Der Mitreiser und die Überfliegerin

  • von Mira Valentin
  • Sprecher: Julian Horeyseck
  • 8 Std. 49 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Ist es Magie? Oder einfach nur das Leben?

Die Welt des 18-jährigen Milan gerät aus den Fugen, als seine Sandkastenfreundin Jo bei einem Kletterunfall ums Leben kommt. Doch dann fliegt ihm plötzlich ein weißer Wellensittich zu, der ihn ganz bewusst zum Zirkus Salto lockt. Dort lernt Milan die schöne, aber womöglich verrückte Trapezkünstlerin Julie kennen. Angezogen von ihrer sonderbaren Theorie über magische Menschen und Seelentiere reist Milan mit dem Zirkus und lernt: Es erfordert eine Menge Mut, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen. Oder Magie - ganz wie man es nimmt.

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Ein Buch, was zum Lebensgefühl wird

Das Hörbuch
Bevor ich dieses Hörbuch gehört habe, bin ich bereits selbst auf den Spuren Milans und seiner Überfliegerin durch den Zirkus und das Leben gewandelt.
Die Bewertung des Buches an sich folgt getrennt zum Hörbuch.
Der Sprecher des Hörbuches konnte mir den Inhalt des Buches fast genauso nah bringen, wie es mir durch das selbst lesen gelang. Einige Male habe ich geschluchzt, geschluckt und sogar Tränen vergossen.
Ein paar Kritikpunkte habe ich jedoch:
Die Aussprache der Protagonistennamen passten für mein Empfinden nicht zur inhaltlichen Darstellung des Buches. (eine leicht französisch angehauchte Aussprache) Dies zog sich logischerweise durch das komplette Buch. Außerdem waren Einzelszenen emotional irreführend betont, so dass ich diesbezüglich für den Sprecher einen Stern abziehe. Mit dem Inhalt der Geschichte hat das jedoch nichts zu tun.

Die Geschichte
Im Buch "Der Mitreiser und die Überfliegerin" schickt die Autorin Mira Valentin Milan auf die Reise durch die Achterbahn des Lebens.
Milan kämpft mit sich, mit den Erfahrungen der Täler, mit seiner Selbstwahrnehmung und die nicht übereinstimmende Fremdwahrnehmung. Ich, als Leser, habe Milan nicht nur von außen begleitet, sondern bin instinktiv - mittendrin statt nur dabei- mit ihm mit gereist.

Es war, als würde ich selbst am Abgrund stehen und durch den Gegenwind bedrohlich schwanken, müsste auf einer Slackline über in den Weg gelegte Steine springen - obgleich sowohl sie als auch ich bei einer etwaigen Berührung zu zerbrechen drohen.
Es war, als wüsste ich nicht, welcher Weg der richtige ist, wo das Ende und wo der Anfang sind.
Es war, als wenn ich selbst hätte weglaufen müssen, schnell wie der Blitz oder ein Pferd - aber wo hätte ich hinlaufen sollen. Auch das wusste ich selbst ebenso wenig wie Milan.
Es war als würde ich selbst den steilen schmerzhaften Weg durch mein inneres zusammengefallenes Geröll nehmen, das Licht am Ende des Tunnels erblicken - nichtwissend, was richtig ist.
Es war, als wenn ich selbst zu feige wäre überhaupt Entscheidungen zu treffen und wenn ich welche träfe, sie immer nur falsch sein können.
Es war, als würde ich selbst vor Angst zerfressen alle helfenden Hände in den Wind schlagen.
Es war, als würde ich selbst alle meine aufgeladenen Pakete des Lebens komplett ablegen, um sie mit sehr viel Mut, Ehrlichkeit, Offenbarung und Akzeptanz neu zusammen zu stellen, in tragbare Pakete zu schnüren und durch die bedingungslos angebotene Hand meiner Begleiter auf unterschiedliche Schultern aufteilen zu dürfen. Geteiltes Leid ist vielleicht nicht halbes Leid, aber in jedem Fall tragbareres Leid.
Es war, als würde ich mich selbst nach helfenden Händen umsehen und dabei feststellen, dass nicht jeder der mir seine Hand reicht auch fähig ist, meine geschnürten Schnürpakete zu sehen, geschweige denn diese ein Stück des gemeinsamen Lebensweges für mich mit zu tragen.
Es war, als würde ich selbst erkennen, dass ich dennoch nicht jedem meine Hand und Schultern zum tragen seiner Last anbieten muss und auch, als wenn ich selbst derlei Fragen nach Trageplatz auf meinen Schultern mutig und ehrlich verneinen würde.
Es war, als würde ich selbst den Zaun des Zirkus vor mir sehen und die Welt wäre klar und sichtbar eingeteilt.

Für die einen ist es ein Vogel, für die anderen ist es der Vogel.
Für die einen ist es vor dem Zaun, für die anderen ist es hinter dem Zaun.
Für die einen sind es "private", für die anderen sind es Menschen.
Für die einen sind es Vertreter, für die anderen ist es normal.
Für die einen ist es ein Buch, für die anderen ist es ein Lebensgefühl.

Für mich ist es kein Buch, es ist ein Gefühl. Ich möchte auch außerhalb meiner Stunden der Mitreise einen weißen Vogel als Begleiter haben, der mir entscheidende Hilfestellungen gibt - das würde mein Leben wirklich einfacher machen.
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- Sarah Trimagie

Schöne Idee, Umsetzung zu oberflächlich

Für manche Bücher ist es der falsche Zeitpunkt und zu anderen findet man keinen richtigen Zugang. Mit mir und dem Buch war es das Letztere. Leider.

