. 6 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

"Das Buch des Vaters" ist die Aufzeichnung eines leidenschaftlichen Lebens, von der Liebe zur Literatur bestimmt. Von den großen Utopien, Hoffnungen und Enttäuschungen des 20. Jahrhunderts. Und von der Liebe zu Clara Molinari, einer geheimnisvollen Frau.

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Spurensuche

Wer zum Geburtstag ein Buch mit leeren Seiten geschenkt bekommt, diese mit seinem Leben zu füllen weiß, dem ist nicht selten der Weg zur Kunst vorgegeben. Er entzieht sich der Schnelligkeit, er schaut genauer hin und er überläßt sich dem Urteil anderer. Bei Widmer dient das Tagebuch vor allem, um den toten Vater wieder lebendig zu machen, seinen Erinnerungen zu folgen, indem der Sohn das Buch fortführt, weil es für ihn noch nicht beendet ist. Der Vater hat ein umtriebiges Leben gelebt, fühlte sich mit Villon, Diderot und Stendhal verwandt und folgte politischen Utopien, die uns heute als solche erscheinen, weil wir sie haben verglühen sehen. In der Zeit des Vaters jedoch erschien ein Antifaschist unabdingbar zu sein und mündete in den Kommunismus. Dass selbst der Vater dies nicht durchhielt, ihn die Enttäuschungen seiner Zeit einholten, ist faszinierend beschrieben, eröffnet dem Sohn die Möglichkeit, sich dem Vater zu nähern, Verständnis von dem zu scheiden, was unverzeihlich erscheint. Was vermag eine Geschichte mehr, als etwas Verschollenes, beinah Untergangenes zurück ins Leben zu rufen. Was erhoffen wir von den Nachgeborenen mehr, als dass sie nicht zu leicht urteilen. Wenn dies ein Urs Widmer in die Hand nimmt, taucht nicht selten ein nachsichtiges Schmunzeln auf.
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- folgren

Ein Buch für den Vater

Im Schweizer Dorf bekommt jeder Bewohner zwei Dinge: zur Geburt einen Sarg, zum 12. Geburtstag ein leeres Buch. Der Sarg wartet bis zum Tod vor der Haustür. In das Buch muss der Besitzer jeden Tag einen Bericht schreiben. Solange der Besitzer lebt, darf niemand das Buch lesen, aber danach gehört es allen Dörflern, um daraus zu lernen.

Aus diesem Dorf stammt auch Karl W. Widmer, und weil das Buch für ein ganzes Leben reichen muss, schreibt er mit millimeterkleiner Schrift über sein Leben, Lieben, Wirken und seine Krankheit. Längst schon wohnt er in der Stadt, ist ein bekannter Übersetzer und Lehrer. Dann stirbt er, und es geschieht etwas Ungeheures: die Mutter bringt das Buch schnellstens zum Müllwagen; das Weiße Buch ist für immer verloren! Also beginnt der Sohn, nach Gehörtem, Erlebtem und Erdachtem ein neues Weißes Vater-Buch zu schreiben...

Ich liebe dieses Hörbuch, weil sich in ihm Fiktion und Realität mischen und ständig aneinander reiben. Man wähnt sich in einer hübsch erdachten Familiengeschichte, da tauchen plötzlich bekannte Namen von Malern, Verlegern und Schriftstellern auf. Und bei Wikipedia findet sich die Bestätigung: ja, Urs Widmer beschreibt Tatsachen!
Als Theaterautoren (Top Dogs, Nepal) schätze ich Urs Widmer schon lange, nun hoffe ich, dass er auch die Geschichte seiner Mutter noch einliest.
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- Ohrwurm

Weitere Infos zum Hörbuch

  • Erscheinungsdatum: 08.04.2008
  • Verlag: Diogenes Verlag AG