Der Würfler

  • von Luke Rhinehart
  • Sprecher: Erich Räuker
  • 13 Std. 22 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Der erfolgreiche Psychoanalytiker Luke Rhinehart ist des Daseins überdrüssig. Regeln und Zwänge ersticken das Leben im Sumpf der Neurosen. Da entdeckt er eines Tages den Würfler in sich. Bei allem, was er tut, lässt er von nun an den Würfel entscheiden - zuerst darüber, ob er die Frau seines Kollegen (und beste Freundin seiner Frau) vergewaltigen soll. Die Chancen dafür stehen eins zu fünf. Wie sich Dr. Rhinehart durch ein Leben aus Sex, Drugs und Therapie würfelt und sich sukzessive sämtlicher Verhaltensmuster entledigt, gehört zum Anzüglichsten, Absonderlichsten und Amüsantesten, was in den letzten vierzig Jahren geschrieben wurde...
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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Woody Allen als Kopfkino

Wem Woody Allen gefällt, der wird sich totlachen bei diesem Hörbuch - es führt in die Welt der Psychoanalyse - der Autor ist selber Analytiker, kennt den Betrieb und schreibt eine herrliche Satire auf seine Zunft. Denn dies ist keine Anleitung zum Besser-Leben a la Tausendsassa Tepperwein, sondern in erster linie ein Buch von drastischer, wirklich rabenschwarzer Komik ohne Tabus. (und den lustigsten Sex-Szenen, die ich überhaupt je gehört hab.) Für mich ist es ein Wunder, dass dieser Klassiker amerikanischen Humors - auf Augenhöhe mit Twain, Mel Brooks und Allens frühen Filmen, in Deutschland nicht den Anklang findet, den er verdient. Vielleicht sind wir Deutschen zu humorlos?
Jedenfalls gehört das Buch zu den besten Leseleistungen von Erich Räuker überhaupt, und das will was heißen. Er liest den Ich-Erzähler mit wunderbarer Blasierheit und Selbstironie. Für mich ein Highlight bei Audible 2013 - und ein Geheimtipp - ich kann nicht über David Safier lachen, und Safier-Fans werden das hier gar nicht lustig finden. Dies buch ist überhaupt nicht "nett" oder "süß". Die Geschmäcker sind verschieden. Aber es sollte mich wundern, wenn ich der einzige absulute Räuker-Würfler-Fan bleibe!
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- Matthias

Der Würfel ist gefallen

Der Würfler – Ist Dr. R ein Unmensch oder nicht?
Ich habe nie geglaubt, dass das Böse das Leichte, das Verführerische, das Schnellere sei. Nach dem Buch der Würfler habe ich dem nichts mehr entgegenzusetzen. Zunächst führt sich Dr. R recht sympathisch und die Personen seines Umfeldes ziemlich durchgeknallt in die Geschichte ein. Er bewegt sich in gehobenen New Yorker Kreisen, ist gelangweilt von bis unglücklich über sein Leben und möchte ausbrechen. Er beginnt seine Entscheidungen dem Würfel zu überlassen und dieses reizvolle Spiel lässt ihn sich innerhalb kürzester Zeit total lebendig und gleichsam über den Dingen schweben lassen. Auch für den Leser ist es reizvoll, sich auf die Geschichte einzulassen und mitzugehen, denn sein Schicksal einem kleinen Spielzeug zu überlassen ist absurd und faszinierend zugleich. Dr. R macht sich zum Untertanen des Würfels. Er gibt seine Entscheidungsfreiheit an den Würfel ab. Eigentlich eine Mogelpackung, denn die Handlungsoptionen bestimmt Dr. R ja weiterhin selbst. Entscheidet der Würfel nicht nach seinen Präferenzen bastelt er sich die Resultate im Nachhinein zu seinen Gunsten zurecht. Im Grunde genommen hat Dr. R weiter nichts getan als die Verantwortung, die so schwer auf den Schultern jedes einzelnen liegt an ein kleines lebloses Ding abzugeben. Das ist die gleiche moralische Haltung, wie sie Eichmann in Jerusalem vor Gericht vertreten hat. Er entnahm seine Befehle Zetteln aus Papier. Das Böse ist banal und so zieht sich die Langeweile an der Dr. R zu Anfang litt durch den Roman, denn keine der Figuren stellt sich der ambivalenten Zerissenheit der menschlichen Existenz, sondern sie gehen den Weg des geringsten Widerstandes, für einen flüchtigen Augenblick des Amüsements. Es gibt keine Reue, keine Einsicht, kein Wachstum. Dr. R bleibt mit seinem Würfelinstitut der skrupellose Langweiler, der zu Beginn seines Spiels perfide hilfsbedürftige Menschen manipulierte und zu seiner Belustigung wie Puppen tanzen ließ. Bescheinigt man Ihm Geisteskrankheit, duldet und legitimiert man Narrenfreiheit. Es ist erschütternd, dass gerade diese Personen wahnsinnig erfolgreich sein können. Heutzutage ist die Thematik des Buches aktueller denn je, denn die Verantwortung in gehobenen Positionen wird mit Vorliebe an Personen vergeben, die den Charaktermerkmalen eines Psychopathen entsprechen. Es wäre zu einfach zu sagen, das Buch bringt die Massage des „anything goes“. Für mich wirft das Buch Fragen auf, und als leidenschaftliche und ambitionierte Anhängerin der philosophischen Praxis, die immer nach dem guten Leben und dem guten Handeln fragt, macht das Buch einen guten Job, auch wenn Dr. R mit seiner gebildeten und reflektierten Fassade ohne Mitleid und sich selbst über seine armselige und kleingeistige Existenz hinwegtäuscht, als Negativbeispiel gelten kann. So wie Dr. R kann ich schon lange. Das wäre aber zu einfach.
Erich Räuker liest gewohnt großartig und einschmeichelnd.
Eine sehr lohnende und lange nachwirkende Hörbucherfahrung.
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- doktorFaustus

Weitere Infos zum Hörbuch

  • Erscheinungsdatum: 05.08.2013
  • Verlag: Weltenton