Das Traumbuch

  • von Nina George
  • Sprecher: Richard Barenberg, Cathlen Gawlich, Jacob Weigert
  • 9 Std. 50 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Das Leben besteht aus der Summe stündlicher Entscheidungen. Doch welche sind richtig? Welche führen zu Glück, Liebe, Freundschaft - welche zu Verzweiflung und Einsamkeit?
Mit dieser existenziellen Frage ringen die Verlegerin Eddie, der Kriegsreporter Henri und der hochsensible Teenager Sam, als Henri nach einem Unfall ins Koma fällt.

"Verdammt, Henri, was hast du dir dabei gedacht? Du hast mich benutzt, du hast mich zurückgewiesen. Und jetzt liegst du da, im Koma, und ich soll über dein Leben entscheiden? Und wer ist das? Wieso weiß ich nicht, dass du einen dreizehnjährigen, hochbegabten Sohn hast? Ich hätte so gerne mit dir einen Sohn gehabt. Was für Leben hast du noch gelebt, von denen ich nichts weiß?"

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Ein wundervoller Roman über das Leben und den Tod

Dank der Premierenlesung in Leipzig wurde ich neugierig auf Nina Georges neustes Werk, „Das Traumbuch“ und beneide jetzt alle, die es noch vor sich haben, dieses Buch zum ersten Mal zu lesen.

Nina George stellte nach „Die Mondspielerin“ und „Das Lavendelzimmer“ ihr drittes und letztes Buch vor, in dem es um den Tod gehee. Dabei steckt dieses Buch so voller Leben, Hoffnungen und Träume, wie wenige andere Bücher, die ich bisher gelesen habe. „Das Traumbuch“ ist gefüllt mit Geschichten, auf die man sich einlassen wollen muss. Dann erwartet einen in oft poetischer Sprache ein in mehrfachem Sinne phantastischer Roman.

Im Mittelpunkt stehen Henri, seine Ex-Partnerin Edwinna, genannt Eddie, und sein 13-jähriger Sohn Samuel. Henri ist auf dem Weg zu Sams Schule, als er vor ein Auto stolpert und als Koma-Patient im Krankenhaus landet. In seiner Patientenverfügung hat er Eddie eintragen, ohne sie darüber je zu informieren.

In Henris Worten: „Eddie ist das Beste, das mir nie passiert ist“. Genau deshalb hadert Eddie besonders mit Henris Entscheidung, sie ungefragt auf seiner Patientenverfügung einzutragen – kam es doch zur Trennung direkt nachdem sie ihm eine der schönsten Liebeserklärungen machte. Inzwischen hat sie längst einen neuen Partner und die Tür für eine gemeinsame Zukunft mit Henri schon längst geschlossen. Auf der Intensivstation trifft sie zum ersten Mal Henris Sohn.

Sam hatte Henri eingeladen, um ihn endlich kennenzulernen, steht an der Schwelle zur Pubertät und hat als Synästhetiker https://de.wikipedia.org/wiki/Syn%C3%A4sthesie „mehr Welt als die meisten Anderen“ in seinem Leben. So verlockend manche Aspekte klingen, so deutlich wird auch, dass Synästhesie gleichzeitig Segen und Fluch sein. Sam steht sein skurriler Freund Scott zur Seite, mit dem ihm nicht nur die Leidenschaft für das Lesen verbindet und der auch Verständnis für seine erste Verliebtheit zeigt.

Was eine düstere Geschichte sein könnte, macht Nina George zum genauen Gegenteil, voller Licht und Hoffnung. Statt in Klischees oder auf die Tränendrüse zu drücken, nimmt sie ihre Leser mit in eine Welt, die den meisten von uns fremd ist – die der Komapatienten und deren Angehörigen. Eddie und Sam kämpfen gemeinsam mit den Angestellten des Krankenhauses darum, dass Henri aus dem Koma zu ihnen zurückkehrt.

Henri hingegen schwebt zwischen den Welten, erlebt, was war und was hätte sein können, lebt sozusagen im Koma. Während früher sein Fluchtinstinkt sehr ausgeprägt war, wandert seine Seele jetzt zwischen den Welten und er will sein Leben nicht loslassen. Henri hört und spürt seine Besucher, kann jedoch nicht mit ihnen kommunizieren.

