Und es schmilzt

  • von Lize Spit
  • Sprecher: Johanna Thal, Anna Thalbach
  • 13 Std. 7 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Ein Hörbuch, das alles gibt und alles verlangt.

Ein Eisblock, eine totgeschwiegene Geschichte, eine Schlinge im Schuppen. Mit großer Zärtlichkeit und erzählerischer Brillanz nimmt Lize Spit den Leser in ihrem Roman "Und es schmilzt" mit auf eine verstörende Reise durch die grausame Unschuld der Jugend. Eine erschütternde Geschichte über Freundschaft, Familie und Verrat.

Mit einem Eisblock im Kofferraum fährt Eva in ihr Heimatdorf, das belgische Bovenmeer. Jahrelang ist sie nicht dort gewesen. Und sie hat nie zurückgeblickt - bis eine Einladung ihrer beiden ältesten Freunde Pim und Laurens alles zurückholt: Die Schlinge, die der Vater ihr im Schuppen zeigt, die betrunkene Mutter, die Eva vor aller Augen mit der Schubkarre vom Gemeindefest abholen muss. Und den Sommer, in dem Pim und Laurens den bittersten Verrat an Eva begehen; den Sommer, den Eva seit dreizehn Jahren zu vergessen versucht.

Die junge Bestsellerautorin Lize Spit wagt sich mit ihrem ersten Roman "Und es schmilzt" an die Grenzen des Sagbaren.

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Heftig, aber grandios!

Die Geschichte ist wirklich teilweise heftig, besonders eine Szene. Dennoch bin ich begeistert: sprachlich überzeugend, toll gelesen, mal eine andere Handlung, so noch nicht gekannt. Mitreißend, deprimierend, heftig, auch ein bisschen zum schmunzeln. Von allem etwas.
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- NobbyG

Ging durchs Ohr ins Herz und erschütterte mich!

Kein Buch hat mir jemals so weh getan, nicht psychisch und vor allem nicht physisch! Ja, dieses Buch lässt mich etwas verstört zurück. Und ich schreibe diese Rezension jetzt ganz schnell ein paar Stunden, nachdem ich das Hörbuch beendet habe, um mit diesem Buch abschließen, um es gehen lassen zu können, obwohl ich weiß, dass es mich noch sehr lange beschäftigen und es nachhallen wird. Auf dieses Buch kann man sich nicht vorbereiten, auch wenn man vorab weiß, dass man so eine Geschichte bisher wahrscheinlich noch nicht gelesen hat.

Dass es krass wird, war mir klar. Dass es grausam wird, wohl auch. Dass es mich aber geschockt, sprachlos und starr zurücklässt und ich mich als Zuhörer wie ein perverser Gaffer fühlen würde, der beobachtet und nicht eingreift, darauf war ich nicht gefasst!

Lize Spit schält die Geschichte, bis nur noch die Essenz übrig bleibt, auf zwei zeitlichen Ebenen. Eine ländliche Gegend, ein Dorf, Familien und Freundschaften, ein Sommer, nach dem nichts mehr sein kann, wie es einmal war. Die Gegenwart wird eine Reise in die Vergangenheit, die Eva nie abschütteln und vergessen konnte.

Die Autorin entfernt Stück für Stück die Deckmäntel und man wird Zeuge von einer erzwungenen Dorfgemeinschaft, einer zusammengewürfelten Freundschaft, zerrütteten Familien, verwahrlosten Kindern, die sich selbst helfen müssen, um weiter machen zu können. Einige werden stark, wie Evas Geschwister Jolan und Tesje, und andere wiederum zerbrechen, so wie Eva und auch Jan.

Sprachlich gekonnt baut Liza Spit eine subtile Spannung auf, die einen vorwärts treibt. Auf etwas zu, das man nicht greifen kann oder auch nicht will. Ich weiß es nicht. Ich hatte mich gedanklich so sehr auf diesen Eisblock fixiert, sodass mich die Wucht, mit der mich der Schrecken des Sommers 2002 dann traf, regelrecht paralysierte.

Das Grauen, das direkt in mein Ohr und somit in meinen Körper wanderte, lähmte mich wirklich. Ich habe mit diesem Buch eine Art Unschuld verloren. Näher, besser oder treffender kann ich es nicht beschreiben.

Das Ende ist wie das ganze Buch, trostlos. "Warum" muss man nicht fragen. Für mich ist es eindeutig. Manchmal holt einen die Vergangenheit ein, die man mehr oder minder geschafft hat erfolgreich wegzudrücken. Dann reicht so etwas banales wie eine Einladung, die einen in die Vergangenheit katapultiert und einem ein zweites Mal Wegdrücken nicht mehr erlaubt. Einige Fragen bleiben noch offen. Das "Danach" wäre im ersten Moment evtl. noch interessant gewesen. Doch nun, ein paar Stunden später denke ich: Ist doch egal! Es hätte nichts geändert. Und manchmal ist es besser, wenn man nicht alles weiß.

Zum Hörbuch:
Ich war vom Zuhören so gefesselt, konnte das Hörbuch einfach nicht weglegen. Ich ließ mich von der Sprecherin vorwärts treiben, auch wenn ich mich mit der Stimme von Anna Thalbach nicht ganz so anfreunden kann. Souverän meistert sie aber auch das Allerschlimmste. Ich weiß nicht, ob ich dieses Buch hätte einlesen können.

Fazit:
Sprachlich gelungen. Interessant und episch erzählt. Die Charaktere sehr gut, intensiv und tiefgründig porträtiert.
Es ist ein Buch über Freundschaft und der Verrat von dieser. Es ist ein Buch über Familien, die keine sind. Es ist ein Buch über die Jugend, das Erwachsenwerden und die Grausamkeit des Lebens.
Muss man das Buch gelesen haben? Ich. Weiß. Es. Nicht. Doch wer sich darauf einlässt, wird es nie mehr so leicht vergessen.
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- monerl

Weitere Infos zum Titel

  • Erscheinungsdatum: 25.08.2017
  • Verlag: Lübbe Audio