Das Eulentor

  • von Andreas Gruber
  • Sprecher: Christian Jungwirth
  • 6 Std. 20 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Im November 1911 segeln Alexander Berger, der Kartograph Hansen und eine Handvoll Norweger ans Ende der Welt. Inmitten zerklüfteter Gletscher und arktischer Temperaturen sterben die Teilnehmer an Erfrierungen, stürzen in Gletscherspalten oder verschwinden unter mysteriösen Umständen im Blizzard. Kurz vor Abbruch der Expedition entdecken die Überlebenden einen mysteriösen Schacht, der senkrecht und scheinbar endlos tief in die Erde führt. Sie wollen das Rätsel des Bauwerks lösen, das jedem physikalischen Gesetz widerspricht. Der gefährliche Abstieg in die Dunkelheit beginnt, wo Tod und Wahnsinn lauern...

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Schöner kleiner Roman mit H.G.Wells-Touch

Mich wundert, dass dieser originelle Schauerroman hier doch recht mau wegkommt bei vielen Hörern. Das liegt vielleicht daran, dass ein wichtiger Zweig der unheimlichen Literatur heute unüpopulärer denn je ist - der Grusel- oder Schauerroman, also ein nur andeutender Roman, der nicht grell ausmalt, sondern subtil andeutet und vieles im Halbdunkel läßt. Ich finde, man muß nicht immer für jedes Rätsel eine lösung präsentieren. Auflösungen bedeuten auch immer, dass sich anfängliche Mißtöne in wohlige Klänge auflösen. Man macht den buchdeckel zu und weiß alles. Das kann auch langweilig sein. Im Krimi ist das ja o.k., aber in der phantastischen Literatur....? Diejenigen, die immer am Ende eines Romans konsequent eine glatte Rechnung ohne Brüche verlangen, dürfen mich gern disliken, dass es nur so raucht - ich verstehe ihre Enttäuschung, liebe aber eben auch Fragmentarisches und Fragezeichen und denke so auch viel länger über bestimmte Bücher nach. Ich bin der felsenfesten Meinung, dass Andreas Gruber, ein ganz großes Talent der neuen Phantastik-Szene, hier alles richtig gemacht hat.
Bei einer dramatischen Pol-Expedition wird ein unheimlicher Schacht entdeckt. Er geht tief in die Erde hinein, wirkt künstlich und scheint endlos. Scheint...? Tiefer und tiefer erkundet man das seltsame Gebilde in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg. Bis die Realität sich ab einer bestimmten Tiefe sonderbar verändert...
Mit viel Fingerspitzengefühl auch für kleine Nebenfiguren beschreibt Gruber, wie das ist, wenn ein Projekt plötzlich an seine Grenzen stößt - weil es keine gibt. Kabel reichen nicht, Geld wird knapp, Arbeiter drehen durch. Er kostet seine Idee vom supertiefen Tunnel genüßlich aus - löst das aber viel atmosphärischer als der (wirklich fade) Klassiker von Bernhard Kellermann ("Der Tunnel", 1913). Die Stimmung und der Stil erinnern glücklicherweise nicht an Kellermann, sondern angenehm teils an Jules Verne, teils an H.G.Wells. Das Beklemmende, Surreale ist immer präsent, trotz oder grade wegen des gemächlichen, detailreichen Erzähltempos.
Der Showdown ist schön gruselig. Old school. Wunderbar.
Christian Jungwirt, dessen Vorstragsstil etwas an den von Johannes Steck erinnert, macht einen guten Job. So ganz glücklich bin ich dennoch nicht. Der Ich-Erzähler ist ein Mitzwanziger - da passt keine alte Männerstimme. Und Jungwirt schafft es auch nicht immer, die gruslige Atmosphäre adäquat zu vermitteln, dafür ist er dann doch einen Hauch zu nüchtern. Das wäre was für Teschner, Nathan oder Köberlin gewesen. Trotzdem anhörenswert!
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- Matthias

(K)ein klassischer Schauerroman

Wie einige der geschätzten Vorrezensenten auch, bin ich bei dem Eulentor auch an die Schauerromane des neunzehnten Jahrhunderts erinnert. Stoker, Shelley, Poe und natürlich auch Verne geistern mir da durch den Kopf. Aber, auch ohne auf den nicht vorhandenen Buchrücken zu blicken, das Wert ist von 2008 und nicht von 1908 oder noch deutlich älter.

Gruber spielt gekonnt mit einen meist nur angedeuteten Schauer und dem stets in der Tiefe lauernden Grauen. Das Buch bleibt spannend und fesselt, obwohl es vordergründig oft sehr technisch und verkürzt rüberkommt. Der kleine Roman konzentriert sich auf wenige Personen und auf eine karge Landschaft. Er ist wirklich großartig geschrieben. Aber so richtig überzeugt bin ich trotzdem nicht davon. Dafür bleiben mir dann doch am Ende zu viele Fragen offen. Aber ein noch größeres Grauen (der Erste Weltkrieg) beendet die Forschungsarbeiten endgültig.

Rundum lobenswert ist die hervorragende Leseleistung von Christian Jungwirth.
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- Saarpirat

Weitere Infos zum Titel

  • Erscheinungsdatum: 29.01.2015
  • Verlag: Audible Studios