Aurora

  • von Robert Harris
  • Sprecher: Karlheinz Tafel
  • 14 Std. 57 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Als der britische Historiker Kelso Einzelheiten über ein bislang unbekanntes Notizbuch Stalins zugespielt bekommt, wittert er eine Sensation. Kurze Zeit später wird der Informant ermordet, und es beginnt eine lebensgefährliche Jagd, die Kelso quer durch Russland führt.

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Ganz großes Kopf-Kino

Historiker Kelzo, ein exzellenter doch durch seine Eskapaden lädierter Historiker, stösst im Russland der Jelzin-Zeit auf ein mysteriöses Dokument aus der Stalin-Ära. Prompt sind ihm die brutalen Komplizen des verstorbenen Diktators auf den Fersen. Um der Sache auf den Grund zu gehen, muss Kelzo weit in den russischen Norden, hinein in die verschneiten Wälder bei Archangelsk. Die sind nicht nur wegen der Bären und der Schneefälle lebensgefährlich, denn hier lebt ein Ungeheuer der besonderen Art...

Robert Harris liebt das Düstere ("Vaterland") und ist ein Meister der atmosphärisch dichten und suggestiven Erzählkunst. Das morbide, zerfallende Russland, triste Städte nahe der Apokalypse bilden die Kulisse. Immer wieder schildert Harris dabei in Retrospektiven die klaustrophobe und irrsinnige Welt in der unmittelbaren Umgebung des "Genossen Stalin". Hoch interessante Passagen, bei denen der studierte Historiker Harris (Cambridge) sein Fachwissen eindrucksvoll zum Einsatz bringt. Unglaublich die Szene, in der Stalin seine Vasallen bis zum Umfallen zu einer Schallplatte mit Hundegebell tanzen lässt.

Die unglaubliche Intensität dieses Romans wird in der Hörbuchfassung durch den Erzähler Karlheinz Tafel meisterhaft eingefangen und verstärkt. Leise, intensiv, ohne Pathos oder Action-Effekte, erweckt er die Geschichte zum Leben. Er zieht seine Hörer unerbittlich mit sich in die Welt des Fluke Kelzo und erweckt Harris' Szenarien zu erschreckend realistischem Kopf-Kino. Eine ähnliche Glanzleistung gelang ihm auch schon als Sprecher von "Vaterland".

Leider ist diese große Stimme für immer verstummt. Karlheinz Tafel verstarb im April 2012. Ein großer Verlust. Mit den Hörbuch-Fassungen von Robert Harris hat er sich ein Denkmal gesetzt. Nur sehr wenige seiner Zunft haben seine Intensität, sein Gespür für Nuancen und sein schauspielerisches Lese-Talent.

Ein großartiges Buch, meisterhaft erzählt, mit einer Geschichte voller Überraschungen. Nichts ist, wie es scheint. Der Schatten Iossif Wissarionowitsch Stalins reicht weit in die Neuzeit. Harris warnt: Stalins Geist lebt weiter. Und das im wörtlichen Sinn...

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- Flyboy01

Spannender Blick in eine dunkle "Realität"

WOW! Ich bin begeistert. Zum Buch: Robert Harris schafft es eine "unglaubliche" Geschichte zu erzählen, die aber nie so weit von der Realität und Wahrscheinlichkeit abweicht, dass sie nicht hätte passieren können. Die Charaktere sind (wie immer) durchdacht und bringen geschickt ihren Teil zum Ganzen bei. Der Antiheld-Protagonist hält den Zuhörer immer auf Distanz – so dass man mit der Handlung "mitfiebert" und nicht mit den Personen. Und das Besondere an dem Buch ist, dass die heutige Realität in Russland vermutlich gar nicht so weit von dem entfernt liegt, was Harris beschreibt. Zum Sprecher: Karlheiz Tafel gibt der Geschichte mit seiner besonderen Art zu erzählen eine zusätzliche Würze. Sein spannender und einnehmender "Plauderton" saug einen förmlich auf. Die Charaktere werden sehr gut unterstrichen aber nicht überspitzt. Und wie schon bei Vaterland hängt über der ganzen Geschichte ein Hauch von Düsternis. FAZIT: Ein tolles Buch - das beste das ich von Harris bis jetzt gehört habe. Ein toller Sprecher. Ein muss für alle die das Thema interessiert.
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- Martin W.

Weitere Infos zum Hörbuch

  • Erscheinungsdatum: 18.05.2012
  • Verlag: Random House Audio, Deutschland