Deathbook

  • von Andreas Winkelmann
  • Sprecher: Simon Jäger
  • 12 Std. 42 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Andreas kann nicht glauben, dass seine 15-jährige Nichte Kathi sich das Leben genommen hat - und schon gar nicht auf diese Weise. Auch ihre Klassenlehrerin hat ihre Zweifel. Aber sie weiß, dass Kathi sich in ihren letzten Wochen für den Tod interessierte. Sehr sogar. Kathis Freundinnen zeigen Andreas morbide Filmchen, die sie mit ihrem Handy gefilmt hat, und bald findet er heraus, dass Kathi Mitglied in einem Forum war, das sich Deathbook nennt. Darin tummeln sich Tausende, die Videos sehen wollen, in denen Menschen bedroht werden. Sterben. Doch wer Mitglied im Deathbook wird, muss zahlen...

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Ein sehr guter Thriller

Beginnen möchte ich meine Rezension mit einem ungewöhnlichen, aber äußerst wirksamen Schachzug des Autors: Er macht sich selbst, Andreas Winkelmann, zur Hauptperson dieses Thrillers. Ich kann mich an keinen Thriller oder Krimi erinnern, bei dem ein Autor ähnliches gemacht hat. Für das Genre Krimi/Thriller ist das eher ungewöhnlich, da die “Ich”-Figuren normalerweise Teil fiktiv ist. Dieses Stilmittel führte jedenfalls bei mir zu einer besonderen Verbundenheit mit der Hauptfigur. Es ist keine erfundene Person, sondern eine reale, nur die Geschichte ist (hoffentlich) erfunden. Das macht wirklich einiges aus.

Zur Geschichte: Die Nichte von Andreas Winkelmann, Kathi, hat sich das Leben genommen. Niemand kann das verstehen, weil es im Vorfeld keine Anzeichen für den Suizid gab. Die Eltern stehen unter Schock, der Onkel macht sich auf die Suche nach dem Grund. Nach kurzer Zeit findet er Anzeichen dafür, dass es sich nicht um einen “normalen” Selbstmord gehandelt hat.

Soweit die Geschichte und die hat es wirklich in sich. Es geht um soziale Netzwerke, Handyfilme, das Spiel mit dem Tod und QR-Codes. Ja, QR-Codes, diese verpixelten schwarz-weiß Bildchen, die man heutzutage überall finden kann. Kurz das Handy mit dem richtigen App auf den QR-Code gehalten und schon landet man auf einer Internetseite, auf der man im besten Falle weiterführende Informationen zu einem Produkt o.ä. erhält. Wie einfach dieser Code beispielsweise durch einfaches Überkleben geändert werden kann, war mir sicherlich technisch klar, aber nicht wirklich bewusst. In dieser Geschichte führen die QR-Codes zu einem geheimen Netzwerk namens Deathbook. Und dieses Netzwerk ist dann tatsächlich sehr tödlich.

Andreas Winkelmann versucht die Hintermänner der Deathbook-Seite zu ermitteln und dabei hilft ihm eine Polizistin in Ausbildung, die ein großer Fan seiner Romane ist. Diese Sprünge zwischen der “realen” Autorenwelt und der “fiktiven” Geschichte von Deathbook machen die Geschichte äußerst interessant und heben sich dadurch von einem üblichen Thriller ab. Sehr gut gelungen ist auch, dass Homepages, die in der Geschichte genannt werden (z.B. die Homepage des Tätowierstudios), tatsächlich existieren und extra für die Geschichte erstellt wurde. Es werden also mehrere Medien eingebunden, was ein weiterer positiver Punkt dieses Hörbuches ist.

Das letzte Viertel des Hörbuches war zu Beginn etwas langatmig, bis es zum Ende der Geschichte wieder Fahrt aufnimmt und zu einem nachvollziehbaren Ende kommt.

Gelesen wird das Hörbuch von Johannes Steck und wie immer ganz hervorragend. Gerade im Vergleich mit dem subotimalen Sprecher meines letzten Hörbuchs “Versunkene Gräber” wird deutlich, welch tolle Leistung ein Sprecher wie Johannes Steck vollbringt.

