Die Mühle

  • von Elisabeth Herrmann
  • Sprecher: Laura Maire
  • 10 Std. 56 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Wahrheit, Lüge, Tod

"The Court" - das waren die Coolen. Die Angesagten, die Unerreichbaren, die Helden von Lanas Schulzeit. Wie kann es sein, dass ausgerechnet Lana an eine Einladung zu einem Kurztrip mit der Überflieger-Clique kommt? Jahre, nachdem sie alle ihre alte Schule verlassen haben? Der Trip führt die Clique in eine alte Mühle, umgeben von wilder Natur. Alles hier scheint für sie vorbereitet zu sein. Nur wer hat eigentlich die Einladungen verschickt? Wer begrüßt sie mit schriftlichen Botschaften, hat seltsame Spiele für sie organisiert? Als dann der erste der Freunde verschwindet, wird Lana klar, dass sie in der Falle sitzt. Denn es geht um Leben und Tod...

Laura Maire, beim Deutschen Hörbuchpreis 2011 und 2014 als Beste Interpretin ausgezeichnet, hat bisher sämtlichen Jugendromanen von Elisabeth Herrmann ihre Stimme geliehen.

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Äußerst spannend, schlafraubend gut!

Warnung! Dieses Hörbuch ist nicht geeignet für Leute mit einem schwachen Herz!

Von Elisabeth Herrmann kenne ich bisher nur „Das Dorf der Mörder“. Das ist nun schon länger her, dass ich das Hörbuch hörte, jedoch blieb mir dieses sehr gut in Erinnerung.

Das Thema des neuesten Werks von ihr interessierte mich. Das Cover fand ich ebenfalls sehr gelungen, der Erscheinungstermin ward sofort notiert. Am selben Tag kam es auf meinen Player. Heute morgen habe ich es fertig gehört. Und ich kann nur sagen: Wow!

Zunächst fängt die Story harmlos an. Die Ich-Erzählerin Lana wird durch Zufall die siebte Teilnehmerin eines Kurzurlaubs. Die Clique, die früher „The Court“ genannt wurde und aus sieben Personen bestand, wollten dieses Wochenende in einem Luxushotel in Tschechien verbringen. Einer dieser sieben liegt durch einen dummen Zufall im Krankenhaus und gibt seine Einladung an Lana weiter. Sie soll doch bitte für ihn dort hin fahren. Kaum ist sie dort, lernt sie die anderen kennen. Schnell merkt sie, zu wem sie einen Draht hat und zu wem nicht. Die Personen werden clever in die Geschichte eingeführt, schnell hat man selbst einen Eindruck von den verschiedenen Persönlichkeiten. Der Abend verläuft etwas angespannt, da sich alle Beteiligten schon lange nicht mehr gesehen hatten. Und immer steht das Rätsel im Raum: Wer von ihnen hat sie eigentlich alle zu diesem Event eingeladen? Alle bestreiten, der großzügige Gastgeber zu sein. Die Frage lässt sich an diesem Abend jedenfalls nicht mehr klären.

Am nächsten Tag steht ein Ausflug an. Sie versammeln sich alle, eine riesen große Limousine fährt vor und holt sie ab. Dann geht es ab in die Berge. Irgendwo hält die Limousine an, die Clique samt Lana steigen aus. Dann braust die Limousine davon. Keiner von ihnen hatte bei diesem Ausflug damit gerechnet, dass es eine Bergtour werden würde. Dementsprechend ungeeignet ist die Kleidung, vor allem das Schuhwerk. Was tun? Sie laufen los in die Richtung, die ihnen gezeigt wird. Bald stehen sie vor einem enormen Abgrund der nur über eine Hängebrücke zu überwinden ist. Auf der anderen Seite steht eine reich gedeckte Tafel. Und hier braucht ein herzkranker Zuhörer zum ersten Mal seine Tropfen…

Für mich als ein von Höhenangst geplagter Mensch war diese Szene das pure Horrorszenario. Doch das war erst der Anfang. Weiter führt der Weg zu einer alten stillgelegten Mühle. Und hier beginnt die Story erst so richtig, Fahrt aufzunehmen. Über die nachfolgenden Geschehnisse will ich nichts, aber auch gar nichts verraten. Denn was dann kommt, ist fast nicht mehr an Spannung und Dramatik zu überbieten.

Die psychologischen Aspekte kamen hier auch nicht zu kurz. Lange Zeit kann nicht erklärt werden, wer denn zu dieser apokalyptischen Reise eingeladen hat. Und immer wieder steht die Glaubwürdigkeit von Lana, die ja eigentlich gar nicht zu der Clique gehört, im Vordergrund.

Ich fand dieses Hörbuch äußerst clever aufgebaut. Der Spannungsbogen wurde ab dem Zeitpunkt des Ausflugs konstant straff gehalten, man konnte kaum durchschnaufen. Aber warum sollte man das können, wenn es die Protagonisten aufgrund der ständig lauernden Gefahren auch nicht konnten. Ist doch nur fair. 😉

Das i-Tüpfelchen der Spannung setzte Laura Maire mit ihrem äußerst engagierten Vortrag. Sie durchlebte die Geschichte körperlich, kämpfte mit den Worten, Schrie, als würde sie gerade persönlich angegriffen, verlor sich in tiefster Verzweiflung. Sie versank förmlich in der Geschichte und – so kam es einem vor – in der Person Lana. Einfach klasse.
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- Ute "Ein Leben ohne Hörbücher ist möglich, aber sinnlos."

