Todesengel

  • von Andreas Eschbach
  • Sprecher: Matthias Koeberlin
  • 16 Std. 26 Min.
  • ungekürztes Hörbuch

Beschreibung

Erich Sassbeck ist zur falschen Zeit am falschen Ort und gerät in eine brutale Schlägerei. Doch am Ende ist er es, der überlebt, während seine Angreifer tot sind - erschossen von unbekannter Hand. Sassbeck glaubt, dass ihn ein Wunder gerettet hat. Die Polizei dagegen fragt sich, ob nicht er geschossen hat. In Notwehr. Oder schlimmer: in Selbstjustiz. Der Journalist Ingo Praise findet bald Beweise, dass Sassbecks Geschichte stimmt. Ein Unbekannter streift durch die Stadt und beschützt Unschuldige. Praise macht den "Racheengel" zum Star - und löst damit eine Katastrophe aus...

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Beschreibung von Audible

Wenn Zivilcourage zu Selbstjustiz wird - Andreas Eschbach: TodesengelErich Sassbeck wird an einem Bahnhof von Jugendlichen fast zu Tode geprügelt. Ein Unbekannter erschießt die Täter, und der ehemalige DDR-Grenzsoldat Sassbeck gerät unter Verdacht, in Selbstjustiz gehandelt zu haben. Der Journalist Ingo Praise erhebt den unbekannten Racheengel in einem Artikel zum Star - und löst damit eine Katastrophe aus, die es in sich hat.
Gewalt und Selbstjustiz stellt Andreas Eschbach in seinem Thriller "Todesengel" in den Fokus. Willkürliche Brutalität ist ein schwieriges Thema unserer Gesellschaft. Matthias Koeberlin, bekannt als Schauspieler und Hörbuchsprecher, haucht ihm Leben ein.
Lassen Sie sich ein auf eine spannende Geschichte rund um Jugendgewalt, ihre Opfer und Zivilcourage! Dieses Hörbuch regt zum Nachdenken an.
Audible wünscht gute Unterhaltung!

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Hörerrezensionen

Hilfreichste

Ein interessanter Thriller mit schwierigem Thema

Der Rentner Erich Sassbeck wartet abends auf die U-Bahn. Dabei fallen ihm zwei Jugendliche auf, die Sitzbänke im U-Bahnhof beschädigen. Er fragt was das soll und wird angegriffen. Kurz bevor er am Boden nach den Schlägen und Tritten unmächtig wird, sieht er eine weiße Gestalt, die mit zwei Schüssen die Angreifer tötet. Am nächsten Morgen wacht er im Krankenhaus auf und wird von der Polizei befragt. Keiner hat eine weiße Gestalt gesehen und so gerät der Ex-DDR Grenzsoldat Sassbeck selbst in den Verdacht, die beiden Jugendlichen erschossen zu haben. Der eher erfolglose Journalist Ingo Praise interessiert sich für das Thema und macht sich auf die Suche nach den Hintergründen dieser Tat. Bald steht er dann selbst im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.

Andreas Eschbach hat es mal wieder geschafft, ein brisantes Thema in eine interessante Geschichte zu verpacken und dem Leser nahe zu bringen. Grundthema sind die verschiedenen und leider viel zu häufigen Angriffe im öffentlichen Raum aufgrund von Nichtigkeiten. Der tödliche Angriff in München auf Dominik Brunner (dem Eschbach eine Bahnhofsstation in seinem Buch widmet), der ein paar Kinder vor älteren Jugendlichen in der S-Bahn schützen wollte, oder auch vor einem Jahr in Berlin, als Johnny K. von mehreren Jugendlichen grundlos tot geprügelt wurde, sind Beispiele für diese schrecklichen Gewaltorgien. Nach den Geschehnissen ist es dann oft so, dass die Täter, sobald sie gefunden wurden, die Tat natürlich bereuen. Das Opfer tritt in den Hintergrund und die Frage, warum es soweit kommen konnte, tritt in den Vordergrund.