Ich habe für dieses Buch bei einem Gewinnspiel mitgemacht und auch noch gewonnen. Habe mich sehr gefreut, da ich über dieses Buch einiges und sehr viel Positives gehört und gelesen habe. Die Autorin Mira Valentin hat mit "Der Mitreiser und die Überfliegerin" sogar den -Kindle Storyteller Award- gewonnen. (Wer mehr dazu wissen möchte, kann HIER mal schauen. Quelle: Autorenwelt)

Das Cover gefällt mir sehr und ist thematisch auch sehr passend umgesetzt. Zudem fühlt sich die Oberfläche angenehm an, wenn man über das Cover streicht. Liest man dan den Klappentext, verspricht er eine fantastisch angehauchte und magische Story. Wer erinnert sich nicht an seine Kindheit und Jugend und die Zirkusbesuche? Hatte man das große Zirkuszelt betreten, schien es, als würde man in eine andere Welt eintreten. Zauberei, Erheiterung, Kunststücke und manchmal auch Tiervorstellungen - all das ließ einen den Alltag und die Außenwelt für einige Zeit vergessen. Dieses Gefühl wünschte ich mir beim Lesen des Buches auch.

Mit dem Hinweis am Anfang zerstreuten sich diese Wünsche aber auch sofort:

"Bei Personen, die an Depressionen leiden, suizidale oder selbstverletzende Gedanken haben, könnte das Lesen dieses Buches zu einer Verschlechterung ihres Zustandes führen."

Der Schreibstil ist flüssig und man kommt gut und schnell vorwärts. Doch inhaltlich konnte ich nicht so richtig folgen. Milan, der Protagonist, ist seit dem Tod seiner besten Freundin Jo am Boden zerstört. Seine Welt ist komplett aus den Fugen geraten. Doch eines Tages nimmt sein Leben wieder einen positive Wendung. Durch einen Wellensittich, der sein Seelentier ist, hat er den ersten Schritt in Richtung Zirkus gemacht. Doch irgendwie wurde nie richtig erklärt, was ein Seelentier ist. Eine ungefähre Vorstellung habe ich schon. Welche herausragende Bedeutung ein Seelentier für einen Menschen hat, wird aber leider nicht herausgearbeitet. Wie finden sich Seelentier und Mensch? Was passiert mit dem Menschen, wenn sein Seelentier stirbt und umgekehrt? Auf solche spannende Fragen gibt es leider auch keine Antworten.

Jeder im Zirkus hat ein Seelentier und eine bestimmte Gabe, die ihn auszeichnet. Unter diesen Gaben hatte ich mir im Vorfeld aber magischere Sachen vorgestellt, als die, die dann letztendlich vorgestellt wurden.

Die Seelentiere warnen vor den "Vertretern". Das sind Menschen außerhalb des Zirkusgeländes, so ganz normale Menschen wie du und ich. Sie haben nichts magisches (mehr). Warum das so ist, wurde mir im Laufe des Lesens aber auch nicht klar. An den "Vertretern" konnte ich jetzt auch nichts Schlimmes erkennen. Manche sind Tierschützer und sind gegen wilde Tiere im Zirkus, wie z.B. Löwen. Ich kann daran nun wirklich nichts Schlechtes erkennen. Sie sind manchmal sogar von Beruf Vertreter (Makler), wie wir sie kennen. Im Buch gibt es eine Szene mit so einer Vertreterin, die Milan eine Versicherung verkaufen will, damit er, bei einem Unfall im Zirkus, abgesichert ist. Eigentlich ganz sinnvoll...

Milan wird also der Mitreiser, da er eine zeitlang mit dem Zirkus unterwegs ist, weil er eine Veränderung in seinem Leben braucht und er merkt, dass ihm das Zirkusleben gut tut und seine seelischen Wunden dadurch langsam heilen. Zudem lernt er mit der Überfliegerin Julie die Liebe kennen. Es gibt ein paar Höhen und Tiefen, die überwunden werden müssen, da das Leben eben immer im Fluss ist und manchmal kleinere und manchmal größere Steine aus dem Weg geräumt werden müssen. Bei manchen Szene fragte ich mich jedoch im Nachhinein, wozu sie eigentlich gut waren, wie z.B. die sehr gewalttätige Szene mit dem Kind und dem Löwen, ziemlich weit am Ende.

Und die Moral von der Geschichte?
Jeder Mensch ist was besonderes! Vertraue auf dich und deine Kraft und lass nicht zu, dass das Leben dich erdrückt. Es gibt immer etwas, für das es sich zu kämpfen und zu leben lohnt, denn das Leben kann oftmals sehr, sehr schön sein.

OK, damit gehe ich mit und kann der Autorin absolut nicht widersprechen. Doch leider transportiert mir das Buch und die Geschichte über Milan diese Moral so beiläufig. Ich konnte die oftmals angepriesenen und kraftvollen Emotionen leider nicht herauslesen und fühlen. Es war eine nette Geschichte aber auch kein bisschen mehr. Sehr viele unterschiedliche Charaktere werden eingeführt, gehen mir aber nicht genug in die Tiefe.

Zum Hörbuch:
Ich hatte mir für den ermäßigten Preis das Hörbuch gekauft und im Wechsel gehört und gelesen. Der Sprecher Julian Horeyseck konnte durch seine sprachliche Interpretation der Geschichte, für mich das Buch um einen ganzen Stern aufwerten.

Fazit:
Ein Buch, das mich leider nicht überzeugen konnte und mit meiner Vorstellung von einer fantastischen und magischen Geschichte über Zirkusse und einen Jugendlichen / jungen Erwachsenen, der sein Leben neu leben und meistern wollte, nicht übereinstimmt.
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- monerl

Weitere Infos zum Titel

  • Erscheinungsdatum: 26.10.2017
  • Verlag: Audible Studios