Zeitkurier

  • von Wesley Chu
  • Sprecher: Mark Bremer
  • 15 Std. 10 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Die Erde hat sich in der Zukunft in ein verseuchtes Ödland verwandelt, und die Menschheit musste ins äußere Sonnensystem ausweichen. Dort, in den Weiten des Alls, sind Ressourcen allerdings ein seltener Luxus, und so bedient sich die menschliche Zivilisation der Zeitreise als letztes Mittel. Sogenannte Zeitkuriere reisen in die Vergangenheit, um dort nach Ressourcen und Antworten zu suchen. Bei seinem letzten Auftrag macht der Zeitkurier James Griffin-Mars jedoch den größten Fehler: Er greift in die Zeitlinie ein - und rettet eine Frau. Jetzt bleibt ihnen nur noch die Flucht in die Gegenwart...

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Kritikerstimmen


Was für ein Zeitreise-Abenteuer! Unbedingt lesen!
-- Ann Leckie

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Was dieser Geschichte fehlt...

Ich mag Zeitreisegeschichten. Ich mag sie wirklich. Ich mag die komplexen Kausalitätsverhältnisse und Paradoxa. Die guten Geschichten liefern erst die Lösung und dann das Rätsel - man merkt es nur nicht. Entweder fügt sich alles passgenau wie ein Geschicklichkeitsspiel oder drohende Konsequenzen kosmischen Ausmaßes bieten ein hohes Actionpotential.
Eine gute Geschichte würde idealerweise mit glaubhaften Charakteren inszeniert. Die entworfene Welt würde Tiefe und Detailreichtum besitzen. Man würde am liebsten in ihren Ecken und Winkeln herumstöbern und den Autor fröhlich verfluchen, dass er einen nicht noch tiefer in den Kaninchenbau führt.
So ein Buch könnte ich nicht mehr aus der Hand (oder in diesem Fall aus dem Ohr) legen.

Diese Geschichte bietet leider nichts davon!
Sie ist flach und wird nach den ersten 30 Minuten geradezu eindimensional. Von ihrer Komplexität und Plausibilität erinnert sie an die frühen Perry Rhodan Geschichten - nur sind diese bereits über 50 Jahre alt und der "Zeitkurier" kann ihrem Ideenfeuerwerk nie auch nur nahe kommen.

Sowieso beginnt es bereits mit dem (deutschen) Titel.
Die Zeitreisenden sind mitnichten in einem temporalen Lieferdienst angestellt. Vielmehr handelt es sich um institutionell organisierte Grabräuber. Der originale Titel ist da weit weniger irreführend: Time Salvager (zu deutsch in etwa: Schrottsammler).

Die beschriebene Welt hat eine gewissen Reiz. Die Vision einer sterbenden Menschheit, die auf einer sonnensystemgroßen Müllhalde lebt und verzehrt, was sie im Schutt findet, ist zufriedenstellend deprimierend (reicht jedoch nie an die bedrückende Stimmung von z.B. Hugh Howeys "Silo" heran).
Dummerweise stellt sich auf halber Strecke durch das Buch das Gefühl ein, dass die Niedergeschlagenheit sich weniger durch die dichte Wiedergabe einer dystopischen Gesellschaft einstellt als vielmehr durch die Enttäuschung darüber, was eben dieser Wiedergabe alles fehlt.

Die in die Welt gesetzten Figuren bleiben blass und unpersönlich. Ich habe mich ihnen zu keinem Zeitpunkt nahe oder verbunden gefühlt.
Sie handeln meist entgegen den Erwartungen, leider nie überraschend, meist nur überraschend dumm oder kurzsichtig. Die Beschreibung ihres Innenlebens ist unglaubwürdig und wenig plausibel - wenn zum Beispiel die eine Figur darüber nachsinnt wie lange es doch schon her ist, dass sie die andere Figur so freudig hat lächeln sehen - obwohl man sich doch erst seit drei Tagen kennt.
Oder wenn man nach langer und gefährlicher Verfolgung das sichere Versteck nach einer halben Stunde aus Langeweile (sic!) verlässt, dabei die Vorräte ignoriert, sich verläuft und den Begleiter später verflucht, dass er einen ohne Essen ausgesetzt hat.
Generell ist das Innenleben der Charaktere nur flüchtig und plakativ dargestellt um bestimmte Handlungsweisen zu erklären, die so oft einfach nicht stimmig zur beschriebenen (in Ermangelung eines besseren Ausdrucks) "Persönlichkeit" passen. (Es erinnert ein wenig an die Figuren der Ruul-Reihe, die bereits wissen, dass sie ihren neuen Kollegen zutiefst hassen müssen, bevor sie auch nur das erste Wort mit ihm gewechselt haben.)
Ich erwarte nicht, dass die Protagonisten der entspannten Gott-Perspektive eines schmökernden Lesers entsprechend handeln. Wenn man sich jedoch in sie hineinversetzen oder -fühlen soll, müssen sie in sich konsistent und passend sein. Wie ein Handschuh, von dem man ja auch nicht erwartet, dass er plötzlich über den Fuß gezogen ist und pfeiffende Geräusche macht.

