Inhaltsangabe

Es gibt diesen Moment, in dem das eigene Universum zerbricht und weit und breit kein neues in Sicht ist: Eine junge Frau sitzt mittellos und nahezu dehydriert vor einer Tankstelle im Death Valley. Als plötzlich ein Indianer vor ihr steht und ihr das Leben retten will, glaubt sie zu phantasieren. Doch das Universum setzt sich nach seinen eigenen Regeln wieder zusammen. Schon bald teilen sich die beiden einen Doppelwhopper, gehen gemeinsam ins Casino und stranden schließlich in einem dieser schäbigen Motels, die es eigentlich nur im Film gibt.

Karen Köhlers Erzählungen sind getragen von einer fröhlichen Melancholie und einer dramatischen Leichtigkeit. Ihre Figuren sind wahre Meisterinnen im Überleben.
©2015 Carl Hanser Verlag, München (P)2015 tacheles! / ROOF Music
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Kundenrezensionen

Hilfreichste
5 out of 5 stars
Von Kristina Am hilfreichsten 04.03.2015

Dynamisch, rhytmisch, eindringlich

Das, worauf es uns in diesem Leben ankommt, bringen meistens Kleinigkeiten zum Ausdruck. Die Beobachtungsgabe von Karen Köhler wurde ausreichend von Feuilletonisten gewürdigt – zurecht, Sie schildert das kleine Leben und seine globalen Fragen so unglaublich dynamisch und rhythmisch – und das kommt beim Leser gleich auf der Gefühlsebene an. In dieser Hinsicht ist der vorgelesene Text doch sehr vorteilhaft. Der (ok, meistens doch die) Zweifelnde oder Verzweifelte handelt hastig, viel, unüberlegt, statt in abstrakte philosophische Grübeleien zu versinken – der Zuhörer spürt diesen Zustand quasi körperlich. Erstaunlich, wie leicht auch andere Zustände abrufbar sind, auch wenn diese definitiv mehr als ein paar Jährchen zurück liegen.
Mir hat ausgesprochen gut die absichtlich ein wenig runtergekühlte Vorleseart gefallen. Alle feinen und großen Gemütsregungen kommen sehr differenziert rüber.

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2 von 2 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

3 out of 5 stars
Von Claudia Kiel Am hilfreichsten 19.04.2015

Ohne Tiefenschärfe

Es gehört schon Mut dazu, sich als Ich-Erzählerin in derart verschiedene Extremsituationen zu begeben. Köhlers Protagonistinnen befinden sich als Patientin auf einer Krebsstation, als liebeskranke Schauspielerin auf einem Kreuzfahrtschiff, als zum Sterben entschlossene Hungerkünstlerin auf einem Hochsitz im Wald. Sie berichten in ähnlichem Duktus: Ihre Gegenwart wird lakonisch protokolliert, das Trauma ihrer Vergangenheit in die Erzählung eingeflochten. Hier wird ein Tonfall produziert, der sich bei allem Mut zur Konfrontation mit dem Schlimmen schließlich immer gleich anhört und dem es letzten Endes an Tiefenschärfe fehlt.

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1 von 1 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

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