Intrige

  • von Robert Harris
  • Sprecher: Hannes Jaenicke
  • 16 Std. 22 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Am 22. Dezember 1894 wird der französische Hauptmann Alfred Dreyfus von einem Kriegsgericht wegen Landesverrat zu lebenslanger Haft verurteilt und auf die Teufelsinsel vor Französisch-Guayana verbannt. In den Wirren der Affäre, die ganz Frankreich erschüttert, gibt es nur wenige, die zu ihm halten. Oberstleutnant Marie-Georges Picquart, der neue Geheimdienstchef, ist zunehmend von Dreyfus' Unschuld überzeugt und rollt den Fall neu auf. Weshalb er bald selbst zwischen die Mühlräder der Macht gerät und das Ziel dunkler Machenschaften wird.

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Großartiger Nachzügler

Als die Dreyfußaffaire auf ihrem Höhepunkt war, erzeugte sie eine ganze Flut von Spannanungsromanen. Besonders in Deutschland versuchte man, aus dem skandalösen Verhalten der französischen Armee gegenüber unschuldigen und ehrlichen Leuten Kapital zu schlagen und antifranzösische Stimmung zu erzeugen.
Nun also ein verspäteter neuer Roman zur Affäre. Und diesmal ein wirklich guter! Harris erzählt die Affäre aus der Sicht des Nachrichtendienst-Chefs, und da er minutiös recherchiert hat, bekommt man ein spannendes und unterhaltendes Geschichtsbuch in die Hand. Was mir besonders gefallen hat - Harris begeht nicht den Fehler, die eigentlichen Opfer der Intrige, Picard und Dreyfuss, zu Ikonen auszubauen. Sie bleiben menschlich, auch in ihren Schwächen. Eins der besten Bücher von Harris nach "Vaterland"!
Hannes Jaenicke ist als Hörbuchleser nicht so mein Fall. Vor allem, weil er jedes Ch wie sch spricht. Das nervt. Aber man gewöhnt sich dran, und da der Roman in der Ich-Form geschrieben ist, kann man sich leicht vostellen, dass das eine Marotte von Picard war.
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- Matthias

Die Affäre Dreyfuss aus interessanter Perspektive

Robert Harris ist ein erfahrener Autor von historischen Fiktionen, berühmt mit Fatherland in den frühen 90ern geworden, als er Nazi-Deutschland auch 1964 noch existieren läßt und den Mord an den europäischen Juden als Hintergrund für einen fiktionalen Krimi verwendet. Zu seinen besten Werken zählte danach die Cicero-Trilogie, von der bisher zwei Romane als Hörbücher bei Audible erschienen sind, zu seinem Oeuvre zählen aber auch deutlich schwächere Werke wie Pompeji.
In dem Roman "Intrige" begleiten wir den elsässischen Offizier Georges Picquart in den Jahren 1896 bis 1906 bei seinem Aufstieg vom Major zum Chef des französischen militärischen Geheimdienstes (der sogenannten Statistik-Abteilung) und seiner Aufdeckung der Intrige gegen Alfred Dreyfuss, an dessen Verhaftung er anfangs noch als Instrument der Intriganten mitwirkte.
Der Plot ist stringent erzählt, geradezu routiniert entrollt sich die Geschichte chronologisch, und durch die Perspektive des aufklärenden Maulwurf-Jägers im Geheimdienst konsequent und spannend. Harris gelingt dabei die interessante Innen-Perspektive eines Offiziers, der einen Spion sucht, wobei er die französische Perspektive nie verlässt und auch den von der Biographie und Anlage der Hauptperson vorgegebenen Rahmen vollendet einhält.
Der Sprecher Hannes Jaenicke ist nicht unsympathisch in seiner Rolle des Erzählers, aber hätte er nicht wenigstens die französischen Nasallaute vor der Aufnahme erlernen können? So klingt das in vielen Ortsbezeichnungen vorkommende Saint immer wie son oder san, aber eben nie richtig. Seine falsche französische Aussprache ist ärgerlich, tut aber dem Werk selbst keinen Abbruch, und auch der bei Jaenicke in den entsprechenden Szenen leider nur unvollkommen imitierte militärische Ton kann das Werk nicht wirklich schmälern.
Wer es schätzt, einenm sachlichen Vorleser zuzuhören, der den Figuren nur wenig eigenen Charakter zu geben vermag, wird auf seine Kosten kommen.
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- F. Emery

Weitere Infos zum Hörbuch

  • Erscheinungsdatum: 28.10.2013
  • Verlag: Random House Audio, Deutschland