Déjà-vu a gogo

Ich liebe Elisabeth Herrmanns Jugendthriller, Schattengrund und Lilienfeuer sind für mich die besten Titel dieses Genres. Großartige Spannungsbögen, gut charakterisierte Protagonisten, interessante Kulissen. Dann kam Seefeuer, ein aufgeblähter Luftballon, immerhin noch mit einer halbwegs logischen und immerhin noch nicht dagewesenen Handlung versehen. Und jetzt "Die Mühle" ... 440 Seiten plattes Geschwafel. Seelenlos durchkonstruiert, heruntergeschrieben und vermutlich ohne nennenswerte Änderungen veröffentlicht, weil Frau Herrmann mittlerweile so bekannt ist, dass man ihren Namen auch auf Groschenromane drucken und diese damit verkaufen könnte.

Über Heldin Lana (oder Helena? Wieso erfährt der Leser nie was es mit dieser Namensverwicklung auf sich hat?) hat man bis zum Schluss des Buches lediglich erfahren, dass sie ein Scheidungskind ist, oft die Schule wechseln musste und keine Freunde hat. Niemand liebt Lana. Der Leser auch nicht. Denn er weiß ja nichts über sie. Und dass, was er weiß, nervt. Lana ist eine unerträgliche Heulsuse. Sie bejammert sich, sie reflektiert - in einem fort. Es gelingt Lana selbst dann noch sich selbst zu bedauern, wenn sie sich in akuter Lebensgefahr befindet. Das unterbricht nicht nur ständig den Lesefluss, es tötet auch jede Spannung. Lana erzählt diese Geschichte aus der Retrospektive, dass heißt, sie weiß natürlich was geschehen ist, und das reibt sie dem Leser schonungslos immer wieder unter die Nase. Und ja, auch das nervt gewaltig.

Noch schlimmer sind allerdings die übrigen Figuren. Flache Stereotypen aus Hollywood-B-Movies mehr sind sie nicht, die Angehörigen dieser Truppe, die man in L. immer nur "The Court" nannte. Wieso dieses Kaff, aus dem der snobbistische Club stammt, nie beim Namen genannt wird, wieso man eine Clique auf dem Provinzgymnasium "The Court" nennen muss - man weiß es nicht, denn auch das wird nie geklärt. Keine der Nebenfiguren wirkt irgendwie lebensecht. Man kennt diese Typen aus Filmen: die aalglatten Bänker, die verzogenen Töchter und eiskalten Businessfrauen mit Alkoholproblemen. Weitergehend wird keiner der Charaktere vorgestellt.

Kein Wunder. Das verlangt die Geschichte auch gar nicht. Denn der Plot ist nicht weniger ein Hollywood-Stereotyp als die Figuren. Also wirklich: eine Truppe junger Leute, die an einen abgelegenen Ort gelockt wird und dann verschwindet einer nach dem anderen? Was für ein Déjà-vu! Kenn ich das nicht irgendwoher? Die Einzigen, die die ganze Zeit über keinen Verdacht schöpfen, sind die Protagonisten. Diesen abgeklärten, mit englischen Floskeln um sich werfenden Weltmenschen wird natürlich NICHT klar, was der Leser längst weiß: sie werden alle sterben. Oh bitte, Frau Herrmann? Wo ist das Geheimnis? Jedem Leser dürfte dieses Setup ab dem Moment klar sein, in dem die Truppe ohne Handyempfang im WALD ausgesetzt wird! Bei den meisten Menschen würden spätestens da die Alarmglocken klingen, nicht bei "The Court". Die wollen einfach nur Champagner trinken. Klar.

Überraschende Wendungen? Fehlanzeige. Was wirklich überrascht, ist die mangelnde Logik der Geschichte und die an Dummheit grenzende Ignoranz der Figuren. Und auch die Auflösung ist ein Witz! Das Motiv des Täters erscheint konstruiert und unlogisch. Dass es einer 7-köpfigen Gruppe aus erwachsenen, studierten und berufstätigen Menschen nicht gelingen soll, eine Gefahrensituation wie diese richtig einzuschätzen und zu lösen, glaube ich einfach nicht. Zumal jedem von ihnen (außer Lana, die nicht zum Kreis der Eingeweihten gehört) etwa ab der Mitte des Buches durch einen eindeutigen Hinweis mit Namensangabe (!) klar sein sollte, was da gespielt wird und es Zeit ist, zu fliehen.

Hier haben wir also ein Buch voller unglaubwürdiger und unliebenswerter Charaktere, die Hauptfigur ist nur durch puren Zufall dabei, und sie alle laufen auf mehr als 400 Seiten emotional Amok, weil die Autorin es so will. Aus keinem anderen Grund. Ein ätzendes, aalglattes Buch, das von der ersten Seite an konstruiert wirkt. Das ganze untermalt von einer Sprache, die schwafelig ist, kitschig und geprägt von blumigen Vergleichen wie: "Die Nacht war wie ein Gast, der sich noch nicht entschlossen hatte zu gehen."

Vielleicht findet Frau Herrmann zu einem späteren Zeitpunkt das Herzblut wieder, mit dem sie früher Bücher geschrieben hat. Diese professionelle Langweile macht mich zu einem Gast, der sich entschlossen hat, seinen Urlaub in nächster Zeit an anderen Stränden zu verbringen. Zum Beispiel vor dem Fernseher mit B-Movies. Die sind wenigstens nach 1 1/2 Stunden vorbei und kosten mich außer meiner Lebenszeit nichts.
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- Stefanie "Hobbies: Lesen, Schreiben, Flitzebogen schießen."

Weitere Infos zum Hörbuch

  • Erscheinungsdatum: 29.08.2016
  • Verlag: Der Hörverlag