Das Innenleben der drei so unterschiedlichen Hauptfiguren wird behutsam und überzeugend dargestellt, so wie auch die Nebenfiguren. Alle sind so facettenreich wie echte Menschen, man kennt ihre Hoffnungen und Träume, was den Abschied von ihnen am Ende des Buchs umso schwerer macht. Während Henri und Eddie schon wichtige Menschen in ihrem Leben verloren haben, erlebt Sam zum ersten Mal wie es ist, sich vermutlich von einem engen Verwandten verabschieden zu müssen. Alle drei haben sehr unterschiedliche Vorstellungen vom Leben und Tod, sowie vom Leben in der Zwischenwelt. Insbesondere Sams meist unbefangener Umgang mit Henris Schicksal und dem andere Menschen im Krankenhaus hat mich nachhaltig beeindruckt. Nina George verarbeite in diesem Roman auch den Abschied von ihrem eigenen Vater, der ihr sehr nahe stand.

Richard Barenberg, Cathlen Gawlich und Jacob Weigert gelingt es, Henri, Eddie und Sam zum Leben zu erwecken, als ob sie selbst mit den Zuhörern sprechen würden. Dank ihres Vortrags wirkte „Das Traumbuch“ auf mich noch intensiver als es die gedruckte Version getan hätte.

Nina George ist ein besonderes Buch gelungen, dessen Figuren mich berührten, deren Schicksal und Gedanken mich auch nach dem zweiten Hören noch beschäftigen. Ja, denn nach dem ersten Hören war ich sprachlos, konnte meine Gedanken und Gefühle nicht in Worte fassen und entschied, „Das Traumbuch“ ein zweites Mal zu hören. Ein phantastischer Roman, der sich mit scheinbarer Leichtigkeit intensiv und einfühlsam mit dem (Er-)Leben von Komapatienten und deren Angehörigen beschäftigt, sowie dem Tod. Im Mittelpunkt steht jedoch eindeutig das Leben mit all seinen bunten Farben, Sehnsüchten, Hoffnungen, Träumen und zahllosen Möglichkeiten, durch die Augen dreier sehr lebendiger Hauptfiguren. Ein wahrlich wundervolles Hörbuch.
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- Buechereule2

Eine Geschichte die zu Herzen geht

Auf das neueste Hörbuch von Nina George habe ich mich sehr gefreut. Es ist auch wieder wirklich sehr gut geschrieben.

Hier geht es um Leben und Tod. Henri liegt im Koma. Er hatte einen Unfall, als er auf dem Weg war, seinen 13-jährigen Sohn zum ersten Mal zu besuchen. Dieser Sohn – Sam genannt, der übrigens hochbegabt und supersensibel ist – bangt nun am Bett seines Vaters um dessen Leben. Und dann ist da noch seine Ex-Geliebte Eddie, die er ohne ihr Wissen in seine Patientenverfügung eingetragen hat. Es trifft sie aus heiterem Himmel, hatte Henri sie doch auf recht unschöne Art verlassen. Und nun soll sie über sein Leben oder Sterben entscheiden.

Im Krankenhaus trifft Sam auch auf ein junges Mädchen, das ebenfalls im Koma liegt. Fortan besucht er nicht nur seinen Vater, sondern auch das Mädchen, das keine Familie mehr hat und somit nie Besuch bekommt.

Erzählt wird diese Geschichte aus 3 Perspektiven. Von Sam, von Eddie und von Henri. Wie Nina George das gemacht hat, fand ich sehr genial und am Ende hochdramatisch.

Es ist ein Buch, um sich die Augen auszuweinen. Denn es steckt in jedem der Sätze so viel Hoffnung und doch auch wieder so viel Verzweiflung. Für meinen Geschmack schon grenzwertig viel des Guten.

Aber sie übertrat die Grenze zur Schnulze nie, was ich wiederum sehr gut fand. Denn bei diesem Thema war das eine Gratwanderung sondergleichen.

Die ausgewählten Sprecher passten allesamt perfekt zu ihrer jeweiligen Rolle. Vor allem brachten die verschiedenen Stimmen und die verschiedenen Perspektiven sehr viel Abwechslung in die Geschichte, so dass sie keine Minute langweilig wurde.
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- Ute

Weitere Infos zum Hörbuch

  • Erscheinungsdatum: 17.03.2016
  • Verlag: Argon Verlag