Trümmerjunge

  • von Hermann Oppermann
  • Sprecher: Bodo Henkel
  • 12 Std. 44 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

1942. Der kleine Hermi, eingebunden in eine typische nationalsozialistische, straffe Familie, erlebt in Braunschweig die ersten Bombenangriffe der Alliierten. Sein Glaube an den Führer steht noch vor Gott. Nach Bombentreffern folgt die erste Evakuierung nach Lyck, Ostpreußen, zum Großvater mütterlicherseits. Als die Front näher kommt, erlebt Hermi die zweite Evakuierung, Richtung Helbra in Thüringen. Danach: Luftschlachten, beginnende Gerüchte über Endkämpfe. Noch ist das Wort 'Heldentod' für ihn süß verbrämt. Es folgen der Zusammenbruch und die Flucht zurück nach Braunschweig in das halbzerstörte Haus. Der Vater ist zunächst verschollen, erscheint dann aber abgemagert und ohne jede gehabte Illusion. Hermi stiehlt Holz, Kohlen; spielt mit seinen halbverwilderten Freunden zwischen zerstörten Panzern, Geschützen und Granaten. Der Hunger, allgegenwärtig, nagt. Als die Wahrheit über deutsche Gräueltaten ans Licht kommt, verliert die Familie den inneren Halt und den Glauben. Trümmerjunge Hermi beginnt sein und das Schicksal von Millionen Deutschen langsam zu begreifen...

weiterlesen

Das könnte Ihnen auch gefallen:

Hörerrezensionen

Hilfreichste

Kindheit zwischen Trümmern und Glaube an Diktatur

Hermi wächst während des 2. Weltkriegs in Braunschweig auf. Seine Eltern sind gläubige Anhänger des NS-Regimes. Zunächst ist er noch Einzelkind und hängt sehr an seiner Mutter, während er seinen Vater, der zu Jähzorn neigt, fürchtet. Kriegsbedingt gehen er und seine Mutter nach Ostpreußen zur Familie der Mutter. Sein Vater bleibt zunächst in Braunschweig, wo er an der Entwicklung von kriegswichtigen Waffen beteiligt ist. Dann wird er nach Paris versetzt. Während des Aufenthalts in Ostpreußen wird eine Schwester geboren, Renate, die Hermi nach anfänglichen Zweifeln sehr liebt. Als der Krieg näher nach Ostpreußen kommt, geht die Mutter mit den Kindern zurück und bleibt zunächst in Thüringen. Dort erlebt die Familie das Kriegsende. Die Mutter erfährt rechtzeitig von dem Abzug der Amerikaner und macht sich mit den Kindern überwiegend zu Fuß auf nach Braunschweig. Dort wird die Familie wieder vereint.
Hermi hatte in Ostpreußen von seinen Schulkameraden den Spitznamen "Trümmerjunge" bekommen, weil er viel von den Bombenangriffen auf Braunschweig erzählen konnte. Diesen Namen behält er auch in Braunschweig.
Da Hermi etwas werden soll, wechselt er zur 6. Klasse in ein Gymnasium. Er ist nicht in allen Bereichen ein guter Schüler, kommt aber zunächst durch, bis ihn eine große Dummheit den Schulplatz kostet. Hermi beschließt, zunächst zur See zu gehen und Schiffsjunge zu werden, um später auf dem 2. Bildungsweg weiter zu kommen. Im Endergebnis gelingt ihm das auch.
Das Buch ist geprägt von der Angst des Jungen vor dem Vater, der ihn mehrere Male sehr schwer schlägt, bis die Mutter droht, den Vater im Wiederholungsfall umzubringen. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn schwankt zwischen dem Wunsch des Vaters, dass der Junge etwas aus sich macht und der Meinung, dass nichts aus ihm werden wird, weil er doch nur der "Trümmerjunge" ist, der von dem Kriegsgeschehen traumatisiert ist. Hinzu kommt die Mutter, die aus einer sehr frommen Familie stammt und alles Geschehen mit biblischen Zitaten kommentiert - "Die Sünden der Väter werden bis ins dritte und vierte Glied bestraft".
Jeder größere Zeitraum wird zunächst eingeleitet von einem Bericht über das politische und wirtschaftliche Geschehen, so dass es gut möglich ist, die Entwicklung des Kindes einzuordnen und nachzuvollziehen.
Ich fand die Geschichte sehr eindrucksvoll, vor Allem die Beschreibung der nazigläubigen Eltern, die nach dem Krieg auf einmal ganz anders sind, und die Entwicklung von Hermi, der anfangs das Ziel hat, als Soldat für sein Vaterland zu fallen (deshalb braucht ein Junge keine ordentliche Schulbildung) und später u.a. beim Hören von BBC anfängt, sich kritische Gedanken zu machen.
Das Ende kommt dann etwas plötzlich, als der Vater mit der Tochter nach Stuttgart geht, wo er eine gute Stelle bekommt und die Mutter in der Nervenheilanstalt landet.
Der Sprecher liest angenehm ruhig und eindrucksvoll, aber ohne falschen Pathos.
Lesen Sie weiter...

- Leserin

Das bester Hörbuch seit langem

Selten so ein schönes Hörbuch gehört, sehr authentisch und zeitnah geschrieben, geschichtliche Inhalt korrekt und nicht wie neuzeitlich verdreht dargestellt. Zum Lachen hat man auch einige Szenen.
Lesen Sie weiter...

- K. O.

Weitere Infos zum Titel

  • Erscheinungsdatum: 16.12.2013
  • Verlag: Action Verlag