Herrliche Zeiten

  • von Norbert Leithold
  • Sprecher: Uve Teschner
  • 15 Std. 32 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs: Der Berliner Fabrikant Hermann Kypscholl wähnt sich auf der Seite der Gewinner, seiner Familie fehlt es an nichts und bei Feiern mit illustren Gästen in der Wannsee-Villa fließt Sekt in Strömen. Tochter Anna steht vor einer Karriere als Rassenforscherin; Sohn Otto, der eigentlich Maler werden will, wird von seinem Vater in die Wehrmacht gezwungen und raubt in Europa Kunstwerke für Nazigrößen. Doch nach 1945 ist nichts mehr, wie es war: Anna wird vermisst, Otto sitzt im Kriegsverbrechergefängnis und die Teilung Deutschlands schlägt eine Schneise in die Familie. Erst in den 1960er Jahren finden Annas und Ottos Kinder zusammen, aber beide leiden unter den Wunden, die der Krieg gerissen hat.

"Herrliche Zeiten" ist ein monumentaler Roman über Anpassung, Widerstand und Deformierungen an Leib und Seele. In epischer Sprache und mit psychologischer Tiefenschärfe zeichnet Norbert Leithold Aufstieg und Fall einer großbürgerlichen Familie über drei Generationen hinweg und entwirft ein lebendiges Panorama vom "Dritten Reich" bis in die 1968er in West und Ost.

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Ganz großes Kino

Hä? Großer Familienroman mit Nazis und DDR - von Uve Teschner gelesen - und erst ganz wenige Bewertungen? Versteh einer die Hörer.
Liegts daran, dass den Leithold keiner kennt?
Dann sollte sich das schnell ändern.
Denn der Mann kann schreiben.
Der Stil erinnert ein bißchen an Hans Fallada - in der Gegenwartsform geschrieben, sehr nüchtern, fast zynisch, nicht selbst wertend, sondern das Beurteilen dem Leser/Hörer überlassend.
Deutsche Geschichte wirklich zum Anfassen - und ganz ohne Bilderbuchcharaker - durch die Augen der Familie Kypscholl und ihrer Freunde & Feinde erlebt man Nazirausch und Naziverbrechen, frühe DDR-Aufbruchstimmung, 68er Revoltution und immer wieder auch sexuelle Eskapaden. Was mich am meisten beeindruckt hat - es gibt praktisch keinen einzigen positiven Helden in dem Roman. Alle sind verstrickt in ihre Probleme, lassen sich von der Zeitgeschichte treiben, handeln egoistisch - und trotzdem (oder grade deshalb) will man wissen, wie dieses große Breitbildpanorama von Schurken, Nieten und Versagern weitergeht.
Nach Merles Malevil für mich bisher DAS besondere Hörerlebnis des Jahres!
Natürlich wieder - wie kaum anders zu erwarten - super gelesen von Uve Teschner, dessen Stimme perfekt zu dem schnoddrig-nüchternen Stil passt.
Vielleicht kommt ja mal irgendwer auf die gloriose Idee, den Fallada ungekürzt zu produzieren! Wolf unter Wölfen, Kleiner Mann, was nun, Jeder Stirbt für sich allein ungekürzt mit Teschner, das wärs doch! (Bisher gibts, wenn überhaupt, nur extrem verstümmelte Kurzfassungen.)
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- Matthias

Familiensaga mit zeitgeschichtlichem Hintergrund

Kann mich dem Rezensenten, der das Werk mit Hans Falladas Stil vergleicht, nur anschließen. Mir hat der Roman mit seinen detaillierten Schilderungen, der bisweilen satirisch-ironischen Färbung und den historischen Bezügen gut gefallen. Im Gegensatz zu Ken Follets hochgelobter Trilogie der historischen Entwicklungen im Europa des vergangenen Jahrhunderts, ist "Herrliche Zeiten" m.E. um Klassen besser, da Leithold über ein differenziertes literarisches Instrumentarium verfügt, welches er auch großzügig einsetzt und dem Hörer/Leser damit Geduld und Aufmerksamkeit abfordert.

Die unterschiedlichen Lebensläufe der einzelnen Familienmitglieder in Herrliche Zeiten sind sehr gut geeignet, die Entwicklungen in Deutschland und Europa von der Nazi-Zeit bis in die jüngere Vergangenheit zu den Studentenunruhen der 60iger Jahre zu illustrieren. Neben vielen zeitgeschichtlilchen Informationen bekommt der Hörer noch Denkanstöße und Perspektivenwechsel durch die verschiedenen Protagonisten, insofern nicht unbedingt ein Hörgenuss für nebenher aber klare Kaufempfehlung.
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- Sabine

Weitere Infos zum Hörbuch

  • Erscheinungsdatum: 05.03.2014
  • Verlag: Der Hörverlag