Dieser Sachverhalt wird nun von Andreas Eschbach in seinem Roman sehr ausführlich thematisiert. Wer die Presse aufmerksam liest, wird viele dieser Fälle wieder erkennen, die Eschbach – natürlich mit anderen Namen – hier schildert. Und bei vielen dieser Fälle fand ich es auch sehr ärgerlich, dass anstatt die Opfer in den Vordergrund zu stellen, die misslungene Kindheit der Täter eine größerer Aufmerksamkeit fand. Auch die oftmals – gefühlt – eher laschen Urteile helfen nicht, dass Vertrauen in den Rechtsstaat zu stärken. Auf Grundlage dieser wahrscheinlich weit verbreiteten Gefühlslage lässt Andreas Eschbach einen Racheengel auftreten, der die Opfer unverzüglich rächt.

Es ist natürlich schwierig, den Auftritt eines solchen Rächers nicht gut zu finden. Allerdings hatte ich die ganze Zeit ein ungutes Gefühl beim zuhören. Das ist natürlich so gewollt vom Autor. Man wird gezwungen, sich mit der Situation und den niederen Rachegefühlen auseinander zu setzen.

Zum Ende hin gab es nach meiner Meinung etwas zu viele Wiederholungen und ich wollte dem Autor zurufen: “Ja, ich habe es verstanden.” Aber das war nur eine kurze Phase, denn dann geht es auch schon über zu einem äußerst würdigen Ende der Geschichte. Mehr wird aber nicht verraten.

Gelesen wird das Hörbuch von Matthias Koeberlin und der macht das nach meiner Meinung erneut sehr gut. Er hat eine angenehme Stimme und gibt sich sehr viel Mühe, die Geschichte interessant zu lesen.

Meine Wertung: Fünf von fünf Sternen. Vielleicht nicht ganz so stark wie ”Herr aller Dinge“, aber natürlich noch weit über dem Durchschnitt. Teilweise hatte ich das Gefühl ein Sachbuch zu hören, was aber keineswegs negativ gemeint ist. Erneut ein sehr kurzweiliger und interessanter Roman von Andreas Eschbach!
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- hoermalwieder

Sehr gutes Hörbuch

Ein heikles Thema, gut angepackt, weitgehend gut umgesetzt. Manch eine Länge ist jedoch enthalten, siehe Thema Fernsehsendung. Als Sozialarbeiter habe ich mit dem Thema Jugendgewalt schon häufig Kontakt gehabt und dabei festgestellt, dass viele der angesprochenen Aspekte im Verhältnis des Umganges mit Tätern sowie vor allem den Opfern realitätsnah angepackt wurden und gut recherchiert scheinen. Eine eindeutige Haltung zu dieser Thematik kann es wohl kaum geben. Ob der Ruf nach härteren Bestrafungen oder der stärkeren Konzentration auf die (Re)sozialisation der Täter im Vordergrund stehen sollte ist eine komplexe und schwer eindeutig zu beantwortende Fragestellung. Ebenso, inwieweit unsere Leistungsgesellschaft und die stark ausgeprägte Abhängigkeit der Möglichkeiten eines jungen Menschen von seiner sozialen und bildungsmäßigen Herkunft darauf einwirken. Fakt allerdings ist, dass die Opfer von (Jugend)Gewalt viel zu wenig Unterstützung und Hilfe erfahren und im Gegensatz dazu der Fokus deutlich stärker auf die Täter gesetzt wird.

Insgesamt also ein sehr gutes Hörbuch welches sich in jedem Fall lohnt und zum Nachdenken anregt. Herr Eschbach hat allerdings schon faszinierendere Bücher geschrieben, allen voran "Der Herr aller Dinge".
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- Florian

Weitere Infos zum Hörbuch

  • Erscheinungsdatum: 20.09.2013
  • Verlag: Lübbe Audio