All das würde das Buch nur zu einer mäßigen Erzählung machen, wenn denn die guten Eigenschaften einer Zeitreisegeschichte gegeben wären.
Der Autor versuch sich denn auch daran mit mehreren Zeitlinien zu jonglieren (jedoch nie mit mehr als zwei gleichzeitig). Leider kann er auch diese minimale Anzahl von "Spielbällen" nicht lange in der Luft halten.
So geht er von der (glaubhaften) Annahme aus, dass Interaktionen in der Vergangenheit nur dann keine wesentlichen Auswirkungen auf die Zukunft haben, wenn man sie auf Orte und Personen beschränkt, die ohnehin kurz darauf aus der irdischen/solaren Geschichte verschwinden (vulgo: vernichtet werden).
Die Konsequenzen werden immer wieder in Form von Verwerfungen oder dem "Auffasern" des Zeitstroms erwähnt (leider jedoch nie näher beschrieben) und sind offenbar Änderungen der Geschichte. Diese können vom Ursprung der Zeitreise aus beobachtet, nachverfolgt und von der "echten" Geschichte differenziert werden.
Dennoch scheint es ihm kein Widerspruch zu sein, wenn die zur Vernichtung führenden Ereignisse durch die Zeitreisenden selbst herbeigeführt werden. Frei nach dem Motto: "Wenn Franz Ferdinand um kurz vor elf erschossen wurde, dann lasst uns doch um kurz vor elf auf ihn schießen."
Das dann jedoch ohne die sonst üblichen Verwerfungen des Zeitstrahls, denn diese Ereignisse waren ja bereits zuvor Teil der "echten" Vergangenheit. Warum? Das wird nicht erklärt, denn es wird schlicht nicht als Problem angesehen.
Dabei ist es gerade dieser Umgang mit Paradoxa, der Zeitreisegeschichten den Reiz gibt.

Der Autor erschafft auf diese Weise eine Art negatives Paradoxon, das leider nicht Teil der Erzählung sondern der Erzählstruktur ist.

Zuerst würde man die Figuren am liebsten schütteln und anschreien, ob sie die Widersprüche nicht sähen.
Später überträgt sich dieses Verlangen auf den Autor.
Immer wieder glaubt man eine verdeckte Struktur in den Ereignissen erkannt zu haben, die sicher später virtuos aufgedeckt werden soll.
Und ein ums andere Mal bekommt die Vorfreude Risse und zerspringt irgendwann entnervt in unzählige kleine Enttäuschungen.

So sehr andere auch loben: "endlich mal keine Trilogie"
Dies ist der erste Teil der "Time Trilogy" - und das ist auch die einzige denkbare Entschuldigung für das völlig abrupte, unbefriedigende und absurderweise noch mit einem Epilog verkork(s)te Ende der Geschichte.
Ich werde nie erfahren wie die Geschichte weitergeht. Und ich bedauere es kein bisschen.

In Zeiten eines Peter Hamilton, eines Neil Stevenson, eines Brandon Sanderson oder auch eines Giganten wie George Martin, die ihre erdachten Welten wahrhaft zum Leben erwecken können, kann eine Geschichte wie diese hier nicht zufriedenstellen.

Die Leistung von Mark Bremer als Sprecher kann ich nur loben. Sie allein hebt meine Gesamtbewertung um einen ganzen Stern.
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- Tim

und es fing so gut an...

Anfangs noch schnell und packend, verfällt die Geschichte in eine Fallout-Fiction mit Eingeborenen... Als sich der Autor dazu entschliesst "machen wir doch mehrere Teile daraus" wird alles endgültig zu Kaugummi. Schade.
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- Darkjoy2k2

Weitere Infos zum Titel

  • Erscheinungsdatum: 02.10.2017
  • Verlag: Rubikon Audioverlag