Meine Wertung: Fünf von fünf Sterne. Mir hat das Hörbuch ”Deathbook” wirklich sehr gut gefallen. Spannend und die Gefahren des Internets aufgreifend, wobei das Internet nicht per se verteufelt wird. Der Schachzug des Autors, sich selber zur Hauptfigur zu machen, fand ich sehr originell. Interessierte können sich ja auch einmal die Facebook-Seite des Autors anschauen. Dort wird die Geschichte von ”Deathbook” mit eingearbeitet.
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- hoermalwieder

Tödlich, spannend, super gut!

Eins vorneweg. Dieses Hörbuch ist nix für schwache Nerven!

Auf “Deathbook” wurde ich über Facebook aufmerksam. Seltsame Postings fanden da bei Andreas Winkelmann statt. Interessiert schaute ich hier und da mal rein. Aber Episodenromane mag ich nicht so sehr. Ich habe es lieber am Stück – kann halt nicht so gut warten, wenn mir etwas wirklich gefällt. Und das weiß man vorher ja nie.

Kurz nachdem es bei Audible “am Stück” erschienen ist, war es auch schon meins. Stöpsel in die Ohren und los gings. Dann musste ich erstmal schlucken. Andreas Winkelmann erzählt als Andreas Winkelmann, dass seine Nichte Kathi angeblich Selbstmord begangen hat. Ich war schockiert. Erzählte er hier wirklich von seiner Nichte? Also erstmal im Internet gesucht. Dann war ich beruhigt. Er hat zwar eine Nichte, die heißt aber nicht Kathi und erfreut sich bester Gesundheit. Gut, weiter gings.

Winkelmann vermischt hier “echte Menschen” mit erfundenen Protagonisten. Das macht die Geschichte natürlich anders und ich fand es anfangs etwas kompliziert, wer denn nun echt und wer erfunden ist. Aber das gab auch einen besonderen Reiz. Immer wieder schaute ich im Internet, was es denn z. B. mit diesem “Anim Moribunda” auf sich hat. Aber angemeldet auf dessen Facebookseite habe ich mich nicht. Ich wollte die beschriebenen Videos gar nicht sehen. Mir reichte schon das Geschilderte vollkommen aus, um Gänsehaut pur zu haben.

“Deathbook” ist ein äußerst zeitgemäßes und reelles Hörbuch. Denn fast alle sind ja heute auf Facebook, Twitter & Co. unterwegs. Und auch den ein oder anderen QR-Code habe ich durchaus auch schon gescannt. Ob ich das in Zukunft noch so unbedacht tun werde, na ich weiß nicht. Jedenfalls werde ich ihn mir erstmal ganz genau anschauen, nicht dass ich plötzlich auch ungewollt Mitglied im “Deathbook” bin.

Insgesamt fand ich “Deathbook” eine geniale Idee, sowohl vom Plot als auch von der Machart her. Es könnte der Auftakt für eine ganz neue Form der Literatur werden, die den Hörer/Leser noch tiefer in die Geschichte einsteigen lässt. Und wenn es nicht um Mord geht, dann würde ich bei dem nächsten Buch, das so oder so ähnlich aufgebaut ist, sicherlich auch mitmachen. Man darf also gespannt sein, ob diese Art eine einzigartige Eintagsfliege bleibt, oder ob es sich auch andere Autoren als Anreiz nehmen und etwas ähnliches versuchen werden.

Anmerkung: Man muss die interaktiven Möglichkeiten nicht zwingend nutzen, um das Buch irre spannend zu finden. Auch als reines Hörbuch ist es äußerst interessant, durchweg spannend und stellenweise richtig haarsträubend gut.

Simon Jäger passte perfekt zu dieser Geschichte. Klar, er ist ein verdammt guter Sprecher was Thriller und Krimis angeht. Ich höre ihm immer wieder gerne und gebannt zu.
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- Pingu1000

Weitere Infos zum Hörbuch

  • Erscheinungsdatum: 12.12.2013
  • Verlag: Argon Verlag