Inhaltsangabe

Die Jagd nach dem immer noch flüchtigen Serienkiller Julian Hirtmann hat Kommissar Martin Servaz an seine Grenzen gebracht. Der Fall bleibt unaufgeklärt. Servaz erholt sich in einem Sanatorium. Weder Margot, Servaz' Tochter, die ihn regelmäßig besucht, noch die Musik seines Lieblingskomponisten Mahler oder seine lateinischen Autoren können Servaz aus seiner Depressionen locken.
Doch dann erhält er ein Päckchen von einem Unbekannten. Darin ein Schlüssel - für Zimmer Nr. 117 im berühmten Hotel Thomas Wilson. Hier hat sich vor ein paar Jahren die Künstlerin Célia Jablonka das Leben genommen. Eine alptraumhafte Stalkinggeschichte nimmt ihren Lauf, die die Lebensgeister von Kommissar Servaz zurückkehren lässt.
©2015 / 2016 Bernard Minier / Droemer Verlag. Ein Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG, München. Übersetzung von Antoinette Gittinger (P)2016 Argon Verlag GmbH, Berlin
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Kundenrezensionen

Hilfreichste
5 out of 5 stars
Von Hörbuchfreund Am hilfreichsten 07.08.2016

Für Genreliebhaber ein Pflichtkauf

Vorab: Alle Fans von harten französischen (Psycho-)Thrillern (Grangé, Thilliez...) kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten, aber jeder, der sich darin wiedererkennt, hat vermutlich sowieso schon das Hörbuch gekauft... und das definitiv zurecht!

Dieser Thriller hat alles, was ein wirklich Guter seines Genres braucht: Interessante, vielschichtige Charaktere, einen etwas verschrobenen Protagonisten und einen grundsätzlichen Erzählstrang, der nicht nur unter die Haut geht, sondern darüber hinaus so verschlungen ist, dass, einmal in seinen Bann geraten, kaum ein Entrinnen mehr möglich ist. So erfolgt die Dekonstruktion des Stalkingopfers so gnadenlos und perfide, wie ich es bisher nirgends gelesen oder gehört habe und die Wendungen, an welchen diese Geschichte aufgehängt ist, verdienen diese Bezeichnung auch tatsächlich.

Leider verstrickt sich der Autor aber auch selbst etwas in den Gespinnsten seiner, zum Teil schon über die zwei vorherigen Romane gewachsenen, Figuren und schafft es nur etwas unbefriedigend die übergeordnete Handlung der Reihe mit den konkreten Vorgängen in diesem Teil in ein Gesamtwerk zu bringen.

Der Sprecher macht seine Sache großartig und schafft es hervorragend, die vielen Perspektivwechsel dem Hörer sehr subtil nahe zu bringen, den Personen, ohne dabei in den Klamauk abzudriften, Charakter und den vielen inneren Monologen der handelnden Personen wundervolle Nuancen zu verleihen.

Fazit: Eine rundum gelungene Produktion für Genrefans, ein gutes, aber nicht extraordinär großartiges Hörbuch für Freunde intelligenter Krimis und Thriller, die sich aber nicht so sehr dem französischen Psychothriller verschrieben haben.

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20 von 23 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

3 out of 5 stars
Von papercuts1 Am hilfreichsten 12.09.2016

Martin Servaz (fast) ohne Martin Servaz

Fazit:

Ein Servaz-Roman weitgehend ohne Martin Servaz, voller moralisch, psychisch oder sonstwie fragwürdiger Figuren. Ja, es ist komplexer und überraschender als zunächst angenommen. Ja, man rätselt mit. Ja, der Schluss lässt einen in mehrfacher Hinsicht nach Luft schnappen. Was Minier über Gewalt an Frauen mit diesem Buch sagen möchte, ist allerdings ganz schön kontrovers. Ein perfider, unglaubwürdiger Schluss regt auf. Und dass Minier erst ganz am Ende mit einem arg plakativen Kunstgriff mit Hängen und Würgen rechtfertigt, dass es sich hier um einen Martin Servaz-Roman handelt, wirkt schon frech.

Als eigenständiger Psycho-Thrillerroman mit einem anderen Kommissar wäre WOLFSBEUTE einigermaßen vertretbar. Als angeblicher Teil der Servaz-Reihe ist das allerdings ein schwacher Auftritt.

Zum Sprecher:

Ich liebe das glimmende Timbre von Johannes Steck. Irgendetwas Hartes, Gefährliches klingt selbst dann in seiner Stimme mit, wenn er in verführerische Basstiefen hinabsinkt. Er ist perfekt für charismatische Figuren und Romane mit "noir"-Aspekt. Das kleine Problem hier: die Hauptfigur ist weiblich. Steck hat kein wirkliches Problem mit Frauenstimmen, doch seine Stärke ist eigentlich die komplexe Interpretation von männlichen Figuren, vor allem von Servaz, der hier aufgrund seiner depressiven Leisetreterei und Quasi-Abwesenheit wenig Spielfläche für Steck bietet. Und der elegant-wahnsinnige Hirtmann kommt in WOLFSBEUTE nicht vor. Schade.

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7 von 8 Hörern fanden diese Rezension hilfreich

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