Die vierzig Geheimnisse der Liebe

  • von Elif Shafak
  • Sprecher: Ann Vielhaben
  • 12 Std. 4 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Ella ist vierzig Jahre alt, hat einen Ehemann, drei Kinder im Teenageralter und ein schönes Zuhause in einer amerikanischen Kleinstadt. Eigentlich sollte sie glücklich sein, in ihrem Herzen breitet sich aber eine Leere aus, die früher von Liebe gefüllt war. Als Gutachterin für eine Literaturagentur taucht sie tief in einen Roman über den Sufi-Dichter und Mystiker Rumi und die vierzig ewigen, geheimnisvollen Regeln der Liebe ein. Trotz der Ansiedlung im 13. Jahrhundert scheint ihr der Roman immer mehr eine Spiegelung ihrer eigenen Geschichte zu sein. Zusehends distanziert von ihrem Ehemann beginnt Ella, ihr bisheriges Leben zu hinterfragen. Sie besucht den Verfasser des Buches, Aziz Zahara, mit dem sie sich schriftlich schon rege und sehr persönlich ausgetauscht hat - und erfährt eine grundlegende persönliche Veränderung...

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Süße Blasphemie

Die Überheblichkeit deutscher Verlage, weltweit bekannte Titel ausländischer Autoren Sinn verändernd zu verschlimmbessern, ist seit vielen Jahren, für mich, (und für die Schriftsteller wahrscheinlich auch) ein großes Ärgernis. Der Roman heißt im Original: „The fourty rules of love“ und es geht in diesem Roman nicht um Geheimnisse, sondern um die Regeln der Sufis.

Elif Shafak ist eine türkische Schriftstellerin, die sich durch politisch ambitionierte Werke längst weltweit einen Namen gemacht hat. Aufgrund einiger Aussagen in ihrem Roman „Der Bastard von Istanbul“ (den es derzeit leider bei Audible in keiner Sprachversion gibt) wurde sie wegen Beleidigung des Türkentums angeklagt. Damit steht sie Seite an Seite mit dem Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk und offenbar erwartet der Rest der Welt von Elif Shafak starke politische Statements auch in ihren Folgeromanen. Dass es in dem Roman „Die vierzig Geheimnisse der Liebe“ ein wenig anders zugeht, wurde von der Literaturkritik zwiespältig aufgenommen und die Intention der Autorin, meiner Meinung nach, in vielen Kritiken verkannt. Aus meiner Sicht enthält das Buch verschiedene Lesarten auf unterschiedlichen Ebenen und genau dies ist auch das Leitthema des Romans.

Eine zweisträngige Handlung verfolgt einerseits das Leben der amerikanischen Hausfrau Ella Rubinstein im Jahr 2008 und andererseits wird der fiktive Roman des unbekannten Schriftstellers Aziz erzählt, in dem es um die Freundschaft zwischen dem berühmten persischen Mystiker, Gelehrten und Poeten Dschalal ad-Din Muhammad ar-Rumi und dem Wanderderwisch Schams e-Tabrizi aus dem dreizehnten Jahrhundert geht.

In der oberflächlichen Lesart bedient die Geschichte der frustrierten Hausfrau und dem geheimnisvollen Schriftsteller eine Menge Klischees und fällt eher in den Bereich „Frauenliteratur“. Die Freundschaft zwischen Rumi und Schams e-Tabrizi ist dagegen historisch belegt und kann in Kurzform mit allen Eckdaten bei Wikipedia nachgelesen werden. Auf diese Lesart ist der Roman etwas enttäuschend, aber immerhin „gute Unterhaltung“.

Die darunter liegende Lesart ist allerdings schon gehaltvoller, denn hier geht es um nichts weniger, als Nachdenkereien und Gedankenspiele über den Sinn des Lebens. Dabei wird die besondere Bedeutung der Liebe in der Lehre der Sufis hervorgehoben und durch die vielen, aus dem Koran entlehnten Geschichten, die von Schams innerhalb des fiktiven Romans erzählt werden, unterstrichen.

Darunter liegt aber noch eine weitere Schicht und die ist am Ende dann doch politisch. Die Taz hat diese Schicht folgendermaßen gelesen: (Ingo Arend,Taz.de 22.06.2013) „…Man könnte Elif Shafaks neuen Roman „Die vierzig Geheimnisse der Liebe“ als verkapptes Plädoyer für diesen – händeringend gesuchten – friedlichen Islam lesen…“
Meiner Meinung nach ist dies eine offensichtliche Fehlinterpretation, denn der Sufismus ist keine eigenständige Religion, sondern eine Strömung (von vielen) innerhalb des Islam und kann nicht für eine gesamte Religionsgemeinschaft stellvertretend stehen.

Wie im Roman dargestellt, werden Sufis tatsächlich auch heute noch in vielen islamisch geprägten Ländern geächtet. Der Grund dafür ist die Spiritualität und Mystik sowie die Ausübung von Musik und Tanz, die im Gegensatz zur orthodoxen Lehre stehen. Dieser Gegensatz wird im Roman durch die historische Figur des Schams verkörpert, der von den Armen und sündigen Menschen geliebt, von den orthodoxen Religionsführern, den Reichen und Mächtigen aber verfolgt und geächtet wird. Dabei predigt er unerschrocken und unverbrüchlich nur die Liebe zu Gott, allen Menschen und allen Lebewesen. Erinnert dies nicht irgendwie auch an einen anderen bekannten und verfolgten Wanderprediger, der ebenfalls nur die Liebe lehrte?

Auf diese Weise wird der Roman zur „süßen Blasphemie“, denn die Lesart auf der spirituellen Ebene führt zu folgender Erkenntnis: „Leben ohne Liebe ist ohne Bedeutung…“ und „Wer Gott liebt, hat keine Religion außer Gott.“ (Dschalal ad-Din Muhammad ar-Rumi)

Eine starke, allgemeingültige und ewig provokante Aussage und, auf diese Lesart, ein starkes Buch, sehr schön vorgetragen von Ann Vielhaben.
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- Annette

Etwas für das Herz und den Alltag!

Ich mochte die Stimme der Sprecherin ausserordentlich. Sie verleiht der berührenden Geschichte eine zusätzliche Sanftheit. Wider aller Kritik empfand ich das Buch nicht als Propaganda. Man sollte es einfach hören, sich berühren lassen und sich auf diese literarische Reise einlassen. Ich jedenfalls nehme gerne das eine oder ander mit in meinen Alltag!
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- Hildegard

Weitere Infos zum Titel

  • Erscheinungsdatum: 24.11.2016
  • Verlag: Audible Studios