Inhaltsangabe

Privatdetektiv Gerhard Selb, 68, wird von einem Chemiekonzern beauftragt, einem "Hacker" das Handwerk zu legen, der das werkseigene Computersystem durcheinanderbringt. Bei der Lösung des Falles wird er mit seiner eigenen Vergangenheit als junger, schneidiger Nazi-Anwalt konfrontiert und findet für die Ahndung zweier Morde, deren argloses Werkzeug er war, eine eigenwillige Lösung.
©2011 Diogenes Verlag (P)2011 Diogenes Verlag
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Kritikerstimmen

Ein höchst bemerkenswertes Stück Kriminalliteratur um Schuld und Vertuschung, Aufklärung und Sühne.
-- Süddeutsche Zeitung
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Kundenrezensionen

Hilfreichste
5 out of 5 stars
Von Julia Schwan Am hilfreichsten 01.04.2011

Selb ist mitreißend - Hans Korte auch

Dieses Hörbuch habe ich innerhalb von zwei Tagen gehört, konnte kaum den nächsten Tag erwarten, um das Ende zu erleben. "Selbs Justiz" werde ich aber hier nicht beschreiben, die Spannung beim Hören muss bleiben.
Die Geschichte ist flüssig erzählt, eine prise englischer Humor schaut überall durch. Der ältliche Detektiv mit seinen "Frauengeschichten" und mysteriösen Fällen gefiel mir großartig, Hans Korte liest die Geschichte, als wäre er das Alter Ego der Hauptfigur. Es ist erstaunlich, wie dieser Sprecher in seine Rollen schlüpft, auch "Die Heimkehr" ist dafür ein Paradebeispiel.
Ich hoffe sehr, dass in nächster Zeit auch Selbs Mord und Selbs Betrug bei Audible erhältlich sind. Selbs Justiz erhält von mir eine 100%-ge Kaufempfehlung - die beiden anderen würde ich auf der Stelle auch kaufen.
Viel Vergnügen den nächsten Hörern!

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14 von 15 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

4 out of 5 stars
Von Zeitgenuss Am hilfreichsten 05.04.2011

Der Trug scheint!

In den 80ern ist diese Detektivgeschichte des Bestsellerautoren Bernhard Schlink ("der Vorleser") und Walter Popp entstanden.

Erzählanlass ist im Kern die Schuldproblematik, die sich aus der Zeit des Nationalsozialismus in die Handlungszeit des Romans zieht. Intrigen und Vertuschung bestimmen als Leitmotive die Handlung, die den Leser auffordert, eine differenzierte Haltung zur erzählten Handlung einzunehmen.

Die Hauptfigur ist der manchmal kantige Staatsanwalt Gerhard Selb, 68 Jahre alt, der nach den Kriegsjahren als selbstständiger Detektiv arbeitet und von seinem Schwager, dem Vorstandsvorsitzenden der Rheinischen Chemie Werken (RCW) in Mannheim, zur Lösung eines Falles von Computerkriminalität im Intranet der Firma hinzugezogen wird. Dort sorgt ein Eindringling für falsche Abrechnungsdaten, bestellt 150 000 Laboraffen statt 150, löscht Kontonummern und stiftet scheinbar unmotiviert heilloses Chaos beim RCW.
Detektiv Selb klärt den Fall souverän mit Intuition und Logik, verliebt sich - und es scheint alles wieder in bester Ordnung - bis der enttarnte Hacker bei einem Autounfall das Leben verliert. Selb ermittelt ein weiteres Mal und fällt in klaffende Abgründe, die Teil seiner eigenen Gegenwart und Vergangenheit sind.

Das Autorenduo Schlink/ Popp versteht es vortrefflich, den Leser zu unterhalten.
Das Ensemble der Figuren ist trotz einiger Klischees, deren sich Schlink und Popp bedienen, liebenwert und lebensnah.
Die Handlung wird kurzweilig und kontinuierlich vorangetrieben, der Spannungsbogen weitet sich, der Roman gipfelt in zwei Höhepunkten. Welche das sind, wird freilich an dieser Stelle nicht verraten.
Hans Korte erweckt durch seine Vorlesekunst filmische Sequenzen im Kopfkino des Hörers.

Absolut Empfehlenswert!

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12 von 13 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

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